Donnerstag, 9. November 2017

08.11.17, Monpazier / Capdrot – Urrugne

Mittwoch. Wir verlassen den Platz bereits kurz nach neun Uhr und fahren bis zum nächsten Ort. Monpazier ist eine sehenswerte Bastide. Die kleine Mittelalterstadt ist gut erhalten, gepflegt und restauriert. Die meisten Geschäfte sind noch geschlossen, der Touristenrummel zu dieser Tages- und Jahreszeit sehr klein. Wir machen einige Fotos und marschieren dann zurück zu unserem Fahrzeug.
Über weite Strecken fahren wir entlang dem Flüsschen Lot. Die Gegend ist meist dünn besiedelt, wir geniessen die Fahrt auf wenig befahrenen Strassen.

In Aiguillon suchen wir die Tankstelle beim Intermarché. Die Zufahrt ist nicht ganz einfach und obendrein gibt es bei den Zapfsäulen eine Höhenbegrenzung von 2.80 Meter. Neiiiiin! Müssen wir jetzt unverrichteter Dinge wieder abziehen? Heiner entdeckt eine Säule, die frei zugänglich ist, wir müssen bloss nochmal wenden. Von dieser Säule aus kann man nicht an die Bezahlstation fahren, ein hoher Randstein und die Höhenbegrenzung verhindern dies. Frau geht zu Fuss und erledigt das bezahlen. Wir fahren auf den Parkplatz des Supermarktes und verpflegen uns aus den Vorräten. Danach möchten wir in den Laden. Hier rennen wir endgültig an, es ist einer der wenigen Intermarchés der über Mittag geschlossen hat. Ja dann, fahren wir halt weiter.

Die Regenwolken werden immer dunkler, grauer und hängen tief. Es dauert nicht lange und wir werden zünftig begossen. Ab Mont-de-Marsan wird der Verkehr dichter und zwischen Bayonne, Biarritz, Guéthary und Saint-Jean-de-Luz müssen wir viele, viele Kreisel bewältigen. Die normale Zufahrt zum uns bekannten Campingplatz in Urrugne ist wegen einer Baustelle gesperrt, wir müssen wenden und eine andere Zufahrt suchen. Glücklicherweise ist uns die Gegend vertraut und wir finden ohne Schwierigkeiten eine Möglichkeit. Wir melden uns gleich für drei Nächte an. Morgen sind Schreibarbeiten auf dem Plan und übermorgen treffen wir Manu.

Dienstag, 7. November 2017

07.11.17 Argentat-sur-Dordogne – Monpazier / Capdrot

Dienstag. Bei Tageslicht gefällt uns der Campingplatz Au Soleil d'Oc mit seinen vielen Bäumen und Büschen recht gut. Ausgenommen das Sanitärgebäude, da wird so kurz vor Saisonende nicht mehr geputzt. Zudem ist es viel zu kalt für eine Dusche, das verschieben wir lieber auf den Abend, in der Hoffnung, dass es auf dem nächsten Platz angenehmer ist.
Die Fahrt durch das sonnige Perigord, stets mehr oder weniger entlang der Dordogne ist eine Genussfahrt. Mal fahren wir links, dann wieder rechts entlang des glitzernden Flusses. Unzählige Campingplätze befinden sich hier in dieser idyllischen Landschaft, alle natürlich bereits geschlossen. Wer will schon in dieser Jahreszeit Kanu fahren oder campen.
Das Tal der Dordogne kann den Vergleich mit der Loire durchaus aufnehmen. Auch hier gibt es viele Schlösser, Burgen, Herrschaftshäuser und schöne, gut erhaltene alte Städtchen.
Gestern Abend haben wir sehr gut im Internet recherchiert und einen Platz ausgesucht, der ganzjährig geöffnet sein soll. Ich habe da so meine Zweifel, liegt der Platz doch mitten in der Pampa. Da sonst weit und breit keine andere Möglichkeit ist und es uns bis an die spanische Grenze zu weit ist, versuchen wir es. Der Platz ist weder im Navi noch auf der Campinginfo Seite verzeichnet. Ich gebe die Adresse von Hand ein und dann lassen wir uns von dem Gerät leiten. Es führt uns auf einen Feldweg der als Zufahrt zu einem Bauernhof gilt. Glücklicherweise taucht bald ein kleines 'willkommen' Schild am Wegrand auf. Ein kleiner Pfeil weist auf den Weg um den Hof herum. Unterhalb der Scheune befindet sich ein neu angelegter Platz mit grosszügigen Parzellen und befestigten Zufahrten. Monsieur und Madame eilen herbei und begrüssen uns freudig. Ob wir ihren Platz im Internet gefunden haben wollen sie wissen. Ich bejahe die Frage und füge hinzu, dass alle anderen Plätze Winterpause haben. Dieser Campingplatz existiert erst seit Sommer 2015, deshalb sind sie erst in wenigen Verzeichnissen. Wir dürfen uns einen Stellplatz aussuchen, es ist ja sonst niemand da.
Nach dem Installieren und Duschen setzen wir uns an die Sonne und geniessen ein Glas vom lokalen Wein, den uns Monsieur gebracht hat.

Montag, 6. November 2017

06.11.17 Saint Etienne-du-Bois – Argentat-sur-Dordogne

Montag. Erfreut lese ich am morgen die Komentare zum gestrigen Blog. Vielen Dank, eure Reaktionen ermuntern zum weiter schreiben. Der heutige Eintrag muss leider ohne Fotos auskommen, die Leistung der Leitung lässt zu Wünschen übrig.

