Dienstag, 14. Mai 2019

Blog wird nachgeliefert!

Liebe Freunde, liebe Leserinnen und Leser

momentan haperts an der Internetverbindung. Geduld, es wird alles nachgeliefert. Versprochen!
Bis bald und liebe Grüsse in die Heimat.

Sonntag, 12. Mai 2019

12.05.13, Cahersiveen

Sonntag. Mein Angetrauter mag wieder zur üblichen Zeit aus dem Schlafsack kriechen. Auch sein Gesicht und die Körperhaltung wirkt anders als gestern. Gut, da können wir die grosse Wanderung auf die Insel Valentia in Angriff nehmen. Schon nur bis zur Fähre sind es etwa vier Kilometer.

Schon bald nach dem Start verheddern sich die Schnürsenkel von Christinas Wanderschuhen und sie stürzt mit dem linken Knie auf die Gehsteigkante und mit der Schulter knallt sie auf die Strasse. Zum Glück ist in dem Moment kein Auto auf unserer Höhe! Sie muss sich auf die Böschung setzen und einen Augenblick abwarten, dann erst können wir kontrollieren was verletzt ist und ob die Wanderung noch machbar ist. Wir desinfizieren die Schürfungen und kleben Pflaster. Umkehren? Nein, Christina will weiter. Eine halbe Stunde später sind wir am Fähranleger.
Die Überfahrt ist kurz und dauert nur einige Minuten. Nach einem Kaffeehalt im Restaurant am Hafen marschieren wir zum Leuchtturm,
danach steuern wir den Fundort von Tetrapod Spuren an.
Diese Saurierspuren soll ein Schweizer Geologe entdeckt haben. Die Aussicht und das tiefblaue Meer begeistern uns mehr als die Spuren auf den Felsen.
Es ist bereits Zeit den Rückweg anzutreten, die letzte Fähre setzt um 17 Uhr über. Eine halbe Stunde vor Dienstende sind wir wieder auf dem Schiff. Oh, dieser ewige Wind geht bis auf die Knochen. Wir sind müde, da friert es einem noch viel mehr. Auf der anderen Seite wissen wir: jetzt sind es noch vier Kilometer bis zum Campingplatz. Die Batterien sind leer, die Reserven beinahe aufgebraucht. Da setzt man einfach einen Fuss vor den anderen und versucht nicht zu viel zu denken. Allmählich setzt bei Christina die Reaktion auf den Sturz ein: die Schulter schmerzt, das Handgelenk ist leicht geschwollen und schmerzt und für das bunt gefärbte Knie ist nun auch genug.
Bevor wir das Abendessen kochen können brauchen wir eine Pause.

11.05.19. Cahersiveen

Samstag. Heute morgen genügte ein Blick in Heiners Gesicht und ich wusste: er ist krank! Er fühlte sich 'angeschlagen' und nicht so fit, aber er wollte trotzdem an die frische Luft und einen Spaziergang machen. Das Wetter war zu verlockend und draussen gehe es ihm immer besser, wenn er nicht fit sei.
Am späten Vormittag marschierten wir ins Dorf und danach über die Brücke auf die kleine gegenüberliegende Insel. Da man auch hier alles auf den engen Strassen wandern muss, fanden wir das nicht so attraktiv. Bald kehrten wir um, Heiner sollte ja auch den Heimweg noch schaffen. Bei der kleineren Kirche mitten im Ort blieben wir stehen. Ist das jetzt tatsächlich eine Pizzeria? Laut Aushang muss das so sein. Täglich ab 5PM stand auf einem Plakat. Hmm, da könnten wir am Abend Pizza holen!
Wieder im WoMo musste Heiner seine nassgeschwitzten Kleider wechseln. Es ist nicht so, dass es hier warm ist, bei knapp 14 Grad und steifer Brise kommt nicht wirklich Wärme auf. Aber er ist glücklich kann er die blöden 'Käfer' raus schwitzen.
Am Abend fühlte er sich gut genug um mit uns in die Pizzeria zu gehen. Es sieht sehr gediegen aus und vor allem: es riecht gut! Wir bekamen sehr leckere Pizzas und sogar Heiner mag die ganze verputzen. Ja, es geht ihm besser.

Freitag, 10. Mai 2019

10.05.19, Glengarriff – Cahersiveen

Freitag. Gestern Abend bekamen wir Besuch von einem Zürcher, der seit zwanzig Jahren hier auf der Insel lebt. Nick, der Campingplatzbesitzer habe ihm gesagt, dass Schweizer auf dem Platz seien. Heinz wollte uns nur kurz begrüssen und einige Tipps geben. Einmal mehr wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass man den Ring of Kerry klugerweise im Gegenuhrzeigersinn befahren soll, weil alle Busse so fahren und kreuzen sehr schwierig sei. Gut, danke, das werden wir beherzigen. Über den Caha Pass gebe es drei Felsentunnel, dort könne man nicht kreuzen, aber man sehe den Gegenverkehr gut. Heinz genoss es, schweizerdeutsch zu palavern.

