Dienstag, 6. Oktober 2020

06.10.2020, Lausanne - Morges

Dienstag. Am späteren Vormittag fuhren wir mit dem Zug zurück nach Lausanne. Den Aufstieg zur Kathedrale schenkten wir uns, gestern sind wir schon genug in der Stadt am Hang herumgestiefelt. Wir nahmen die direkte Linie zum See und bogen dort auf den Uferweg ein. Bei Lausanne Vidy stiessen wir auf die Jakobswegsroute, bloss benötigten wir die Wegmarkierung heute nicht. Es ist recht einfach alles auf dem Uferweg bis zum heutigen Etappenziel Morges zu wandern. Schwierigkeiten bereitete uns zeitweise das Wetter. Windig, manchmal etwas nass, wurden wir geschoben oder gebremst. 








 

Hin und wieder wurde ein Fotostop eingelegt und während einem Regenguss ein Kaffeehalt. Wir erreichten den Campingplatz just in dem Moment als der Himmel einmal mehr die Schleuse öffnete. Egal, jetzt waren wir im Trockenen.

 

Montag, 5. Oktober 2020

03. - 05.10.2020, Chalet-a-Gobet - Mudon - Lausanne



03.10.2020 Lausanne

Samstag. 

Christina hat Geburtstag und das ist Anlass einen wanderfreien 
Tag und einen Stadtbummel zu machen. Bei schönstem Sonnenschein genossen 
wir einen Spaziergang am See und am Abend ein leckeres Nachtessen im 
Restaurant.

04.10.2020, Chalet-a-Gobet - Moudon
Sonntag. 

Heute marschierten wir kurzerhand in die umgekehrte Richtung. 
Dies hatte den Vorteil, dass wir gleich beim Campingplatz starten 
konnten und nicht noch lange auf den Bus warten mussten. Das Wetter war 
am Morgen noch ganz akzeptabel und das wollten wir ausnutzen. 


 

Wegen den kühlen Temperaturen trugen wir die Regenhosen über den Wanderhosen und 
das war bei meinem Sturz von Vorteil. Es passierte bei einem steilen 
Abstieg auf einem Holzsteg. Als Rutschschutz war ein Drahtgeflecht 
darüber gespannt. Bei mir nützte das Ding jedoch gar nicht! Bevor ich 
irgendwie reagieren konnte, knallte ich auf den Hosenboden. Ziemlich 
ungemütlich sass ich auf den schmierigen Planken. Langsam rappelte ich 
mich auf, rieb das schmerzende Hinterteil und probierte die 
Beweglichkeit meiner Beine. Inzwischen hatten zwei Wanderer von hinten 
aufgeschlossen. Sie erkundigten sich, ob ich mich verletzt habe. Der 
junge Mann sagte, ihm sei gerade vorhin das gleiche passiert.
Mit noch grösserer Vorsicht marschierten wir weiter. Der Boden ist vom 
starken Regen sehr aufgeweicht, wir mussten öfters grossen Pfützen 
ausweichen. Auf den Höhen hatten wir heute schöne Sicht auf die Berge. 


 
Aber auch auf die drohenden Regenwolken. Wir schafften es beinahe 
regenfrei bis Moudon. Im Bus zurück machte sich die Müdigkeit deutlich 
bemerkbar. Nur nicht einschlafen und die Haltestelle verpassen!

05.10.2020, Chalet-a-Gobet - Lausanne
Montag. 

Die Männer verschoben unsere fahrenden Hotelzimmer nach Morges. 
Wir nahmen die nächsten Kilometer in Angriff. Auch heute verpackten wir 
uns gut, die Wetteraussichten sahen nicht so erfreulich aus. 



 

Trocken konnten wir starten, trocken erreichten wir die Aussenbezirke von 
Lausanne. 

Während dem Mittagessen beschlossen wir: wir marschieren weiter als  ursprünglich
geplant. Guter Dinge und voller Elan wanderten wir nach dem Essen los. 
Plötzlich hatte ich das Gefühl, meine Schuhe sind zu locker geschnürt. 
An pssender Stelle zog ich die Schnürsenkel fester und da fuhr mir der 
Schreck in die Glieder! Oh nein! Die Nähte lösen sich auf! Beim nächsten 
Regen gibt es ganz schnell nasse Füsse! Betrübt betrachtete ich meine 
geliebten Wanderschuhe. 

 


Bis in die Stadt muss es gehen, aber weiter wage ich es damit nicht mehr. 





Zielstrebig marschierten wir zur Kathedrale, fassten den Stempel und 
machten uns danach auf die Suche nach neuen Wanderschuhen. Im dritten 
Geschäft wurde ich fündig. Inzwischen hatten Regen und Windböen 
eingesetzt. Wir entschieden die heutige Wanderung zu beenden und mit dem 
Zug nach Morges zu fahren.



 

Samstag, 3. Oktober 2020

01. /02.10.2020 Autigny - Romont - Morges

Donnerstag. Die Strecke von Autigny bis Romont können wir nicht rühmen. Bis auf etwa 500 Meter war die ganze Strecke auf Asphalt. Eine der kürzesten Etappen bescherte uns brennende Füsse.


 Je näher wir Romont kamen um so bedrohlicher sahen die Wolken aus. Heiner und Hans warteten auf dem Stellplatz unterhalb der Stadtmauer auf uns. Das Städtchen leuchtetet uns von weitem entgegen und mit Schwung nahmen wir den Aufstieg in Angriff. Exakt in dem Moment als wir auf den Stellplatz einbogen begann es zu regnen. Rasch retteten wir uns in die trockene Behausung. 





