Montag, 10. November 2014

Fotos

Finisterra

















Muxia















Leis












Monasterio del Carracedo
Ponferrada
Leon
Die Handschrift von Antonio Gaudi.

Sonntag, 9. November 2014

8./9.11.14, Villamartin de la Abadia - Leõn

Samstag. Regen, Regen, Regen den ganzen Tag. Gegen Mittag wagten wir uns ins Dorf in den einzigen Laden. Super Susi prangte ein grosser, grüner Schriftzug an der Fassade. Im wohnzimmergrossen Verkaufslokal konnte man von Socken, Unterhosen, Wasch- und Körperpflegeprodukten zu Früchte und Gemüse bis Fleisch und Brot alles haben. Sogar einen Sonnenhut oder Regenschirm könnte man kaufen. An der Theke steht man an und sobald man an der Reihe ist, kann man das Gewünschte verlangen. Die Frauen des Dorfes tauschten die Neuigkeiten aus und es herrschte trotz der Enge eine lustige Stimmung. So hat man in der Schweiz vor 50 Jahren auch noch eingekauft. Gibt es noch solche 'Tante Emma-Läden' in Helvetien?

Am Nachmittag sortierten wir Fotos und versuchten die Wäsche, die bei der draussen herrschenden hohen Luftfeuchtigkeit nicht trocknen wollte, im Camper fertig zu trocknen.

Sonntag. Die Wolkendecke hatte sich schon am Morgen aufgelockert. Zaghaft schaute die Sonne durch die Fenster. Beim morgendlichen Gang zum Sanitärgebäude musste ich die warme Jacke anziehen. Auf der Weiterfahrt sahen wir weiss überzogene Hügelkuppen. In Ponferrada machten wir einen kleinen Zwischenhalt. Das Thermometer zeigte acht Grad, es fühlte sich höchstens wie drei Grad an. Die Bise liess uns frösteln. Eilig strebten wir unserem Besichtigungsobjekt zu: die Tempelritterburg. Ein Bauwerk von imposanter Grösse. Wir waren zu früh, im Winter gibt es Sonntags andere Öffnungszeiten. Da wir noch einige Kilometer fahren wollten und Leõn auch mit Sehenswürdigkeiten lockte, beschränkten wir uns auf die Besichtigung von aussen.

In Leõn suchten wir den Wegweiser zu Camperstellplatz. Weder in unserem Navi noch in der Strassenbeschilderung fanden wir die Angaben. Schliesslich parkten wir auf dem Parkplatz für Tagestouristen und begaben uns zu Fuss zum Tourist Office. Dort bekamen wir einen Stadtplan und die nette Dame kreiste uns den Stellplatz mit dem Hinweis, dass wir dort 48 Stunden stehen dürfen, ein. Gleich gegenüber vom Office steht prunkvoll die Kathedrale, deren Buntglasfenster sensationell sein sollen. Doch Pech für uns, hier ist das Gegenteil von Ponferrada .... im Winter an Sonntagen nur am Vormittag geöffnet. Ebenso das Pantėon mit seinen sehenswerten Temperamalereien.
Beim Bummel durch die Altstadt fiel uns noch ein Gebäude auf: das Casa de Botines. In unserem Buch steht, dass dieses Haus, mit den für den Bauherrn typischen Türmchen von Antonio Gaudi erbaut wurde.

Die kalte Luft liess uns bald zum Fahrzeug zurück gehen. Nun konnte ich im Navi den Strassennamen eingeben und die freundliche Stimme lotste uns durch die Stadt zum Stellplatz.

