Sonntag, 29. Juni 2014

29.6.14, Sonntag, Bensersiel

29.6.14, Sonntag
10 Uhr: auf zur Wattwanderung. Grosse und kleine Leute trafen sich beim Strandportal zur Wattwanderung. Die Altergruppe umfasste vom vierjährigen Mädchen bis zum 80 jährigen Opa alles. Es wurden zwei Gruppen gebildet, die erste Gruppe mehr mit Eltern und Kindern, die zweite Gruppe eher mit älteren Personen. Der älteste Teilnehmer hatte als einziger Gummistiefel an den Füssen, alle anderen waren Barfuss oder trugen Wattsocken. Der Wattführer erklärte weshalb Gummistiefel nicht so ideal sind, aber es sei ja nur eine kleine Runde, da könne es gehen. Je nach Beschaffenheit des Watts gäbe es einen Sog, da bleibe man mit Stiefeln hoffnungslos stecken.
Neugierig machten wir uns auf die Suche nach Wattwürmern, Mies- und andere Muscheln, Krebse und sonstigen Wattbewohnern. Die Ausführungen waren interessant, die Erklärungen nachvollziehbar.
Und dann kam das was kommen musste: der Opa mit den Gummistiefeln blieb stecken! Mit Hilfe seiner Frau schaffte er es wieder frei zu kommen. Da sie sich etwas von der Gruppe entfernt hatten (sie wollten nicht so fest durch die einlaufende Flut gehen) war niemand von der Gruppe schnell genug um zum helfen.
Claas, unser Führer ging hin um sich zu vergewissern, ob alles in Ordnung ist. In weitem Bogen stiessen sie später wieder zur Gruppe. Ausser nass und Schlickspuren an der Kleidung war nichts passiert.
Hier bei Bensersiel kann man sehr gut Barfuss durchs Watt, weil es keine Austern hat ist das Verletzungsrisiko sehr gering. Einige Kilometer weiter westlich sollte man solche Wanderungen nur mit Wattsocken oder anderer geeigneter Fussbekleidung mache, dort haben sich die Austern schon recht ausgebreitet. Diese Muscheln sind sehr hart und weisen scharfe Kanten auf die die Füsse verletzen können.

Zur Mittagszeit waren wir zurück bei unserer Heimatd. Nach einer ausgiebigen Kaffeepause liessen wir unser Mittag-Abendessen auf dem Grill schmoren. Um vier Uhr Nachmittags konnten wir unser verspätetes Mittagessen oder das zu frühe Nachtessen geniessen.
Danach räumten wir unser Vorzelt, packten alles ein und verstauten das Zelt in der Tasche. Morgen soll die Reise weiter gehen.

Samstag, 28. Juni 2014

26. - 28.6.14, Bensersiel

26.6.14, Donnerstag
Der strahlende Sonnenschein liess sich etwas Zeit. Am frühen Vormittag wurden zuerst die Pflanzen mit himmlischem Nass begossen. Etwa um zehn Uhr gewann die Sonne und es wurde so schön wie versprochen.
Ich konnte die Bettwäsche waschen, trocknen und gleich wieder anziehen.
Am Abend gingen wir mit den vom Campingplatz geschenkten Eintrittskarten ins Thermalbad. Das hat sehr gut getan.

27.6.14, Freitag
Bei bewölktem Himmel schnappten wir unsere Fahrräder. Bei der Anfahrt auf diesen Campingplatz haben wir ein kleines Delikatessenlädchen gesehen, dort radelten wir hin. Im Angebot hatte es unter Anderem: verschiedene Ziegenkäse, Lammfleisch, spezielle Öle, Gewürze, Produkte aus Schafwolle, Felle. Wir kauften einige Produkte und freuten uns auf den lecker aussehenden Ziegenkäse. Draussen hatte sich der Himmel wieder bedeckt und Regentropfen nässten unsere Fahrräder. Bis wir wieder bereit zum losfahren waren, hörte es auf mit regnen. Das Wetter ist und bleibt sehr wechselhaft, hier an der Nordsee kann es sehr schnell ändern. Wir erreichten unser Wohnmobil kurz vor dem nächsten Regenguss. Am Nachmittag besuchten wir das Museum Wattehuus. Da gab es sehr viel Information zum Watt, Ebbe und Flut, zu den vielen Vögeln die hier heimisch sind und das alles interessant präsentiert. Auf dem Heimweg spazierten wir durch den hübschen, kleinen Park hinter dem Wattehuus bis zum Deich.