 

Etwas später wagten wir uns ins Städtchen. Romont gilt als Zentrum der Glasmalerei der Schweiz. Das Glasmuseum im Schloss ist sehenswert. Unter anderem wird in einem Video gezeigt wie Glasscheiben hergestellt werden. Interessant! Ich wusste nicht, dass zuerst Zylinder geblasen werden, dann ein Schnitt gemacht wird und danach das Ganze im Feuer geöffnet und zu einer Scheibe geglättet wird.




Freitag. Bequem konnten wir direkt vom Wohnmobil aus auf die Jakobswegroute starten. 


 

Die Hoffnung auf weniger Asphalt wurde nicht wirklich erfüllt. Von den 15 Kilometern waren höchstens deren fünf auf Naturstrasse. Das Bergpanorama das man von einem Teilstück aus gesehen hätte war von Nebel verhüllt. 'Jä nu', Hauptsache es regnet nicht. Entlang der Broye marschierten wir stramm auf Moudon zu. 

 


Für die heutige Etappe brauchten wir weniger Zeit als gedacht. Den Pilgestempel konnten wir in der Kirche St. Etienne, am Endpunkt der Tagesetappe, machen. 



 

Danach gab es den obligaten Kaffee bevor wir den Bus nach Chalet-à-Gobet suchten. Die Männer hatten unsere fahrenden Hotelzimmer bereits auf dem dortigen Campingplatz installiert.

 

Mittwoch, 30. September 2020

30.09.2020, Fribourg - Autigny

Mittwoch. Rund um den Campingplatz Düdingen lag am morgen herbstlicher Nebel. Im Laufe des Vormittags lichtete er sich zusehends und bis wir auf den Bus gingen hatte es nur noch vereinzelte Schleier. Die Landschaft zeigte sich in einem zauberhaften Kleid.

Heiner und Hans fuhren mit uns mit bis Fribourg. Während wir uns auf die Weiterwanderung machten, besichtigten sie die Stadt.

Unsere Route führte vom Bahnhof Fribourg nach Villars-sur-Glane, über die alte Brücke St. Appoline und an der gleichnahmigen Kapelle vorbei nach Posieux. 



 

Dort machten wir, weil die Gelegenheit gegeben, einen Kaffeehalt. Auf den nächsten Kilometern hielten wir Ausschau nach einer Sitzgelegenheit, es wäre längstens Zeit für den Lunch. Endlich, um 14.30 Uhr sichteten wir ein etwas nasses Exemplar. Mittlerweile waren wir so hungrig, dass uns die Nässe nicht abschrecken konnte. Auch die düstere Umgebung war nebensächlich, Hauptsache 'hocken'! Meine Regenhosen diente als Schutz, damit unser Hosenboden trocken blieb. Oh schmeckten die an einem Marktstand gekauften Empanadas lecker. Man hörte nichts mehr ausser Vogelgezwitscher und Mmmhhh, Mmmhhhh.

Schade fanden wir nur, dass 200 Meter weiter die schönste Bank im Sonnenlicht am Waldrand stand und wir das nicht gesehen hatten. Und 500 Meter weiter ein super Rastplatz! Leider sind solche Gegebenheiten nicht in unseren Unterlagen angegeben.

Mit vollem Bauch konnten wir die Umgebung wieder geniessen, plaudern und Fotos machen. Wir durchquerten Posat, stempelten in der Kapelle am Weg unsere Pilgepässe, füllten unseren Wasservorrat mit dem angeblichen Heilwasser (es schmeckt viel besser als das Wasser aus der Leitung vom Campingplatz) und nahmen die letzten Kilometer bis Autigny unter die Füsse.





 

Dort angekommen versuchten wir zuerst vergeblich Heiner oder Hans zu erreichen. Weil es mit ÖV ab Autigny bis Düdingen zu umständlich wäre, wollten sie uns mit dem Auto abholen. Vorgesehen war: anrufen, Shutlebus bestellen und im Restaurant die Wartezeit überbrücken. Tatsächlich passiert: Telefonanruf wurde nicht gehört oder lief ins Leere und die 'Beiz' hatte geschlossen. Ich versuchte es per Whatsapp, Messenger, SMS und schliesslich per Whatsapp Anruf bei Heiner. Nach einer halben Stunde sah Heiner auf seinem Handy meine vergeblichen Kontaktversuche und rief zurück. Sie waren bloss vorne bei der Rezeption gewesen und hatten keinen Empfang, respektive: es wurde nicht gehört. Sofort machten sie sich auf den Weg um uns müde Pilgerinnen abzuholen. Wir waren dankbar, dass wir uns einfach ins Auto setzen konnten und ohne drei Mal umsteigen den Campingplatz erreichten.

 

Dienstag, 29. September 2020

29.09.2020, Schwarzenburg/Sodbachbrücke - Fribourg

 Dienstag. Hans fuhr uns heute wieder zum Ausgangspunkt zurück. 


 


 

Wir Frauen starteten warm gekleidet und mit Regenhüllen versehen auf die Strecke über Heitenried, St. Antoni, Tafers, Menziswil bis Fribourg. Am Mittag klarte der Himmel immer mehr auf und wir konnten Schicht um Schicht entfernen. Die Wegmarkierung ist deutlich besser geworden und auch die Pilgestempel müssen wir nicht mehr suchen. 

 










Fribourg ist sehenswert, hat schöne Altstadtbauten und herzige Gassen. Bei unserer Ankunft am Stadtrand sahen wir sofort den tiefen Saanegraben den wir durchqueren mussten. Mit den vielen Fotomotiven an der Route spürten wir die Höhenmeter kaum. 







 

Aber im Zug zurück nach Düdingen holte uns die Müdigkeit ein. Eiligst schrieben wir per Whatsapp: wir sind so müde und mögen nicht mehr kochen! Bitte kocht für uns Teigwaren, das Fleisch auf den Grill und Salat dazu. Es klappte wunderbar!