Freitag, 7. November 2014

7.11.14, Fonsagrada - Villamartin de la Abadin

Freitag.
Wind und Regen bescherten uns eine unruhige Nacht. Bis auf den Scheinwerfer, der das Haus oberhalb unseres Standplatzes beleuchtete, war es völlig dunkel. Gegen sechs Uhr morgens erwachten wir beide. Ein ungewohntes Geräusch liess uns horchen. Trapp, trapp, trapp machte es auf dem Camperdach. Was für ein Tierchen benutzt unser Häuschen als Spielwiese? Seit dem ein Marder an den Kabeln beim Motor genagt hat, möchten wir diese pelzigen Kerlchen gar nicht mehr in unsere Nähe lassen. Schnell öffnete ich die Dachluke und Heiner schaute zur Tür hinaus. Diese Aktivitäten vertrieben unseren Gast.
Mann stellte fest, dass unser Fahrzeug mittlerweile in einem kleinen See steht. Wir hofften, dass bis zum Aufbruch das Wasser weg ist, zumal der Nachschub von oben unterbrochen war.
Beim Frühstück schien bereits die Sonne und im Vergleich zu gestern abend war es mild. Der kleine See bei unserem Platz hatte sich verflüchtigt.
Während der Weiterfahrt konnten wir diese Berge endlich geniessen. Souverän steuerte mein Angetrauter unser Gefährt über die Paßstrassen. Sie sind nicht mit den Bergstrassen in unserer Heimat zu vergleichen. Hier geht es oft den Bergen entlang, manchmal durch einen kleinen Tunnel, öfters über eine Brücke von einem Abhang zum Nächsten. Mir standen mehr als einmal die Nackenhaare quer! Diese Brücken liessen mich nach Luft schnappen. Heiner lachte nur wenn ich mich wie oben auf der Achterbahn fühlte.
Aber die Aussicht in die herbstliche Landschaft war wunderschön.
Unterwegs kreuzten wir immer wieder Pilger. Es hat Auffallend viele Asiaten dabei.

Allmählich rollten wir wieder talwärts. Die Landschaft änderte das Aussehen, Rebhänge prägten das Bild, goldgelb wurde die vorherrschende Farbe.
Kurz vor der Siesta standen wir vor der Barierre des Campingplatzes in Villamartin. Auf den letzten zwei Plätzen konnte ich nicht waschen, hoffentlich klappt das hier, es ist dringend notwendig. Vergebens suchte ich im Sanitärgebäude die Waschmaschine. Schliesslich fragte ich die Platzbetreiberin. Ja, sie habe Maschinen, ich könne die Wäsche bei ihr abgeben und bekomme sie dann gewaschen zurück. Aufhängen könne man unter dem Dach neben dem Sanitärgebäude.

Später marschierten wir zum Monasterio de Sta. Maria de Carracedo. Dieses Kloster hat eine sehr alte Geschichte und anhand des grossen Besucherparkplatzes wohl auch kulturelle Bedeutung. Leider verstanden wir von der spanischen Beschriftung gar nichts, trotzdem war es die drei Euro Eintritt wert. Die Anlage hatte sehr grosse Ausmasse und bot sicher vielen Nonnen Unterkunft. Die Mauerresten, das was noch vorhanden ist und das was gepflegt und erhalten wird, machten Eindruck. Es war wiederum einige Fotos wert. Sobald wir das nächste Mal W-Lan haben, werden Fotos nachgeliefert.

Donnerstag, 6. November 2014

6.11.14, Leis / Muxia - A Fonsagrada

Donnerstag. Wir sind auf dem Weg Richtung Ponferada auf einem kleinen Campingplatz in Fonsagrada gelandet.
Am Morgen fuhren wir bei leichtem Nieselregen los. In der Gegend von a Coruna schien zeitweise die Sonne, trotzdem mochten wir nicht bleiben. Die vorherrschende Hektik machte ganz kribbelig. Also wendeten wir bei nächster Gelegenheit und fuhren Richtung Lugo. Der Abstecher nach Fonsagrada brachte uns auf beinahe 1000 Höhenmeter. Jetz ist der Himmel gänzlich Wolkenüberzogen und der Wind rauscht durch die Bäume und rüttelt an unserem WoMo.

