Donnerstag, 7. November 2013

104. Tag, Donnerstag, 7.11.13

Liendo - Santoña / Berria,
14 km
In der Nacht hatten wir ein Schnarchkonzert. Zwei Pilger waren richtiggehende Könner. Ich war froh, dass beide im anderen Zimmer schliefen, Wand und Türen dämpften wenigstens etwas.
Am Morgen verliessen wir als erste die Herberge. Die Polen sassen noch beim Frühstück, die Franzosen waren am Schuhe anziehen und der Belgier wartete auf irgendetwas. Wir wollten die etwas längere, dafür schönere Kasper-Route nehmen. Mit einem kleinen, unbeabsichtigten Umweg durch ein Quartier, schafften wir den Einstieg in den Weg doch. Es war wirklich ein Einstieg, denn es ging steil bergauf. Ich hatte so meine Zweifel ob wir den richtigen Weg erwischt hatten. Markierung war in diesem Abschnitt kaum vorhanden. In unserem Buch war beschrieben, dass man an verlassenen Häusern vorbei kommt und die sah man, zu meiner Erleichterung, schon von weitem. Landschaftlich sah es beinahe aus wie in den Schweizer Bergen, mit dem Unterschied, dass man Ausblicke auf das Meer geniesst. Mir fehlen die Worte um diese Schönheit zu beschreiben. Alles was mir in den Sinn kommt ist zu fad.
Ein grosser Augenblick hatten wir, als wir beinahe ganz oben waren und die Seeadler auf dem gegenüberliegenden Berg entdeckten! Wir zählten 19 dieser majestätischen Vögel. Elegant schwebten immer wieder einige weg und andere kamen hinzu. Das Herz hüpft einem in der Brust, wenn man so etwas in der Natur draussen erlebt.

Auf der anderen Seite des Berges ging es steil nach unten. Die ganzen Höhenmeter die wir aufgestiegen waren galt es wieder abzusteigen. Wir mussten Meereshöhe erreichen, denn es ging noch fünf Kilometer dem Strand entlang zur kleinen Fähre.
Die Hospitaliere in Liendo hatte uns informiert, dass die Fähre von 9 Uhr bis 19 Uhr pendelt und 1.70 Euro kostet. Dem Strand entlang machten wir zügig vorwärts, weil wir befürchteten, dass die Fährleute Siesta machen. Tatsächlich machen sie jetzt keine Siesta, der Fährbetrieb wird um 14.30 Uhr eingestellt. Dafür kostet es zwei Euro.
Wir waren um 13.30 an der Anlegestelle und wurden sogleich vom Boot abgeholt.

Beim Tourist Office auf der anderen Seite erhielten wir den Stempel und einen Stadtplan mit dem Hinweis, dass sich die Herberge am Stadtrand befindet. Von der Hospitaliere wussten wir, dass es eine Jugendherberge ist und nicht den besten Ruf geniesst. Da die Übernachtung im Mehrbettzimmer in diesem Etablissement auch 15 Euro pro Person kostet, dachten wir für 40 Euro bekommen wir ein Zimmer das wir nicht mit anderen teilen müssen in einer Pension. Wir machten uns auf die Suche. Bei der ersten Pension wurde die Tür nicht aufgemacht. Die zweite war zu luxuriös, danach war Siesta, da geht nichts mehr. Bei einem Bier überlegten wir den weiteren Weg. Da wurde uns bald klar, wenn wir jetzt zur Pension in Berria (Pensione Berria) gehen, sind es morgen schon etwa zwei Kilometer weniger, da dies an der morgigen Strecke liegt. Damit es nicht allzu einfach ist, marschierten wir durchs Naturschutzgebiet und kamen so von der anderen Seite in den Ort. Da zuerst ein Hostal am Weg lag fragten wir dort für ein Zimmer. No,no, aber fünf Minuten weiter vorn Pensione Marquesa erklärte uns die Frau. Noch während wir uns umdrehten zog sie ein Telefon aus der Tasche.
Wir marschierten in die angegebene Richtung, vorbei an einem geschlossenen Hotel, vorbei am zweiten geschlossenen Hotel, da sahen wir weiter vorn das Schild Pensione Marquesa. Daneben eine Cafebar / Ristorante. Beides sah ziemlich geschlossen aus. Jedoch stand vor der Bar ein älterer Mann, den wollte ich fragen. Als er uns über die Strasse kommen sah, drehte er sich um und ging ins Haus. Dafür kam uns sein Frau entgegen mit dem Schlüssel in der Hand! Das Buschtelefon hat funktioniert! Wir haben ein günstiges Zimmer in einer Pension und ausser uns schnarcht hier niemand.