28.6.14, Samstag
Eigentlich wollten wir vor zwölf Uhr in Esens sein, weil am Samstag Gemüsemarkt ist. Ich habe zu lange geschlafen, das Frühstück wollten wir nicht ausfallen lassen, schliesslich können wir zügig marschieren (das Fahrrad war gestern dran). Beim Benser Tief überlegten wir kurz …. links oder rechts am Kanal entlang? Links hatten wir mit den Rädern schon gemacht, also: diesmal rechts und auf dem Rückweg die andere Seite. Auf der rechten Seite war das Fussgängerschild solo, links ist der Pfad für Fussgänger und Fahrräder.
Von Bensersiel bis Esens sind es 3,8 Kilometer…. auf der linken Seite. Auf der rechten Seite hörte der Weg nach zwei Kilometern bei einem Wehr auf. Dahinter war es nur noch ein Pfad …. der später auch nicht mehr erkennbar war.
Frau wollte zurück und über die letzte Brücke auf die andere Seite. Beim Mann steckt noch das Pilgerblut in den Knochen! Ein Pilger geht nur äusserst ungern zurück. „Irgendwann gibt’s schon wieder eine Brücke“ war seine Aussage. Auf der Höhe von Esens machte der Kanal eine scharfe Rechtskurve, wir entfernten uns vom ersehnten Ziel. Nach weiteren zwei Kilometern dann endlich eine Brücke. Nun konnten wir wieder Richtung Esens marschieren. Vom nassen, hohen Gras auf dem Damm hatten wir nasse Schuhe, Socken und Hosenbeine bekommen. Bis Esens konnte dies etwas abtrocknen, bloss die Zeit konnten wir nicht mehr zurückdrehen. Der Markt war schon vorbei.
Wir liessen uns die Laune nicht verderben, schliesslich kann man in diesem Ort ganz gut `lädele`!
Beim Rückweg wussten wir genau wo`s lang ging. Diese Strecke waren wir schliesslich schon gefahren. Am Ortsausgang, dort wo es auf den Radweg ging stand ein Baustellenschild mit dem Hinweis, dass die ….brücke gesperrt ist. Brücke? Was für eine Brücke? Wir sind doch über gar keine Brücke gefahren!? Wir marschierten weiter und mussten feststellen: wir sind am Mittwoch sehr wohl über eine kleine Brücke bei einem Nebenkanal gefahren, haben dies wegen den Baumaschinen und Arbeitern aber gar nicht bemerkt. Nun standen wir vor dieser kleinen Brücke die von einem Bagger blockiert wurde und sahen auf der anderen Seite unseren Wanderweg! Weshalb haben die dieses Riesenungetüm da drauf gestellt? Da hätte man sehr wohl durch gekonnt! Radfahrer können leicht einen Umweg von vier Kilometern machen um von der hinteren Seite auf den Damm zu gelangen. Fussgänger haben da etwas länger und ehemalige Pilger …. lassen sich von so einem künstlichen Hindernis nicht bremsen. Wir kletterten! Leider vergassen wir Fotos zu machen, andererseits gibt es so auch keine Beweise. Glücklich auf dem Wanderweg angelangt wurden wir sogleich vom nächsten Regen begossen. Nach fünf Minuten wurde es schon wieder trocken, wir konnten unbehelligt nach Hause marschieren. Im Hafen lockte ein Schild mit Kaffee und Kuchen. Schnell schaute ich auf unser GPS Gerät, ja, gut, es waren zwölf Kilometer, da dürfen wir schon etwas leichtes essen.

Mittwoch, 25. Juni 2014

25.6.14, Mittwoch

25.6.14, Mittwoch
Gestern Nacht das selbe Spiel wie am Abend davor. Wind, Wind, Windböen und Regengüsse. Bei einer besonders heftigen Böe ist Mann dermassen aufgeschreckt, dass er beinahe aus der Koje gekugelt ist. Nun musste er sich überzeugen, dass alles noch am Ort ist. Als sich die Wetterlage etwas beruhigt hatte, konnten wir weiter schlafen.

Am Vormittag bewegten wir die Fahrräder Richtung Hafen. Wir buchten für am Nachmittag einen Platz auf dem Schiff Langeoog 1 zu den Seehundbänken.
Von Mitte Juni bis Mitte Juli ist Wurfzeit bei den Seehunden, wir hofften einige dieser Tiere zu sehen.