Mittwoch, 5. November 2014

5.11.14, Santiago de Compostela - Muxia / Leis

Mittwoch. Nachts erwachten wir mehrere Male vom prasseln des Regens. Die Fahrt nach Muxia wünschten wir uns regenfrei. Zuerst sah es nicht danach aus. Während dem Zusammenpacken und entsorgen fielen immer wieder Tropfen und liessen uns hastig hin und her eilen.
Bei leichtem Regen und viel Nebel starteten wir in Santiago. Unterwegs bestaunten wir die vielfältigen Grauschattierungen am Himmel. Wenn die Sonne versuchte die Wolkendecke zu durchbrechen, es beinahe und doch nicht ganz schaffte, liess sie seltsame Nebelbilder entstehen.
In Finisterra besuchten wir nochmal den Leuchtturm und hatten wiederum kein Wetterglück. Zwar wehte bei weitem nicht so ein heftiger Wind wie beim letzten Besuch, aber die Regentropfen machten auch keinen spass. Schnell wollten wir im Restaurante etwas warmes trinken, stiegen eilends die Stufen hoch zum Eingang des auf den Felsen thronenden Hauses um entäuscht vor der verschlossenen Tür kehrt zu machen. Beim Abstieg zerrten Windböen am Schirm und drohten ihn umzustülpen. Wir flüchteten in unsere HeiMatd. Und siehe da: während des Mittagessens kam uns die Sonne foppen.
Weiter ging die Fahrt bis Muxia. Wir waren gespannt was sich bei der an Weihnachten vom Blitz getroffenen Kirche getan hat. Beim Spaziergang vom Dorf bis zur Kirche genossen wir das Rauschen des Meeres und die tanzenden Wellen.
Neben der Kirche steht ein Kran, die Baustelle ist abgesperrt, Gerüste zeugen von intensiven Arbeiten. Das Wichtigste: die Mauern ragen nicht mehr wie nackt gegen den Himmel, das neue Dach ist schon fertig!
Was uns im letzten Jahr zum Abschluss unserer Pilgerreise fehlte, holen wir heute nach. Wir steigen über die Felsen, begrüssen und verabschieden das Meer, schauen lange dem wilden Spiel der Wellen zu, machen viele Fotos und können nun einen Schlusspunkt hinter unseren Jakobsweg setzen.

Dienstag, 4. November 2014

3. / 4.11.14, Santiago de Compostela

Montag
Das Wetter hielt, was der Wetterbericht verprochen hatte. Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet und liess reichlich Wasser herunter. Bei solchem Wetter schickt man nicht mal einen Hund vor die Tür. Wir igelten uns ein und liessen die Stunden verstreichen.
Am späteren Nachmittag liess der Regen etwas nach, ja es gab sogar Phasen wo es kaum noch regnete. Eine solche 'Fasttrockenphase' nutzen wir um ins grosse Einkaufscenter as Cancelas zu gehen. Nur 50 Meter Luftlinie vom Campingplatz entfern. Da wir nicht fliegen können, mussten wir der Strasse entlang. Mit noch leeren Einkaufstaschen waren die 400 Meter schnell bewältigt.
Auf drei Etagen kann der Kunde von einem Laden in den nächsten stolpern. Es hat sowohl für den Kunden mit normalem Budget wie auch für jene die nicht auf die Preisetikette schauen müssen Geschäfte und sollte jemand Durst oder Hunger verspüren hat man etwa zehn Restaurants zur Auswahl. Da hat es von der Kaffeebar über Sushibar, Bierlokal, bis zum exklusiven Restaurant alles was das Herz begehrt.
Martin's tätigten die ersten Weihnachtseinkäufe. Am Schluss von der Einkauftour suchten wir im Carefour unsere benötigten und gewünschten Lebensmittel zusammen. Da hätten wir uns doch beinahe in diesem Laden verlaufen. So viele Quadratmeter Einkaufsfläche, so eine grosse Auswahl, da wird einem Angst und Bang. Wie soll ich bei 50 Sorten Mehl entscheiden welches ich für meine Camperküche brauchen kann? Bei allen anderen Lebensmitteln das selbe .... irgendwann habe ich einfach ins Regal gegriffen und gehofft, dass das Produkt brauchbar ist. Frau Landei fühlt sich in solchen Situationen nicht so wohl und Herr Landei ist da auch keine Hilfe (Anmerk. der Redaktion: aber er schleppt es nach Hause).