Mittwoch, 6. November 2013

103. Tag, Mittwoch, 6.11.13

Castro Urdiales - Liendo,
18 km,
Beim verlassen des Ortes, heute morgen, stellten wir fest: man hätte doch in der Herberge übernachten können. Die Information im Buch ist wohl überholt.

Am Ortsrand waren die Häuser und die Umgebung nicht mehr so gepflegt. Es war für die Nase eine Wohltat danach durch ein Stück Eukalyptuswald zu wandern. Der Himmel war bewölkt, Wind wehte kaum noch und die Temperatur brachte uns bald zum schwitzen. Bald mussten wir Kleiderschichten entfernen. Wir konnten kurzärmlig (Heiner auch in kurzen Hosen) marschieren. In einer kleinen Ortschaft machten wir auf der Kirchenmauer eine Früchtepause. Danach gelangten wir auf einen wunderschönen Wegabschnitt und der allerschönste Pique-nique Platz war von den Kühen besetzt! Da wir erst kurz vorher Früchtepause hatten, war das nicht so tragisch.

Nach dem Mittagessen ging der Weg auf der Strasse weiter. Bei Sonnenschein musste wieder ein grösserer Hügel bezwungen werden, etwa 6 km lang und 200 Höhenmeter.
Als wir am späteren Nachmittag den Zielort erreichten, ging es noch 1,5 Kilometer durch das langgestreckte Dorf bis zur Unterkunft. Ein belgischer Pilger war schon dort, dann kamen wir zwei Schweizer, nach uns trafen noch ein französisches Paar und etwas später ein polnisches Paar ein. Ein herrliches Völkergemisch.

Dienstag, 5. November 2013

102. Tag, Dienstag, 5.11.13

Pobeña - Castro Urdiales,
15 km
Wir konnten Nachts nicht gut schlafen, weil der Wind an den Läden rüttelte und um die Ecken pfiff. Immer wieder erwachten wir ab dem Lärm und stellten dann fest: es regnet immer noch. Hoffentlich gelingt es dem Wind die Regenwolken zu vertreiben.

Es wurde viel zu schnell morgen, wohl oder übel mussten wir aus dem Bett. Für heute waren einige Kilometer auf wunderschönen Klippenpfaden geplant. Der Blick aus dem Fenster zeigte uns: grau, grau und immer noch nass. Der Wetterbericht liess uns hoffen, bloss die angekündigte Windstärke hinterliess ein mulmiges Gefühl.
Nach dem Frühstück mussten wir zuerst mit dem Bus zurück nach Pobeña. Dort wo wir den Jakobsweg verlassen hatten wollten wir wieder starten. In Windjacke und Regenhosen, den Rucksack unter der Regentüte geschützt ging es los. Von der Bushaltestelle in Pobeña ging der Weg über einen grossen Parkplatz, dann zwischen zwei Häuser durch und über eine laaaaange Treppe hoch (160 Stufen) auf den Klippenweg. Es wurde atemberaubend schön. Atemberaubend in doppelten Sinn: auf dem Weg über dem Meer waren wir den heftigen Windböen ziemlich ausgesetzt. Was waren wir doch froh über unsere Stöcke, auf vier Beinen ist man einfach standfester.
Uns begegneten Spaziergänger und Jogger, folgedessen fühlten wir uns sicher. Andernfalls hätte ich Zweifel gehabt, ob es nicht leichtsinnig ist bei diesen Windböen auf dem Klippenweg zu laufen.
Noch bevor wir den Ort Ontón erreichten, rochen und sahen wir die Spuren eines Buschbrandes. Mehrere Hektaren abgebranntes Hügelland. Kein schöner Anblick.
Nach dem Ort mussten wir auf der Strasse einen grösseren Hügel bewältigen. Das war eine schweisstreibende Angelegenheit bergauf und eine akrobatische Leistung bergab. Zuerst waren wir auf der windgeschützten Seite, danach bekamen wir die volle Ladung! Mal blies der Wind von vorne, dass wir mit ganzem Gewicht dagegen stemmen mussten, dann blies er von der Seite und probierte ob er uns in den Strassengraben pusten könne. Es hat sicher lustig ausgesehen, wir mussten auch lachen, aber es war sehr anstrengend.

