Donnerstag, 29. Juni 2017

29.06.17, Inari

Donnerstag. Der gestrige Tag ging mit einer herrlichen Mitternachtssonne zu Ende. Eine Viertelstunde vor Mitternacht zog es mich an den See. Auf dem Platz war es still, keiner war draussen. Ich machte einige Fotos, genoss den schönen Anblick und freute mich, dass mein Angetrauter auch an den See kam. Tröpfchenweise erschienen doch noch einige Leute aus den verschieden Wohnmobilen oder Häuschen. Eine Österreicherin freute sich ebenso an der Mitternachtssonne wie wir. Sie ist auf dem Rückweg vom Nordkapp und hatte dort oben auch Wetterglück. Das sei auch sehr schön gewesen und absolut nicht selbstverständlich. Sehr oft spiele das Wetter nicht mit. Kalt und windig war es, dafür hatte es keine Gelsen. Bitte was? Gelsen? Ist das eine spezielle Art von Touristen? Lachend sagte sie: Gelsen, Stechmücken.

Heute werden wir von Hundegebell geweckt. Unser übernächster Nachbar hat einen deutschen Schäferhund. Grrrr, das ist nicht die angenehme Art von Mitcamper, wenn dem Hundegebell nicht Einhalt geboten wird. Auch unsere Nachbarn werden geweckt. Sie packen klappernd ihren Wohnwagen. Bestimmt sind jetzt alle wach, man muss also keine Rücksicht nehmen.

Im Lauf des Vormittags packen wir unseren Rucksack und marschieren ins Dorf. Inari hat etwa 500 Einwohner im Ort selber, auf dem ganzen Gebiet das zu Inari gehört sind es 6774 Einwohner. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 17'000 Quadratkilometer, das ergibt 0,46 Einwohner pro Quadratkilometer! (Quelle: Wikipedia)
Wir marschieren zum Sami Museum. In einem modernen Gebäude wird dem Interessierten alles was zur Geschichte, zum Leben und zur Kultur der Samen (Einwohner von Lappland)gehört näher gebracht. Auch der Jahresablauf in der Tier- und Pflanzenwelt wird gezeigt und erklärt. Spannend und interessant, wenn nur der Text nicht so klein geschrieben wäre. Zum lesen muss man ganz nahe vor die Wände stehen und verdeckt damit anderen Besuchern einiges. Heute sind zum Glück nicht so viele Museumsbesucher da.
Sehr gut gemacht ist der Aussenbereich. Da stehen Hütten, Speicher, Zelte, Schutzhütten für Tiere und andere Behausungen die aus verschieden Orten hierher gebracht und wieder aufgebaut wurden. Manche der 'Häuschen' sind sehr einfach gemacht, sie dienten vor allem den umherziehenden Samen und ihren Tieren als Schutzhütten. Oft war eine einfache Feuerstelle in der Mitte und Birkenreisig rundum diente als Sitz- oder Liegefläche.

Nach dieser Informationsflut im Museum wandern wir zügig dem Fluss Juutua entlang.
Für Kanufahrer und Fischer ist er eine Herausforderung und einige Stellen soll man lieber nicht befahren, die Stromschnellen sind zu gefährlich. Schon mancher habe hier sein Leben gelassen. Unsere Wendemarke ist nach der Fussgängerbrücke. Die zu überqueren ist meine heutige Herausforderung. Die schwankende Unterlage und das brodelnde, stark strömende Wasser lassen meinen Puls in die Höhe schnellen.
Um sieben Uhr Ortszeit sind wir zurück in unserer Behausung, kurz danach beginnt es wieder zu regnen. Wir stehen auf einer aufgeweichten Wiese mit etlichen Spuren unserer Vorgänger. Wenn das nur klappt mit dem raus fahren morgen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen