Donnerstag, 20. November 2014

Ab 19.11.14, El Masnou / Barcelona - Schweiz

Manchmal bin ich etwas schwer von Begriff. So auch gestern einige Kilometer vor der spanisch - französischen Grenze. Die Gegend liess mich nicht in Begeisterungstürme ausbrechen. Trotzdem soll ja auch die Beifahrerin die Augen offen haben. Mir fielen die in gewissen Abständen stehenden weissen Plastikstühle am Strassenrand auf. Hat da jemand elegant entsorgt? Immer nur ein einzelner Stuhl ...! Manchmal noch mit Sonnenschirm.
Dann sah ich eine hübsche, junge Frau auf so einem Stuhl. Ahh, Obstverkäuferin ..... wo ist das Obst???
Bei der dritten, sehr reizend angezogenen Dame, fiel bei mir der Groschen. Von wegen Obst verkaufen ..... Haha! Die verkaufen sich!!!
Und während mir die anderen Wohnmobile ins Auge fielen, sah mein Angetrauter netzbestrumpfte, ellenlange in hochhackigen Schuhen steckende Beine. Und bei meinen Gazellenbeinen bekommt er einen Lachkrampf.
Es ist gut fahren wir nun nach Hause. In wenigen Tagen sind wir zurück.
Bis bald.

Dienstag, 18. November 2014

15. - 18.11.14, El Masnou, Barcelona

Samstag - Dienstag
Vier Tage Sonnenschein und kühler Wind. Stundenlang streifen wir durch Barcelona und geniessen diese wundervolle, herrliche, pulsierende Stadt.
Auch wenn den Touristen das Geld aus den Taschen gezogen wird .... es lohnt sich diese Stadt zu besuchen.

Freitag, 14. November 2014

4.11.14, Zaragoza - El Masnou, Barcelona

Freitag
Das Geräusch des Regens auf dem Dach begleitete uns beim Aufstehen, während dem Frühstück, beim Zusammenpacken, beim Losfahren.
Die heutige Etappe: 300 Kilometer bis ans Mittelmeer.
Die Gegend hat Regen dringend nötig. Die Bäche und viele Flüsse sind ausgetrocknet oder nur noch ein schmales Rinnsal. Ausserhalb Zaragoza waren die Strassen trocken, die Umgebung glich einer Wüste, überall rotbraune, ausgetrocknete Erde, zähes Steppengras oder halb verdorrte Büsche.
Mehr als hundert Kilometer fuhren wir durch solche trostlose Gegend. Ab und zu einige Häuser in den selben Farben wie die dürre Landschaft und deshalb kaum zu erkennen.
Allmählich konnte man Bemühungen sehen das Land zu bewirtschaften: Felder, durchzogen von Bewässerungssystemen, wechselten sich ab mit Flächen von Gestrüpp. Nach nochmal etwa 50 Kilometer zogen terassenartig angelegte Felder an uns vorbei. In dieser Zone ist die Landwirtschaft bereits erfolgreicher. Die Strasse führte nun abwechslungsweise bergauf und bergab. Seltsam mutete es an, wenn auf der linken Seite die Böschung braun verdorrt war und auf der anderen Strassenseite hatte es grünes Gras oder Büsche, manchmal sogar Bäume. Dann erreichten wir die stolze Höhe von 520 M ü. M und somit auch dichten Nebel. Ein leichter Sprühregen nässte die Frontscheibe und liess uns angestrengt die Fahrbahn fixieren.
Sobald wir wieder in tiefere Lagen kamen, wurde die Sicht wieder besser und die Strassen trocken.
Die Landschaft neben der Strasse fruchtbar, es hatte Gemüsefelder, Obstplantagen, Maisfelder.
Wir konnten Barcelona grossräumig umfahren und trotzdem wähnten wir uns in einem Verkehrschaos. Da wird links und rechts überholt, schnell noch die Spur gewechselt, keiner hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung und der notwendige Abstand wird schon gar nicht gewahrt.
Glücklich und Unfallfrei erreichten wir den Campingplatz El Masnou sechzehn Kilometer ausserhalb vom Stadtzentrum. Auf der anderen Strassenseite rauscht das Mittelmeer.