Wir waren erleichtert, als wir den Zielort heil und trocken erreicht hatten. Bis zur Öffnung des Tourist Offices belohnten wir uns mit einem Dessert.
Vom Office bekamen wir einen Stadtplan wo alle Hotels, Pensionen und sonstige Unterkünfte eingezeichnet waren. Es sei sicher kein Problem ein Zimmer zu finden, da nicht Wochenende sei. Wir sollen einfach fragen.
Bei der ersten Pension stockte unser Schritt nur kurz ... nein, da nicht. Die Zweite war auch nicht passend, die dritte sah gut aus und da wurden wir auch eingelassen.
Es gäbe hier auch eine Pilgerherberge, vom April bis Oktober. Morgen sollten wir, laut Buch, auf eine ganzjährig geöffnete Herbe treffen.

Montag, 4. November 2013

101. Tag, Montag, 4.11.13

Portugalete - Pobeña, 14 km.
Wetter: Regen, 16 Grad, Wind: 25 km/h
Beim Start von der Pension zogen wir bloss unsere Regenjacke an. Wir wollten noch in eine Cafebar, mit leerem Magen kann man nichts leisten. Nach 50 Meter hatten wir schon Glück. Cafe con leche und Gipfeli, damit konnten wir dem Wetter trotzen.
Dann montierten wir die volle Regenmontur. In Spanien sieht der Himmel bei Regen gleich grau und trüb aus wie in Frankreich und überall. Und es ist nass!
Der Weg war sehr gut markiert. Die beinahe ganze heutige Strecke war ein separater Wander- und Radweg. Das war auch gut so, denn wir haben Autobahnen, Autostrassen, Strassen, Kreisel, Brücken gesehen zum Teil auf fünf oder sechs Ebenen. Wandervögel Landeier kamen nicht aus dem Staunen heraus. Unterwegs trafen wir auf drei grosszügig angelegte Pique-nique Plätze, ausgestattet mit mehreren Sitzgruppen, Abfalleimer und Wasserstelle. Alles sehr sauber und gepflegt, aber .... sehr nass.
An unserem ersten angepeilten Übernachtungsplatz hiess es: completo. Ein anders Hotel gab es nicht im Ort. Wir sollen im Nachbarort fragen. Im nur ein Kilometer entfernten Pobeña gibt es sogar eine Pilgerherberge die ab November geschlossen ist. Weil wir diese Information schon hatten, versuchten wir es beim Hotel. Wir dachten: im November ist es sicher nicht mehr ausgebucht. Aber wenn durchnässte Pilger fragen ist es plötzlich voll. In Pobeña gab es nochmal das gleiche Spiel: tut uns leid, completo. Versucht es doch im vier Kilometer entfernten Nachbarort. Dazu hatten wir aber keine Lust mehr. Wir hatten an der Refuge-Tür einen Zettel von einem BnB gesehen. Es wurde sogar angeboten Pilger vor der Refuge abzuholen. Frau holte das Telefon hervor und telefonierte auf englisch. Da der andere Teilnehmer auch nicht besser englisch konnte, klappte die Verständigung bestens. Wir wurden abgeholt, bekamen ein schönes, sauberes Zimmer, Informationen über Einkaufsmöglichkeiten und wie wir morgen wieder auf den Jakobsweg zurück gelangen. Es regnet immer noch ....

