Montag, 28. Oktober 2019

28.10.19, Zarauz

Montag. Manchmal sieht man schon komische Reaktionen bei den Mitcampern. Heute morgen fuhr eine Frau mit ihrem WoMo auf die Ablassstelle. Ein grosser Platz mit einer langen Rinne für das Schmutzwasser. Sie ist vorwärts über die Rinne gefahren und hat nicht bedacht, dass bei ihrem Fahrzeug das Ablassrohr hinten unter dem Heck angebracht ist. Der Überhang vom Fahrzeug war ausserhalb des Feldes, das Gefälle bereits auf die falsche Seite. Trotzdem hat sie den Hahn geöffnet und das ganze Schmutzwasser über den Platz laufen lassen. Sie hat zugeschaut und ganz lapidar zur Tochter gesagt: „oh, blöd, da ist etwas schief gegangen.“ (Sie hat deutsch gesprochen) Wenn sie ihr Fahrzeug rückwärts platziert hätte wäre das Wasser, ohne dass sie Punktgenau platziert gewesen wäre, problemlos in die dafür vorgesehene Rinne gelaufen.

Wir stiegen nach dem Frühstück zum Strand hinunter. Meine Beine fühlen sich nach wie vor gummig an. Meine ganze Kraft ist irgendwo verloren gegangen, Schlappheit hat sich breit gemacht. Das kann ja wohl nicht so weiter gehen. Da ich die Symptome schon zur Genüge kenne, einfach meist spät auf die Idee komme, habe ich heute beschlossen: ich muss in eine Apotheke und ein Eisenpräparat besorgen.


Zuerst genossen wir den Strand, die Promenade und ein leckeres Stück Tortilla. Tja, auf den spanischen Rhytmus haben wir uns noch nicht ganz eingestellt. Danach waren die Apotheken natürlich geschlossen: Siesta bis um halb fünf! Irgendwie mussten wir die Zeit bis dahin ausfüllen.
Langsam stiegen wir Schritt um Schritt bergauf durch den Wald zur kleinen Kapelle der Heiligen Barbara. Nicht wegen der Barbara, aber wegen der Aussicht und einem Geocache.


Unterwegs stiessen wir auf dicke Korkeichen und auf mehrere Erdbeerbäume (Bot.: Arbutus unedo). Diese roten Früchtchen kennen wir von Portugal: nur mässig süss, etwas mehlig im Geschmack und unheimlich klebrig an den Schuhen. Wir setzten unsere Füsse vorsichtig und gezielt auf die fruchtfreien Stellen.


Hinunter führte der Weg durch Reben.


Oh, wir fanden gelbe Pfeile und die Symbole der Jakobsmuschel. Jetzt haben wir schon wieder ein kleines Stück des uns noch fehlenden Jakobswegs erwandert.

Wieder in der Stadt mussten wir erst unseren Durst löschen. Wir setzten uns draussen an einen Tisch. Bei der Kellnerin wollte ich Bier bestellen. Mit Händen, Mimik und einem Schwall spanisch machte sie uns begreiflich, dass man draussen nur 'comer' (essen) bestellen kann. Das Getränk muss man selber drinnen holen. Auch gut, dazu sind wir noch fähig. Grinsend holten wir unser Bier am Tresen.

In der Apotheke versuchte ich der Apothekerin auf englisch begreiflich zu machen, dass ich etwas benötige um den Iron Level zu heben. Sie machte ein 'black face', schaute mich verständnislos an. Iron kapierte sie nicht, aber als ich 'Ferritin' sagte huschte ein verstehendes Lächeln über ihr Gesicht. Ob ich ein flüssiges Präparat möchte oder Pillen wollte sie wissen, und schon händigte sie mir eine Schachtel des Gewünschten aus.
So, ab jetzt gehts wieder aufwärts mit meiner Kraft! Aber vorerst musste ich mit der noch vorhandenen den Heimweg schaffen. Auf jeden Fall erreichten wir unsere HeiMatd noch vor dem dunkel werden.

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