Heute morgen hatte es kaum Wind, so nutzten wir die Gelegenheit und frühstückten draussen an der Sonne. Wir bekamen nochmal Besuch von einem Schweizer der hier lebt. Heinz habe ihm gesagt, dass Schweizer auf dem Platz seien. Er hat das Baselbieter Kennzeichen am Fahrzeug gesehen und wollte wissen woher wir sind. Er habe einige Jahre in Liestal gelebt. Nun sei er bereits seit fünf Jahren hier und arbeite auf dem Campingplatz als Allrounder. Zum Kaffee trinken hat er keine Zeit, er müsse arbeiten.

Wenig später packen wir zusammen und machen uns reisefertig. Ab Glengarriff geht die N 71 in vielen Kurven bergauf bis auf den Caha Pass. Und plötzlich sind sie vor uns, die Felsentunnel.
Wir haben keinen Gegenverkehr und können gut passieren. Wieder auf Meereshöhe erreichen wir Kenmare, eine Kleinstadt die wir zur Mittagszeit durchqueren müssen. Ein Parkplatz ist äusserst schwierig zu ergattern, trotzdem brauchen wir dringend Bargeld. Heiner hält bei einer Bank, Christina und ich hüpfen hinaus und beeilen uns mit dem Bargeldbezug. Bei dem Verkehrschaos wieder auf die Fahrbahn gelangen, wenn man rückwärts aus der Parklücke muss und so direkt auf die Fahrbahn gerät ist nicht einfach. Heiner fährt, ich stelle mich an den Strassenrand und winke hastig, als ich eine kleine Lücke erspähe. Tut mir leid, es geht nicht anders, sonst stehen wir am Abend noch da.

Nun haben wir den Ring of Kerry erreicht, fahren jedoch bis Killarney weiter. Erstens wegen der Route im Gegenuhrzeiger und zweitens, weil uns ein Campingplatz empfohlen wurde. Wir fahren über einen weiteren Pass: Moll's Gap und erreichen wenig später den Aussichtspunkt Ladies View. Von hier sieht man auf eine schöne Seenlandschaft.
In Killarney fahren wir am Campingplatz vorbei. Wir müssen unsere Lebensmittelvorräte für das Wochenende auffüllen. Zudem möchten wir dem Rummel in Killarney ausweichen, es ist ein Pferderennwochenende.

Sechzig Kilometer weiter fahren wir auf einen Platz direkt am Meer. Hier wollen wir bis Montag bleiben. Auch auf diesem Platz wird nur Barzahlung akzeptiert, das begegnet einem in Irland häufig. Gut haben wir auch diesbezüglich Vorgesorgt. Wir können bar bezahlen und erhalten im Gegenzug einen schönen Stellplatz.

09.05.19, Glengarriff, Garinish Island

Donnerstag. Wir marschieren ins etwa zwei Kilometer entfernte Städtchen. Ab da kann man mit dem Boot zur 'Blumeninsel' fahren. Wir lassen uns das kurze Stück übers leuchtend blaue Wasser schippern und knipsen unterwegs eifrig die faul auf den Felsen liegenden Robben. In dieser Bucht lebt eine grössere Kolonie dieser Tiere.
Nach wenigen Minuten erreichen wir die Anlegestelle auf Garinish Island. Wir sind gespannt auf diesen 'italienischen Garten' der einst vom Parlamentsabgeordneten Annan Bryce angelegt wurde. Seit 1953 ist die Insel öffentlich zugänglich.
Wir spazieren unter hohen Bäumen und zwischen blühenden Büschen und geniessen Ansichten und Aussichten. Zwei Stunden später lassen wir uns nach Glengarriff zurück bringen.
Auf dem Rückweg zum Campingplatz können wir eine stattliche Hirschkuh beim naschen beobachten.

08.05.19, Clonakilty – Mizen Head – Glengarriff

Mittwoch. Nach meinem Besuch im Sanitärgebäude am Morgen treffe ich den Farmer und Campingplatzbesitzer vor dem Stall. Er fragt, ob ich gleich bezahlen wolle. Ja, aber meine Geldbörse sei im Wohnmobil gebe ich zur Antwort. Gut, er komme in etwa fünf Minuten zum kassieren.
Er ist dann froh, dass ich ihm das Geld gerade passend aushändigen kann. Wo wir heute hin fahren will er wissen. Mizen Head? Gut, bis wir dort seien, werde es trocken sein. Momentan gebe es noch ein bisschen Regen, aber das geht vorbei. Nächste Woche sei das Wetter gut und wärmer. Vielleicht hat er das Murmeltier befragt!