Sonntag, 3. November 2013

100. Tag, Sonntag, 3.11.13

Bilbao - Portugalete, 15 km
Die Geräuschkulisse auf der Strasse liess morgens um drei langsam nach. Da es ein konstantes Palavern war und nicht unregelmässig laut und leise, konnten wir trotzdem schlafen. Um halb zehn verliessen wir leise die Wohnung. Unser Gastgeber schlief noch, da er bis morgens um vier gearbeitet hat.
Auf der Strasse blickten wir uns zuerst etwas ratlos um. Wo bekommt man Sonntags um diese Zeit schon einen Kaffee? Alle Bars waren noch geschlossen. Die Bäckerei vis a vis der Kathedrale war schon offen, so konnten wir Gipfeli für sofort und Brot für unterwegs erstehen. Wir kamen auf die Idee, dass es am Bahnhof bestimmt schon Kaffee gibt. Das ist nicht weit und danach nur etwa 200 Meter zurück auf den Jakobsweg. Unterwegs sprach uns ein junger Spanier an, ob wir etwas suchen. Ja, einen Kaffee. Jetzt, in diesem Moment? Ja, jetzt. Oh, das sei schwierig, die Bars machen nicht so früh auf. Die Leute gehen zuerst in die Kirche und erst danach Kaffee trinken. Ja, Bahnhof sei eine gute Idee. Er habe vor zwei Jahren eine grosse Wanderung gemacht, deshalb seien wir ihm auch aufgefallen. Leider spreche er nicht gut englisch und 'buen camino'.
Beim Bahnhof bekamen wir tatsächlich Cafė con leche.

Der Jakobsweg aus der Stadt (wobei 'aus der Stadt' nicht ausserhalb Wohngebiet bedeutet) führte am Fluss Nervión entlang. Vorbei an berühmten Skulpturen und Bauten. Immer wieder mussten wir fotografieren. Die Calatrava-Brücke, das Guggenheim-Museum mit der Spinnen-Skulptur und dem Blumenhund Puppi. Beim letztgenannten wurden wir mit unseren Rucksäcken aber selbst zu Foto-Objekt. Gage haben wir keine bekommen, aber ein kurzes, nettes Gespräch auf französisch.
Bei einem Pavillon neben dem Guggenheim-Museum erstanden wir uns einen Orangensaft und ein Muffin. Die Bedienung zeigte mir freudig ihr Armband, sie sei auch den Jakobsweg gegangen.

Nach einigen Kilometern wurde die Umgebung immer trister. Verlassene, verlotterte Industriegebiete, Gebäude dem Zerfall preis gegeben. Auch die weniger schönen Gebiete gehören zum Weg. Die Menschheit hinterlässt Spuren, dessen soll man sich bewusst sein.
Etwas später kreuzten wir eine Strasse die eine Fussgängerzone mit allen Annehmlichkeiten aufwies. Es war sowieso Zeit zum Austreten und ins Gebüsch gehen war heute nicht möglich. Also Kaffeehalt. Beim wieder Aufbrechen reichte uns die Serviererin ein Häppchen mit Käse: die sei für auf den Weg und 'buen camino'.
Es wurde uns heute so oft 'buen camino' gewünscht und sogar über die Strasse zugerufen. Ja, wir hatten heute einen guten, behüteten Weg. Die Passanten schauten, dass wir den richtigen Weg gingen. Wir müssen uns erst noch an die neue Markierung gewöhnen.
Um nach Portugalete zu gelangen überquerten wir den Fluss auf der 50 Meter hohen Biskaya Brücke (UNESCO Weltkulturerbe). Das Tourist Office hatte bereits wieder geschlossen. Stadtplan???
Mit Hilfe von unserem Pilgerbüchlein tasteten wir uns Strasse um Strasse voran. Im Buch wurde uns nebst der Pilgerherberge (die nur im Sommer offen ist) noch eine kleine Pension empfohlen. Dies suchten wir. Die Strasse führte so steil bergan, dass die Spanier da kurzerhand Freiluft-Fussgänger-Rollbänder gebaut haben. Sehr Pilgerfreundlich! Ein älterer Spanier wies uns die Strasse zur Pension. Wir suchten ein angeschriebenes Gebäude. Da winkte weiter oben auf der Strasse ein Mann. Wir beachteten ihn nicht. Er winkte heftiger, Heiner drehte sich schliesslich um, weil er sehen wollte wem da gewunken wird. Der Passant hinter uns, deutete Heiner, dass dieses winken uns gelte. Häää?? Tatsächlich, das galt uns. Der Mann machte das Zeichen für 'schlafen' und winkte uns, ihm zu folgen. Er führte uns in ein Haus, holte an der kleinen Reception die Schlüssel, zeigte uns zwei unterschiedliche Zimmer und die dazugehörenden Preise. Wir entschieden uns für ein Zimmer und bei der Anmeldung stellten wir fest: es ist die Pension die wir gesucht haben. Es ist uns ein Rätsel weshalb dieser Mann ausgerechnet in dem Moment draussen war und uns von der Strasse holen konnte. Wir hätten die Pension nie gefunden .... sie ist nicht angeschrieben!