Mit den Rädern fuhren wir danach entlang des Benser Tiefs (Kanal) nach Esens. Diese Stadt hat auch einen Bären im Wappen, deshalb sind in der ganzen Stadt verschiedene Bärenskulpturen zu finden die das Stadtbild farblich aufhellen. (Die Bilder davon sind buchstäblich verloren gegangen. Bei Heiners Kamera ist die Speicherkarte unbemerkt herausgefallen).
Auch eine Mühle prägt das Stadtbild.
Die Peldemühle Esens ist eine zweistöckige Galerieholländer-Windmühle. Es wurden Pellsteine benutzt zum schälen von Korn, daher der Name `Peldemühle`.
Sie wurde 1850 erbaut, ist 21 Meter hoch und die Flügelspannweite beträgt 22 Meter.

Innert zwanzig Minuten radelten wir zurück, deponierten unsere Einkäufe im Camper, packten Ferngläser, Kamera, Jacken und machten uns startbereit. Die Tickets …. ähhhm,
es waren keine Tickets dabei. In der Ausflugskarte war bloss die Quittung ….
darauf stand: gilt nicht als Fahrschein! Was jetzt? Haben wir die Tickets auch verloren? Oder sind sie raus gerutscht und liegen noch in der Tasche? Doch dort war nichts, Tasche leer.
Gehen wir halt mit der Kaufquittung, vielleicht …. Oder müssen wir doch nochmal zum Fahrkartenschalter und nachfragen? Nein, wir gehen gleich zur Anlegestelle. Unmittelbar vor uns waren andere Passagiere am Steg. Als ich sah, dass sie die selbe Ausflugskarte mit Kaufquittung hatten und damit problemlos an Bord konnten, lösten sich meine Befürchtungen in Luft auf.
Der Ausflug sollte zwei Stunden dauern. Eine knappe Stunde zu den Sandbänken vor Baltrum, etliche Minuten um die Tiere zu beobachten und wieder eine knappe Stunde zurück in den Heimathafen. Wir waren alle noch ahnungslos.
Die Hinfahrt verlief völlig ruhig. Der Kapitän erzählte einiges zum Schiff und über die besonderen Bedingungen mit Ebbe und Flut.
Mit dem Fernglas sah ich schon bald auf einer entfernteren Sandbank ein einzelnes Tier.
Kurze Zeit später, etwas weiter vorn nochmal zwei und plötzlich sah man viele Seehunde. Der Kapitän informierte wie er das Schiff positionieren möchte und wie wir uns verhalten sollen. Die Knipserei konnte los gehen. Die Begeisterung war gross.
Nach einiger Zeit sollten wir uns auf den Rückweg machen, nur war das nicht mehr so einfach. Die Sandbänke sind immer in Bewegung und irgendwie hingen wir plötzlich fest. Etliche Befreiungsversuche fruchteten nicht. Die Motoren dröhnten und wirbelten Sand auf, frei kamen wir trotzdem nicht. Der Steuermann drehte das Schiff nach Backbord …. nichts, dann nach Steuerbord …. nichts. Zurück ….. erfolglos. Wieder etwas vor …. nützt auch nichts. Mehr als eine Stunde dauerte die Befreiungsaktion, dann endlich hatte der Kapitän eine Fahrrinne gefunden. Nun ging es heimwärts. Mit neunzig Minuten Verspätung legten wir im Bensersieler Hafen wieder an.
Nach dem Abendessen wurde vor unserem `Wohnzimmerfenster` ein Farbenspektakel geboten.
Ein gutes Vorzeichen auf das Wetter morgen.

Dienstag, 24. Juni 2014

24.6.14, Dienstag, Bensersiel

Das Otto-Haus steht in Emden.

24.6.14, Dienstag, Bensersiel
Gestern Abend während der Dämmerung frischte der Wind ordentlich auf. Er zerrte an unserm Vorzelt, rüttelte am Wohnmobil und liess die Hülle über unseren Fahrrädern laut knattern. Immer wieder gab es kleine Regengüsse. Unzählige Male spähte ich aus dem `Küchenfenster` ob das Zelt noch steht. Ebenso oft schaute ich aus dem `Wohnzimmerfenster` über den Sandstrand auf die einlaufende Flut. Eine sensationelle Sicht. Bei jedem Blick auf die Umgebung stellte ich fest: ja, das ist kein Traum, wir dürfen wirklich an diesem Platz campen.
Mitten in der Nacht wollte ich die Fahrräder ins Vorzelt holen. Dieses laute Flattern der Hülle hinderte mich am Einschlafen. In meiner Fantasie hielt die ganze Konstruktion um unser Häuschen dem heftigen Wind sowieso nicht stand. Auf meinen Vorschlag die Räder ins Zelt zu holen erntete ich ein ärgerliches Knurren. Mann war der Meinung er habe das Ganze bestimmt gut genug gesichert. Also musste ich mir selber sagen: Frau, stell die Gedankenpurzelbäume jetzt ein und schlaf! Und siehe da, entweder hat der Wind aufgehört zu blasen oder ich habe es einfach nicht mehr gehört weil ich eingeschlafen bin.
Am Morgen war alles noch an seinem Platz.