Der erste Zwischenhalt machen wir beim Drombeg Stone Circle. Dieser Steinkreis wurde uns wärmstens empfohlen. Für uns war einfach blöd, dass uns der Parkplatz wegen einer Höhenbegrenzung verwehrt wurde. Es können nur PW's auf den Besucherparkplatz, Kleinbusse und Wohnmobile sind offenbar nicht erwünscht. Auf der Strasse parken kann man nicht, da die Breite nur gerade für ein Fahzeug reicht. Wir stellten unser Gefährt vor ein Weidetor und marschierten die paar hundert Meter bis zum Steinkreis. Die Anlage ist sehenswert. Auf mehreren Tafeln wird einem einiges mit Text und Zeichnungen erklärt.
Der zweite Kurzstopp (ohne Höhenbegrenzung) machten wir bei einem 4000 Jahre alten Altar. Auch die Aussicht aufs Meer ist an dieser Stelle eindrücklich und: es hat bereits aufgehört zu regnen.
Der dritte Stopp war dann deutlich Ausgiebiger. Für die Besichtigung der Halbinselspitze Mizen Head benötigt man schon etwas Zeit. Museum und Landschaft sind beachtenswert.
Erst am späten Nachmittag fuhren wir die restlichen Kilometer bis Glengarriff. Auch die Reception auf diesem Platz schien verwaist. Auf einem Anschlag sahen wir die Preisliste. Schluck. Das ist schon ziemlich teuer. Motorhome mit zwei People 35 Euro, Zusatzperson 10 Euro, Strom 5 Euro, zusammengerechnet: 50 Euro! Das deutsche Fahrzeug vor uns fuhr gerade wieder weg. Wir suchten im Katalog nach einer Alternative und wollten gerade das Navi rechnen lassen, als uns ein Mann aus einem Nebengebäude entgegen kam. Ob wir zur Reception wollen, fragte er, wir können schon anmelden. Nun wollte ich wissen wieviel die Übernachtung koste. Motorhome mit zwei Personen koste 35 Euro, Strom und Dusche inbegriffen. Auf meinen Einwand wir seien drei Personen, meinte er, er könne uns das für 35 Euro geben. In der Zwischenzeit hat noch ein Fahrzeug gewendet und ist wieder weg gefahren. Der Preis im Aushang ist einfach zu teuer. Wir akzeptieren die 35 Euro wenn keine Aufpreise mehr kommen und werden uns einig.

07.05.19, Garrettstown – Clonakilty

Dienstag. Heute gibt es ein grosses Frühstück mit gebratenem Schinkenspeck, Rühreiern, Brot und die üblichen Zutaten. Wir fahren nicht so weit, deshalb beeilen wir uns nicht. Kurz vor Mittag fahren wir los und erreichen den Farmcamping bei Clonakilty etwa um halb eins. Die Reception wirkt verlassen, unaufgeräumt und staubig obwohl von 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends offen sein soll. Wir drücken auf den Klingelknopf wie auf einem Zettel empfohlen, aber nichts passiert. Nach mehrmaligem läuten tragen wir unsere Daten in das aufliegende Gästebuch, schnappen uns einen Situationsplan und gehen zu Fuss einen Platz aussuchen. Wir stellen unser Gefährt und installieren alles. Bevor wir in die Stadt gehen versuchen wir es nochmal mit der Anmeldung. Immer noch keine Reaktion. Dann halt später.
In der kleinen Stadt hat es eine Miniatureisenbahn ähnlich wie die im Tessin. Wir schlendern durch die Anlage bis wir ganz durchfroren sind. Bei Kaffee und Kuchen können wir uns aufwärmen.
Im Laufe des Nachmittags beginnt es stärker zu regnen, der Einkaufs- und Stadtbummel macht nicht mehr so viel spass. Gerne hätten wir irgendwo einen Aperitiv genommen, aber die Bars haben noch nicht geöffnet.
Fürs Abendessen sind wir zwar etwas früh, aber im Chinarestaurant geht das problemlos. Dummerweise haben wir alle drei eine Vorspeise gewählt, jedes erhält drei Frühlingsrollen! Beim Hauptgang sind die Reis- und Fleischschalen üppig gefüllt, es schmeckt so lecker, dass wir einfach zu viel in uns hineinstopfen. Anschliessend torkeln wir, nicht nur wegen dem Wein, Richtung Campingplatz.
Wir starten den dritten Versuch uns anzumelden, Fehlanzeige. Obwohl wir nicht rechtsmässig angemeldet sind, schlafen wir herrlich.