Dienstag
Neuer Tag, selbes Wetter. Nein, nicht ganz selbes Wetter, es ist Blitz und Donner dazu gekommen. Es hat sehr spürbar abgekühlt. Die Wassermassen von oben sind nicht ganz so reichlich geflossen wie gestern, so konnten wir zur Mittagszeit nochmal einen Bummel durch die Altstadt machen.
Auf dem Campingplatz hat es Wechsel gegeben. Unser Nachbar mit dem Landcruiser mit Bimobil Wohnkabine ist weiter gereist. Die beiden wollen nach Marokko. Dafür ist jetzt ein Camper mit SH Kennzeichen neben uns. Das Fahrzeug trägt die Aufschrift: der fliegende Holländer. Der Fahrer ist gebürtiger Niederläder.
Zuvorderst in der Reihe steht ein WoMo mit SZ Kennzeichen. Dieses Paar will den Winter über nach Portugal. Wenn ich an die kalten Tage denke, möchte ich mich am liebsten anschliessen.

Sonntag, 2. November 2014

1. / 2.11.14, Santiago de Compostela

Samstag
Gestern war ein kirchlicher Feiertag: Allerheiligen. Wir strebten der Altstadt zu, weil wir zu hoffen wagten, dass an einem so wichtigen Tag der Botafumeiro in der Kathedrale zum Einsatz kommt. Wir hatten schon viel gehört und gelesen über diesen Brauch. Es braucht mehrere Männer um das Seil mit dem schwingenden, rauchenden 'Kessel' zu betätigen (dies kann man auf YouTube sehen). Bei unserer Ankuft im letzten Dezember hatten wir diesbezüglich kein Glück.

Es hatte schon viele Leute in der Kathedrale. Die beiden Querschiffe, wo der Botafumeiro durchschwingt, waren schon gut besetzt. Wir fanden im Hauptschiff weit hinten noch Plätze. Beste Aussicht auf die mächtige Orgel die links und rechts in den Gang ragte.
Wir warteten gespannt auf den klaren, hellen Gesang der Nonne, der den Beginn der Feier anzeigte. Auf den Gesang der Frau warteten wir vergebens, dafür kam plötzlich Bewegung in das Aufhängeseil des Botafumeiro. Der Kessel wurde hinunter gelassen, dann stieg Rauch in die Kuppel empor und mit kurzem, zwei oder dreimal raschem Auf und Ab begann der Botafumeiro zu schwingen. Hin und her, über die Köpfe der Anwesenden hinweg, soweit die Bögen der Querschiffe eine Bewegung zuliessen, schwang das rauchende Fass. Böse Zungen behaupteten, dies wurde früher gemacht um die vielfältigen Gerüche der weit gereisten Pilger zu neutralisieren.
Nach einigem Schwingen wurde das Fass wieder in der urspringlichen Position befestigt. Dann schritt eine Prozession mit Musik zum Beginn des Hauptschiffes. Dort stellten sich die sechs Musikanten zur Seite. Unter Gesang schritt die Prozession durchs Hauptschiff nach vorn und dann konnte die eigentliche Messe beginnen. Obwohl wir kaum ein Wort verstanden, empfanden wir es als sehr feierlich.
Nach eineinhalb Stunden waren wir wieder draussen im Sonnenlicht. Wir spazierten zum Parque de la Finca do Espino.
Danach am Rande der Altstadt zum Parque de Eugenio Granell. Unterwegs stillten wir unseren aufkeimenden Hunger in einem Strassencafe mit einem sehr leckeren Bocadillo. Knuspriges Brot mit fein geschnittenem, getrocknetem Schinken und geschmolzenenem Käse.
Da das Wetter besser war als ursprünglich gemeldet, wollten wir noch auf den Monte Viso. Von dort oben soll man die bessere Aussicht auf Santiago haben, als vom Monte do Gozo.
Es wurde ein schweisstreibender Aufstieg, aber die Anstrengung hatte sich gelohnt:
Bevor es dunkel wurde strebten wir eilig zurück Richtung Campingplatz. Ganz in der Nähe unseres Standortes befindet sich das riesige Einkaufszentrum As Cancelas. Da die Geschäfte bis 22 Uhr geöffnet haben, konnten wir unsere Einkäufe um 19 Uhr noch längstens tätigen.

Sonntag
Leise rieselte am morgen Regen aufs Dach. Ideal um sich auf die andere Seite zu drehen und weiter zu schlafen. Wir haben uns gestern Abend schon auf einen ganz faulen Tag eingestellt und so sollte es auch kommen.
Bis weit in den Nachmittag hinein regnete es. Stunden um zu lesen und sich von den gestrigen zum Teil ansterengenden Kilometern zu erholen.