Heute konnten wir einige Stunden Sonne geniessen. Die Luft ist jedoch immer noch kühl und wenn sich die Sonne hinter den Wolken verbirgt ist es ausgesprochen kalt. Das ist das Klima der Nordsee: stets ein mehr oder weniger starker Wind der in sprichwörtlicher Windeseile Wolken heranschieben kann.
Heute gingen wir, wie üblich an einem neuen Ort, die nähere Umgebung zu Fuss erkunden. In zehn Minuten ist man am Hafen, oder in die andere Richtung bei den Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants.

Beim Vorbeigehen machten wir einen kurzen Besuch an der Rezeption des Campingplatzes und bedankten uns für den superschönen Platz den wir zugewiesen bekommen haben. Die Beiden im Büro freuten sich sichtlich über die Rückmeldung und Jan meinte: sie haben eine so weite Anfahrt gehabt, sie haben das verdient.

Am späteren Nachmittag nutzte ich den freien Platz in der Waschküche. Die Sanitärgebäude sind so sauber, ordentlich und gepflegt, dass die `Haushaltaufgaben` gar nicht schwer fallen. Während dem Wäsche aufhängen vor unserem Vorzelt mussten wir den Wäscheständer eilig unters Dach bringen, weil die Wäsche sonst nochmal gespült worden wäre. Tja, sie wäre heute sowieso nicht mehr trocken geworden.

Für morgen ist strahlender Sonnenschein angesagt und heisse 18°, Übermorgen soll es sogar 21° geben.

Montag, 23. Juni 2014

22. / 23.6.14, Timmel - Bensersiel

22.6.14, Sonntag, Timmel
Wir mussten bis Mittag auf trockenes Wetter warten. Das Warten hatte sich gelohnt, am Nachmittag blieb es trocken und es gab sogar noch einige Sonnenstrahlen. Der Wind wehte zwar noch recht stark und auch kühl, wir beide behielten die Jacken an.
Mit den Fahrrädern fuhren wir nach Lübbersfehn, dort gab es auf der Naturschutzstation Fehntjertief einen `Schafsonntag`, ein Informationstag rund ums Schaf und alles was damit zusammenhängt. Auf dem Schurplatz konnte man zuschauen wie die Schafe geschoren wurden. Der Schärer lehnte mit dem Oberkörper in einem Galgen, hatte das Schaf zwischen die Beine geklemmt und innert zweieinhalb Minuten war die Pulloverkuh nackt.
Bevor das Tierchen wusste wie ihm geschah, war es schon wieder bei den anderen im Gehege. Das Vlies wurde von einem Helfer zusammengerollt und gebündelt auf die Seite gelegt. Ein anderer Helfer brachte den nächsten Wolllieferanten zum Schärplatz.
Rund um den Hof waren verschiedene Stationen mit Möglichkeiten zum Werken und Basteln, oder als Informationsstellen zu Landschaft, Landschaftspflege, Wetter, Wasser und einiges mehr.
Wir konnten direkt vom Produzenten einen Lammfell-Fahrradsattelüberzug erstehen. Komfortabler geht Radfahren wohl nicht! War das ein Gefühl bei der Heimfahrt!

In der Zwischenzeit war unser Vorzelt trocken geworden. Ideale Voraussetzung für den Abbruch. Im Nu war das Ding zusammengelegt und verstaut. Alles was nicht mehr benötigt wurde, verschwand in den Stauräumen, damit wir am nächsten Morgen nur noch wenige Handgriffe machen mussten.