13.11.14, Zaragoza

Donnerstag
Nach einer erholsamen Nacht starten wir unseren Bummel dem Canal Imperial de Aragon entlang Richtung Stadtmitte. Nach einer Stunde beschlossen wir für die restliche Strecke den Bus zu nehmen. Es gibt noch genug zu marschieren.
Von dem Stadtteil den wir besichtigen wollten, habe ich mir völlig falsche Vorstellungen gemacht. Enttäuscht wandten wir uns dem Ebro zu, spazierten ein Stück dem Ufer entlang und stellten fest, dass man den Fluss beinahe durchwaten kann weil so wenig Wasser fliesst.
Über eine Fussgängerbrücke gelangten wir auf die andere Seite und direkt ins Gelände der EXPO 2008.
Unglaublich was da alles erstellt und gestaltet wurde und das liegt heute unbelebt und unbenutzt da. Vermutlich finden hier manchmal andere Ausstellungen statt, dies entzieht sich jedoch unserer Kenntnis. Heute sind es vier Touristen, einige Jogger, zwei oder drei Studenten am zeichnen, die das Gelände beleben.
Da hat es eine stillgelegte Gondelbahn, die den Bahnhof mit dem EXPO-Gelände verbindet, zwei Fussgängerbrücken über den Ebro, verschiedene ovale, grün getünchte, grosse Pavillons, mehrere Gebäude, deren Fassade mit farbigen Staken schattiert werden, ein Hochhaus mit Glasfassade als Kongressgebäude, Wasserzonen, Parks, Gärten. Auf einer Tafel lesen wir, dass sich über hundert Länder präsentiert hatten. Wir finden sogar die Schweiz verewigt.

Über eine andere Brücke wenden wir uns wieder der Altstadt zu.
Nach langem marschieren durch zum Teil enge Gassen stehen wir wieder vor der Porta del Carmen, dem ehemaligen Stadttor wo unsere Buslinie in den Aussenbezirk startet.
Nun haben wir genug von dieser Stadt gesehen, morgen fahren wir wieder.

Mittwoch, 12. November 2014

11./ 12.11.14, Burgos – Zaragoza

Dienstag
Ich hatte beim Spaziergang durch Leon zu kalt gehabt, nun mochte ich in Burgos nicht noch einen obendrauf setzen, sonst lande ich wirklich im Bett. Die 800 Höhenmeter spürt man, vor allem wenn noch der Wind weht. So lassen wir Burgos links liegen und düsen über die N 120 Logroño zu.
Unterwegs lässt uns ein aussergewöhnlicher Anblick stoppen. In den Felsen über dem Dorf Tosantos leuchtet ein weisses Kirchenportal. Die Kirche ist nicht sichtbar, das Kirchenschiff der Virgen de la Peña (Jungfrau im Stein) wurde in den Fels gehauen. In unserem Führer heisst es, dass alles abgeschlossen sei. So verzichten wir aufs Hochsteigen und machen nur von unten Fotos.
Weiter geht es ohne Unterbruch bis Santo Domingo de la Calzada. Dort möchten wir die berühmte gotische Kathedrale besichtigen. Hat es tatsächlich einen lebenden Hahn und Henne in den heiligen Hallen? Die Legende haben wir schon oft gelesen und ..... ja, es stimmt, Hahn und Henne picken eifrig am Käfigboden herum. Hätte ich ohne diese Vorinformationen die Kirche besichtigt, wäre mir das Federvieh nicht mal aufgefallen.
Gleichzeitig dient dieses Gebäude als Museum. Es hat so viele 'fremde' Elemente in der Kathedrale, dass die optische Wirkung des Bauwerks geschmälert wird.


