Dienstag, 24. Dezember 2013

150. Tag, Montag, 23.12.13

Cėe - Finisterra, 13 km.
Wir starten um zehn Uhr auf unsere allerletzte Etappe. Die Wettervorhersagen auf unseren Geräten zeigten unterschiedliche Varianten! Wir entschieden uns für die Variante Dėsirėe, das hiess: ohne Regen wandern.

Bis in den Nachbarort mussten wir auf der Strasse marschieren. Dort führte Weg durch eine enge Gasse zwischen den Häusern durch und bald sehr steil bergan. Nach der steilsten Partie ging es auf einer kleinen: auf das kleine Dorf Amarela zu. Mitten im Dorf standen einige Bewohner vor einem Haus. Fröhlich riefen und winkten sie über den Dorfplatz: feliz navidad y buen camino! Wir winkten und riefen zurück.

Der Weg führte durch lichten Eukalyptuswald und noch bevor wir wieder absteigen mussten, sahen wir wieder aufs Meer und in der Ferne die Umrisse von Finisterra. Jubelnd und voller Vorfreude nahmen wir die letzten Kilometer unter die Füsse. Für mich hat dieses Ziel die grössere Bedeutung.

Schritt für Schritt kamen wir näher an den Ort.
Endlich, nach 150 Tagen und vielen,vielen Kilometern erreichten wir den Strand von Finisterra.
Wir überlegten nur kurz bevor wir unsere Rucksäcke in den Sand stellten, Schuhe und Socken auszogen, Hosenbeine hochkrempelten und ins schäumende Wasser rannten. ZIEL ERREICHT!

Mit herrlich erfrischten und wohlig warmen Füssen marschierten wir ins Städtchen. Die Pension Lopez war gut ausgeschildert und leicht zu finden. Die Señora begrüsste uns freundlich, führte uns in den dritten Stock mit der Bemerkung: es lohnt sich die Treppen hoch zu steigen. Tatsächlich hatte man von oben eine wunderschöne Sicht auf den Hafen und das Meer (danke Norbert für den Tip!). Wir durften sogar aussuchen in welchem Zimmer wir schlafen wollten.

Heiner und ich wollten noch ans Kap Finisterra, Simon begleitete uns, Dėsirėe blieb im Zimmer und ruhte sich aus. Zum Kap und zurück waren es nochmal sieben Kilometer. Die Señora machte ein bedenkliches Gesicht. Es sei Sturm angesagt und heftige Regenfälle. Wir sollen vorsichtig sein, uns beeilen und möglichst schnell wieder zurück kommen.

Es war wirklich heftig! Nass und vom Wind durchgerüttelt erreichten wir den Leuchtturm. Die Treppe hinunter konnte ich mich am Geländer halten, ich traute mich nicht loszulassen, der Wind war zu stürmisch.
Heiner hielt mich schliesslich fest und gemeinsam legten wir unseren Stein vom Ufer des Rheins am Ende der Welt nieder.

2 Kommentare:

  1. Silvia DuttweilerDezember 24, 2013

    Also seit Ihr am Ziel angekommen. Ich wünsche Euch allen ganz schöne Weihnachtstage, die habt Ihr Euch verdient. Lg

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Martins
    Ihr habt euch ja ein wunderbares Weihnachtsgeschenk gemacht. Gratulation zur Ankunft in Finisterra. Dank den spannenden und ausführlichen Berichten konnten wir an eurer Pilgerreise teilnehmen. Vielen Dank. Kommt wieder gut nach Hause. Die Rucksäcke werden ja jetzt ohne Rheinkiesel wesentlich leichter sein.
    Herzliche Grüsse von Lisbi und Fritz

    AntwortenLöschen