23.6.14, Montag, Timmel - Bensersiel
Das Entsorgen und Abmelden ging am Morgen ganz flott. Bald waren wir unterwegs und rollten weiter Nordwärts. Viele Kilometer waren nicht geplant, dafür zwei Zwischenhalte um Ortschaften zu besuchen. Erster Halt war im Emden auf dem Camperstellplatz am Hafen. Beinahe wäre da die Polizei auf den Platz gerufen worden wegen uns.
Da wir nur zwei oder drei Stunden hier bleiben wollten, entschieden wir uns für den vordersten Stellplatz. Heiner parkte rückwärts in die Lücke und ich schaute, dass er mit dem Fahrradträger nicht den Laternenpfahl rammte. Es reichte grade um unser langes Gefährt abzustellen.
Als wir uns bereit machten um in die Stadt zu gehen kam der Hafenmeister. Er machte uns darauf aufmerksam, dass hinter unserem Heck ein Gehsteig ist und da niemand mehr durch kann. Zwei Fahrzeuge weiter sei jemand mit Rollstuhl, der habe gar keine Möglichkeit da durch zu kommen. Die wollten schon die Polizei rufen! Wir entschuldigten uns, wir haben nicht bemerkt, dass dies ein Gehsteig ist (die Gaffer beim Einparken hätten auch etwas sagen können).
Da wir nur kurz bleiben wollten, wies uns der Hafenmeister einen Platz auf der anderen Seite zu. Bis um zwei Uhr durften wir sogar kostenlos parken.
Beim Bummel durch die Stadt stolperten wir fast über das Otto-Haus. Witzig und sehenswert ist dies alleweil.

Am Nachmittag ging die Fahrt weiter in den Ferienort Norden. Beim Erlebnisbad und Seehundestation gibt es einen grossen Parkplatz für kleine und grosse Fahrzeuge. Ohne Gehsteig den man aus Versehen blockieren kann. Dort stellten wir unsere HeiMatd für einige Zeit ab.
In der Seehundestation kamen wir gerade richtig zur Fütterung. Viele Besucher wollten genau dies auch sehen. Eine Wärterin erklärte einiges dazu.

In der Ortschaft ist man Total auf Touristen eingestellt. Shops, Bäckereien, Restaurants, alle verführen zum Geld ausgeben. Da gibt es Delikatessen, Spezialitäten, Schmuck, Ausgefallenes und Originelles, Herz was begehrst du?
Nach Kaffee und Kuchen machten wir uns auf die letzten Kilometer zum heutigen Ziel. Der Campingplatz Bensersiel liegt direkt am Wattenmeer. Ein langer feinkörniger, weisser Sandstrand trennt Watt vom Platz. Hier haben wir einen Platz in der ersten Reihe bekommen! Vom Bett blickt man direkt aufs Meer, kann Ebbe und Flut beobachten und sieht am Horizont die Umrisse von den Inseln Baltrum um Langeoog. Ich kann es noch kaum fassen, dass wir einen Platz in der vordersten Reihe bekommen haben. Einfach so! Und das Allerbeste: als wir gefragt haben, ob wir eine Woche bleiben können, hiess es: klar …. sieben Nächte bleiben, fünf bezahlen! Sonderangebot weil noch nicht Hauptsaison ist.

Samstag, 21. Juni 2014

20. / 21. 6. 14, Campingplatz Timmeler Meer

20.6.14, Freitag, Timmel
Heute stand wieder ein Fussmarsch auf dem Programm. Etwas ausserhalb von Timmel befindet sich ein hübscher kleiner See umgeben von Spazierwegen, Ruhebänken und Baumgruppen. Eine kleine Oase zur Erholung und zum sich entspannen.
Gerne hätte ich hier ein Foto eingefügt .... das Hochladen dauerte 30 Minuten und ist kurz vor Ende hängen geblieben. So gibt es heute einen reinen Textbericht.
Nach Umrunden des kleinen Gewässers führte unser Weg weiter Richtung Westgrossefehn. Dort gibt es eine gut erhaltene Kornmühle zu bewundern und wenige Meter weiter kann man das Fehnmuseum besuchen. Viele Informationen zu diesem Gebiet, die Entstehung der heutigen Fehnlandschaft, Torfabbau, Schiffbau und einiges mehr erfährt man in diesem Typischen Ostfriesischen Haus. Die integrierte Ostfriesische Teestube wirkte so einladend, da konnten wir nicht wiederstehen. Auf einem gemütlichen, alten Sofa genossen wir einen friesischen Tee mit Ostfriesentorte. Auf Nebenstrassen ging es zurück nach Timmel zum Campingplatz. Eine Runde von knapp 10 Kilometern.

