Dienstag, 3. Dezember 2013

130. Tag, Dienstag, 3.12.13

Vilela - Vilanova de Lourenzá, 21 km
In der Nacht hörten wir einen Kauz und eine Eule. Ab und zu in der Ferne einen Hund bellen, sonst war es absolut ruhig.
Am morgen hatte es Frost, die Wiesen schimmerten weiss.
Wir packten uns gut ein und marschierten noch vor Sonnenaufgang los. Das Restaurant öffnete seine Pforte erst um zehn, so lange wollten wir heute nicht warten. Señor hat gesagt: nach zwei Kilometer gebe es eine Bar wo man Frühstück haben kann. Direkt am Camino. Wie recht er hatte. Bloss wird dort Momentan renoviert, keine Konsumation möglich. Wie gerne hätten wir ein heisses Getränk gehabt, das letzte gab es gestern um zwei Uhr! Heute Morgen musste kaltes Wasser und Brot als Energielieferant reichen. Weiter, immer weiter. Für die nächsten Kilomter war keine genügend grosse Ortschaft am Weg, dass wir auf eine Bar hätten hoffen können. Galicien ist dünn besiedelt und das spüren wir bereits.
So genossen wir die Landschaft, die Stimmung beim Sonnenaufgang, die Herbstfarben und das Wandern an einem schönen Herbsttag. Die Gärten und Felder sind noch nicht ganz leergeräumt, die Bauern mähen noch immer Gras und bringen das dem Vieh in den Ställen. Die Bauernhöfe haben nicht die enormen Grössen wie wir das Andernorts gesehen haben. Das Land ist Hügelig und nicht geeignet um mit grossen Maschinen bewirtschaftet zu werden.

Unser Weg führte heute auf den ersten elf Kilometer vorwiegend bergauf. Es wurde uns so warm, dass wir sogar die Jacken ausziehen konnten. An einem sonnigen, windgeschützten Platz machten wir Mittagsrast.
Nach einer Verschnaufpause ging es erneut bergauf und um zwei Uhr Nachmittags konnten wir endlich etwas warmes trinken. Eine offene Bar! Es hätte auch eine Herberge in diesem Dorf, aber keine Einkaufsmöglichkeit und unsere Vorräte sind aufgebraucht. Da wir noch fit genug waren, beschlossen wir bis zur nächsten Herberge zu gehen. Diese Ortschaft hat etwa 3000 Einwohner und gute Verpflegungs- und Einkaufsmöglichkeiten. Die Herberge befindet sich beinahe am Ortsausgang und ist laut Beschreibung im ehemaligen Zentrum für künstliche Besamung. Die gasbetriebenen Heizöfen die es hier haben sollte sind irgendwie abhanden gekommen.
Kalte Herbergen sind wir nun gewöhnt.

1 Kommentar:

  1. Silvia DuttweilerDezember 04, 2013

    Schön, Madeleine, dass es Dir wieder besser geht. Ihr könnt ja glücklich sein, seit Ihr doch bis jetzt ohne grössere Blessuren oder Krankheiten unterwegs. Irgendwie sind die in Spanien noch nicht im Winter angekommen, dass überall nicht geheizt ist oder gar keine Möglichkeit dafür ist. Zieht Euch warm an, damit Ihr nicht noch kurz vor dem Ziel krank werdet. Weiterhin alles Gute. Lg

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