Samstag, 2. November 2013

99. Tag, Samstag, 2.11.13

St. Jean-de-Luz - Bilbao
150 Km mit dem Bus.
Wohnung räumen und Rucksack packen dauerte bis elf Uhr. Danach nochmals ein paar Schritte durchs Quartier. Um zwölf Uhr holte uns Stephan ab und brachte uns zur Bushaltestelle.
Bis San Sebastian schien noch zeitweise die Sonne, aber die Wolkendichte nahm zu. Das Meer wirkte unruhig und es hatte hohe Wellen.
Pünktlich um zwanzig vor vier waren wir am Busbahnhof in Bilbao. Unsere Informationen mit der Lage der Busstation stimmte nicht ganz ....! Wir versuchten uns zu orientieren oder einen Hinweis zu finden wo lang es zum Tourist Office geht. Hhhhmmmmmm ..... zwei Landeier in der Riesenstadt Bilbao! Keinerlei Spanischkenntnis ausser 'Hola, Adios und por favor'! In den Strassen um den Busbahnhof brodelte es vor lauter rot-weissen Fans eines Fussballclubs. Polizisten versuchten das ganze zu kanalisieren. Ha ... Polizei .... hmmm: Freund und Helfer? Ist das hier auch so? Wir liefen kurzerhand über die Kreuzung zu den Polizisten. Mit unserem Pilgerführer in der Hand sagte ich: por favor und zeigte auf den Plaz wo wir hin wollten. Der Polizist deutete auf die Strassenbahn und machte danach die Handbewegung für
'zu Fuss'? Wir deuteten 'zu Fuss'. Er holte im Auto einen Plan und zeichnete uns sogar ein welche Strassen wir gehen sollen. Gracias!
Nun war es leicht den Weg zum Tourist Office zu finden. Das Office war in einer Halle mit vielen Schaltern. Wir mussten eine Nummer ziehen und schauen über welchem Schalter unsere Nummer aufleuchtete. Dort konnte ich mein Anliegen auf englisch vorbringen. Die Dame zeichnete uns auf dem Stadtplan den Weg zur Kathedrale ein. Dann sah sie auf unserem Plan die Adresse unserer Unterkunft und markierte das auch gleich. Es ist nicht weit versicherte sie uns. Selbstverständlich machte sie uns gerne einen Stempel in den Pilgerpass und wollte natürlich wissen aus welchem Land wir sind. Fazit: die Dame hätten wir auch auf deutsch ansprechen können.

Kaum waren wir wieder draussen begann es zu regnen. Zuerst stellten wir uns unter, aber nach einer gewissen Zeit holten wir doch unsere Regenhaube und Jacke hervor. Am Anfang unseres ersten Teils des Jakobswegs hatte es stark geregnet (Etappe Frenkendorf - Basel), auf der ersten Etappe der Via Lemovicensis (nach Vėzelay) hatte es heftig geregnet und jetzt beginnt der dritte Teil ebenfalls mit Regen. Von Manuela haben wir die Nachricht erhalten, dass ein Sturm über St. Jean-de-Luz gefegt sei. Es sei sogar das Dach eines Einkaufzentrums eingestürzt.

Unsere Unterkunft wurde von unserer Schwiegertochter organisiert und ist ein BnB in der Altstadt von Bilbao, nur ca. 50 Meter von der Kathedrale entfernt. In den Gassen ist eine Geräuschkulisse und ein Menschenauflauf wie wir das von der Fasnacht kennen. Wandervögel Landeier kamen nicht aus dem Staunen heraus.
Wir haben uns das erste Mal mit Tappas verpflegt und das was in unseren Augen aussah wie irgendwas mit Käse war irgendwas mit Fisch.

Freitag, 1. November 2013

98. Tag, Freitag, 1.11.13

St.Jean-de-Luz.
Unser letzter Tag hier war geprägt von Vorbereitungen für die Weiterreise. Wäsche waschen, Gepäck optimieren, letzte Karten und Briefe schreiben, Kühlschrank leer essen und nochmal einen Spaziergang am Meer. Viel Wind brachte heute wieder hohen Wellengang. Dies freute vor allem die Surfer die wir beobachten konnten.
Am Abend trafen wir uns nochmal mit Manuela und Stephan. Es war ein ganz gemütlicher Ausklang des letzten Ferientages.