Um 19 Uhr konnten wir an Bord der Gretje gehen. Wir hatten die Dämmerfahrt mit vielen Informationen zur Gegend und Vogelwelt gebucht. Eine zweistündige Fahrt auf dem Timmeler Meer und Umgebung. Für die Ostfriesen ist dieser See ein Meer und das Meer die See. Alles klar?
Bei sehr frischem Wind, etwa 13 Grad und drohenden Wolken schipperten wir aus dem Hafen. Wie die meisten Teilnehmer sassen wir auf Deck, wollten wir doch etwas sehen und hören.
Vom Smutje bekamen wir Friesenwitze zu hören. Der Abend startete doch sehr heiter.
Als wir die Enge hinter uns hatten, begann Herr Onken mit seinen Erzählungen. Er wusste sehr viel zu erklären, erläutern und zu zeigen. Etwa die Hälfte der Gruppe hörte zu und interessierte sich, die andere Hälfte nutzten die billigen Bier und Kornpreise und fröhnte dem Rauchen. Es kümmerte sie nicht, dass etliche Nichtraucher im Qualm standen und mangels Platz nicht ausweichen konnten. Ebenso kümmerte es sie nicht, dass jemand etwas erklärte. Ärgerlich für alle anderen.
Nach zwei Stunden erreichten wir durchfroren wieder den Heimathafen. Trotz der Ärgernisse war es ein schöner Ausflug.

21.6.14, Samstag, Timmel
Es war etwa zwei Grad wärmer als gestern, der Wind blies jedoch noch ordentlich stark. Das Wetter zeigt sich sehr launisch und der Sommer bleibt noch in der Warteschleife.
Wir schwangen uns vor dem Mittag auf die Fahrräder und radeln gegen Grossefehn. Unterwegs hielten wir bei den Koordinaten eines Earthcaches. An dieser Stelle habe es in der letzten Eiszeit eine Eisblase, Pingo genannt, gegeben. Die geologische Fachbezeichnung ist: Hydrolakkolith. Wir hatten beide noch nie davon gehört und freuten uns über die Möglichkeit etwas neues zu lernen.
Von Timmel bis Grossefehn sind es ungefähr zehn Kilometer. Am frühen Nachmittag erreichten wir den Ort, nahmen in einer Bude einen Imbiss und holten danach die benötigten Lebensmittel. Auf dem Rückweg versuchte der Wind uns von den Fahrrädern zu pusten. Trotz sehr flachem Gelände mussten wir ordentlich in die Pedale treten.
Am Abend liess der Wind nach und die Sonne zeigte sich etwas.



Donnerstag, 19. Juni 2014

18. / 19.6.14, Harkstede - Timmeler Meer

18.6.14, Mittwoch, Harkstede
Die Sonne hat sich wieder unsichtbar gemacht. Ein kühler Wind weht jedem der sich hinaus wagt um die Ohren. Temperaturen die einem zum frösteln bringen und eilig einen Pullover oder Jacke anziehen lassen. Wir entschliessen uns morgen weiter zu fahren. Diesen Campingplatz können wir trotz der schönen Lage nicht so recht geniessen. Vor allem die Sanitäreinrichtung stimmt nicht mit der Beschreibung überein.
Wir werkeln in und um unsere HeiMatd herum.
Am Nachmittag spazieren wir an der auffällig aussehenden Kirche vorbei ins Dorf und bekommen auf dem Rückweg vom zufällig anwesenden Siegristen eine private Kirchenführung. Diese Kirche wurde im 17. Jh. gestiftet. An Stelle von Heiligenfiguren sind jeweils die Familienwappen des Stifterehepaars angebracht.

19.6.14, Donnerstag, Fahrt nach Grossefehn
Wir haben als Ziel den Campingplatz Timmeler Meer in Grossefehn gewählt. Bei Regen fahren wir am späten Vormittag los. Momentan habe ich das Gefühl irgendwie verfolgen uns die Regenwolken. Es sieht so aus als hätten wir die Wolken seit unserer grossen Wanderung im Gepäck. Badehosen und Flip-Flops bleiben zuhinterst im Schrank.
Am frühen Nachmittag erreichen wir den Campingplatz.
Wir bekommen wie gewünscht einen Stellplatz und können unser Vorzelt trocken montieren (der Boden ist nicht nass).
Die Ortschaft mit den Einkaufsmöglichkeiten ist nicht weit entfernt.
Hier begann es erst um 21 Uhr zu regnen.