Auf der Weiterfahrt stellen wir plötzlich fest: wir sind wohl aus den höheren Lagen heraus. Die Landschaft hat sich verändert, wir sind in das Gebiet des Rioja gekommen. Reben, Reben in allen Herbstfarben. Die Felder sehen anders aus, als die Rebgebiete die wir in Frankreich gesehen haben.
Bedingt durch die Bodenstruktur sind die Felder eher klein, es hat immer wieder Felsabsätze, der Boden und die Felsen leuchten in rot- und braunschattierungen. Dazwischen sieht man ausgetrocknete Bachläufe oder natürliche Regenrinnen. Die Hügel hinter den Rebfeldern sehen aus wie die Kulissen für einen Western. Man hat das Gefühl, es könnten jederzeit die Helden aus vier Fäuste für ein Halleluja mit klirrenden Sporen und Zaumzeug aus dem Gebüsch reiten.
In Logrõno machen wir einen längeren Halt, beschliessen jedoch während dem essen: es ist uns immer noch zu kalt, wir fahren weiter. Vor allem ist der gewünschte Platz, trotz gegenteiliger Information doch nicht offen.
Die Landschaft die auf der N 232 an uns vorüberzog ist schnell beschrieben: Prärie! Trockene Ebene, bewachsen mit zähem Steppengras und genügsamen Büschen. Dazwischen kahle, staubige Stellen.
Zaragoza erreichten wir erst bei Dunkelheit. Als wir vor der Rezeption vom Campingplatz aus dem Fahrzeug stiegen spürten wir sogleich die mildere Luft. Ja! Und für morgen ist Sonne gemeldet!

Mittwoch
Mit der heissen Bettflasche auf dem Bauch schlief ich mich wieder gesund.
So stand einer Stadtbesichtigung nichts entgegen. Bei Sonnenschein und milden 12 Grad fuhren wir mit dem Bus ins Stadtzentrum. Wir setzen uns zuerst in ein kleines Kaffee um den Stadtplan zu studieren. Am Tisch hinter uns sitzt ein Rentnerpaar. Plötzlich dreht sich der Mann um und fragt: sind sie vo Zürich oder vo wo? Es stellt sich heraus, dass die beiden zehn Jahre in der Gegend von Zürich gelebt haben. Gastarbeiter. Jetzt wohnen sie etwas ausserhalb von Zaragoza und geniessen das Rentnerleben. Sie empfehlen uns auch den Süden von Spanien zu bereisen.

Mit der Stadtbesichtigung sind wir nicht sehr weit gekommen. Wir beschränkten uns heute auf den römischen Teil der Innenstadt. Für die Basilika fällt mir spontan der Begriff 'gigantisch' ein. Bisher glaubten wir Kathedralen sei vom Ausmass her das Grösste. Dieses Bauwerk warf jedoch alle Erfahrungen und Meinungen über den Haufen. Mit offenem Mund stand ich nach dem Betreten im Seitenschiff und drehte mich um die eigene Achse. Vom farbigen Marmorfussboden bis zu den Bögen der Kuppeln lässt es einem nur Augen und Mund aufreissen.
In den einen Turm kann man mit einem Lift hochfahren. Wir mussten uns bis nach der Siesta gedulden, liessen uns den Ausblick auf die Stadt aber nicht entgehen. Tief unter uns schlängelte sich der Ebro, überspannt von Brücken aus verschiedenen Stilepochen. Viele farbige Kuppeldächer verschaffen einen bunten orientalisch wirkenden Eindruck.
Wieder unten marschieren wir sogleich über die Puente de Piedra um auf der anderen Seite des Ebro die beiden Löwen auf ihrem hohen Sockel zu Fotografieren.

Nächste Station: die Kathedrale. Anderer, nicht weniger eindrücklicher Baustil. Wir schlendern ganz langsam durch das Gebäude um möglichst viel zu sehen und können trotzdem noch lange nicht alles erfassen.
In Nebenräumen ist die Tapisseriesammlung des Stiftskapitels ausgestellt. Diese Wandteppiche sind von einer unglaublichen Grösse, Farbenpracht und einer dreidimensionalen Wirkung. Die ältesten Exemplare stammen aus dem Jahre 1499. Bewundernd verbrachten wir einige Zeit vor diesen gewobenen Bildern.
Nach so viel Kunst beschlossen wir: es ist genug für heute. Wir müssen ja noch nicht weiterreisen, wir können morgen nochmal in die Stadt und den Mittelalterlichen Teil besichtigen.
Fotos werden nachgeliefert.

Montag, 10. November 2014

10.11.14, Leõn - Burgos

Montag. Heiner hatte gestern Abend die Isolationsmatte auf der Frontscheibe montiert. In der Nacht klarte der Himmel auf und es gab Frost. Unsere Stellplatznachbarn links und rechts hatten zugefrorene Scheiben. In den Strahlen der Morgensonne hasteten wir über den Platz zur Cafėbar neben dem Einkaufscenter. Gestern Abend haben wir gesehen, dass man hier Desayuno haben kann. Tatsächlich, trotz der frühen Stunde für spanische Verhältnisse, bekamen wir Frühstück. Eine grosse Tasse Milchkaffee, Toast, Butter, eine Portion Hero Konfitüre und Orangensaft. Der Preis haute uns beinahe um: .... 2.20 € pro Person! Gerne liessen wir da ein Trinkgeld liegen.
Auf dem Rückweg zum Fahrzeug kauften wir gleich unseren Tagesbedarf an Lebensmitteln ein. Wir freuten uns auf eine sonnige Fahrt durch die Meseta. Kaum hatten wir das Strassengewirr von Leõn hinter uns, mussten wir in alles verhüllenden Nebel eintauchen. Von der grossen, öden Ebene sahen wir ausser dem schnurgeraden Strassenrand nichts. In grösseren Abständen führte die N 120 manchmal durch eine kleine Ansammlung von Häusern. Wenn nicht ein Auto vor einem Haus geparkt wäre, könnte man glauben, die Dörfer seien alle unbewohnt. Weshalb sind bei den Häusern die Fensterläden auch tagsüber geschlossen? Im Sommer hat es sicher einen guten Grund, aber der Sommer ist fern.
Kurz nach zwölf Uhr hielten wir an einer Tankstelle. Im dazugehörenden kleinen Shop konnte man Kaffe haben. Nicht nur unser Fahrzeug brauchte Most, auch wir leckten die Lippen. Wir setzen uns an die Bar und bestellten Cafė solo. Einige Schritte neben uns suchte sich ein junger Mann in Wanderkluft einen Schokoriegel aus. Heiner sagte: guck mal, das ist sicher auch ein Pilger. Der Mann trat an die Bar und spontan fragte ich: are you Pilgrim? Er lachte mich an und antwortete: yes. Nun wollte ich nätürlich wissen woher er ist: where are you from? Switzerland lautete die Antwort. Oh! "denn chönne mir jo schwytzerdütsch rede", gab ich zurück. Freudig reagierte er: "es isch chli komisch nach so langer Zyt schwitzerdütsch z ghöre und rede". Er erzählte, er sei Anfang September in Zug gestartet, durch die Schweiz bis Genf, dann Le Puy, St. Jean pied de Porte, über die Pyrenäen und jetz schon bald auf der Zielgeraden. Die Herbergsituation auf dem Hauptweg sei trotz der späten Jahreszeit nicht schlecht.
Nach einer Weile verabschiedeten wir uns und wünschten 'buen camino'.

Am Nachmittag fuhren wir aus dem dichten Nebel und fanden sogar noch sonnige Zonen.
Wir stehen nun einige Kilometer ausserhalb Burgos.
Vor dem Nachtessen sind wir ins Restaurant, haben an der Bar Gin tonic bestellt und in der WiFi Zone Fotos in de Blog hochgeladen. Kaum waren die Fotos oneline fiel im ganzen Haus der Strom aus. Die Serviertochter kugelte sich vor lachen. Es dauerte einige Minuten bis das Licht wieder brannte. Zum essen setzten wir uns in den Speisesaal. Dann sassen wir plötzlich wieder im Dunkeln. Die junge Frau entschuldigte sich dafür. Mit dem wärmenden Cheminėfeuer neben uns gab es dem ganzen einen romantischen Hauch und das sagte ich ihr auch. Oh, das ist gut, das ist gut, meinte sie lachend.
Mittlerweile sitzen wir wieder in unserer HeiMatd. Die Regenfront hat uns eingeholt und will uns morgen begleiten. Tja, dann halt keinen Stadtbummel! Wir sind im letzten Herbst genug im Regen marschiert.