Es geht heute rund 400 Kilometer weiter südwestlich, vorbei an Macon mit den vielen Rebhügeln, zwischen Weiden mit blassen Charolais Rindern durch bis ins Limousin.
Bei Clermont Ferrand fahren wir über den Col de la Nougere und dort auf 875 M.ü.M. geraten wir tatsächlich in ein Schneegestöber. Hundert Kilometer weiter scheint uns die Abendsonne gleissend ins Gesicht und lässt uns die tränenden Augen zusammen kneifen.

Bis zum vermeintlichen Ziel ist es nicht mehr weit, schon verschwindet die Sonne am Horizont und lässt den Himmel gelbrot leuchten. In der Dämmerung erreichen wir endlich den ausgesuchten Platz und stehen vor verschlossenen Toren. Der Campingplatz hat bereits Winterpause. Auf der Homepage steht es leider anders und alles schimpfen nützt nichts. Mit Hilfe mehrerer Apps finde ich Angaben zu einem Platz in 35 Kilometern Entfernung der noch offen sein soll. Schnell gebe ich die Adresse ins Navi ein und die Fahrt geht weiter. In der Dunkelheit erreichen wir Argentat, durchqueren den Ort und verpassen beinahe den Zuggang zum Camping Au Soleil d'Ac. Alles ist dunkel. Nach einigen Schrecksekunden steige ich, bewaffnet mit einer Taschenlampe, aus dem Camper. Im Licht der Pfunzel kann ich den Zettel an der Tür entziffern: man soll sich einen Platz aussuchen, anmelden kann man später. Ganz langsam fahren wir auf den Platz. Es ist zappenduster, nur in einigen Bungalows brennt Licht. Die Platzbeleuchtung funktioniert nicht. Es ist schwierig in dieser Schwärze einen Platz und den dazugehörenden Stromkasten zu finden. Wir schaffen das mit Taschenlampe und Handylampe. Während dem Installieren erscheint 'Madame' und entschuldigt sich für die ausgefallene Platzbeleuchtung. Sie will wissen wie viele Nächte wir bleiben. Für eine Nacht kostet es heute ausnahmsweise nur 10 Euro. Sie entschuldigt sich nochmal für das fehlende Licht.
Während Heiner das Sanitärgebäude sucht koche ich eine warme Mahlzeit. Es dauert, bis er zurück kommt. Hmm? Da hinten fliesst die Dordogne ... es ist stockdunkel .... wo bleibt er so lange? Bevor ich mir ernsthaft Sorgen mache, geht die Tür auf und mein Angetrauter erscheint wieder. Ein Blick in sein Gesicht sagt mir, dass er etwas zu erzählen hat. Auch im Sanitärgebäude funktioniere kein Licht. Das bedeutet: diverse Türen öffnen bis man das Gesuchte findet. Dann hat man eine Hand zu wenig um die Hosen runter zu lassen, in der Not klemmt man die Taschenlampe zwischen die Lippen. Das funktioniert super .... ausser beim Händewaschen danach! Nur gut ist die Lampe einigermassen wasserdicht, sonst hätte der Rückweg noch länger gedauert.

Sonntag, 5. November 2017

05.11.17 Rickenbach – Saint Etienne-du-Bois

Herbstliches Basel im Morgenlicht.

Sonntag. Um 11.15 Uhr starten wir unsere Fahrt südwärts. Regen prasselt auf die Windschutzscheibe, das Baselbiet trägt einen tristen, grauen Schleier.
Es geht über die Autobahn bis Biel, danach durchs Val de Travers Richtung Pontarlier. Der Regen hat nachgelassen, in der Ferne sehen wir sogar einige Sonnenstrahlen. Wir erreichen die trockene Zone und freuen uns an den wärmenden Strahlen, aber die Freude währt nur kurz. Bald tauchen wir wieder ins graue, trübe Nass.
In der Dämmerung, die gefühlt früh einsetzt, erreichen wir den kleinen Campingplatz bei Saint Etienne. Die Reception ist noch geschlossen. Es hängt ein Zettel an der Tür mit dem Hinweis, man soll sich einen Platz aussuchen, installieren und um 19 Uhr im Büro anmelden.

Donnerstag, 28. September 2017

28.09.17, Bad Abbach - Ummendorf

Donnerstag.
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde,
wir nähern uns der Bodenseeregion und somit unserem Heimatland. Im Oktober sind wir in der Schweiz, werden Besuche machen, Enkelkinder geniessen und /oder hüten, Familienzeit auskosten. Dieser Blog hat ab jetzt Ruhezeit. Voraussichtlich geht es Ende Oktober wieder weiter mit der Reise und dem Blog. Wir planen den Winter in Portugal zu verbringen.
Ein herzliches 'bis bald'!

Mittwoch, 27. September 2017

27.09.17, Bad Abbach

Mittwoch. Frau hat heute Friseurtermin.
Wir marschieren in die Ortsmitte, bewundern die Herbstdekoration die gestern von einigen Frauen kreiert wurde, genehmigen uns eine Tasse Kaffee und schon ist Zeit für mich. Meine Friseurin Simone will wissen, ob wir hier Urlaub machen. Ich erzähle von unserer Reise und plötzlich wird es still im Salon. Alle wollen von unseren Reisen hören und wie alles begann: vom Auflösen des Haushalts, vom Leben im Wohnmobil und was die Kinder dazu sagen. Die Stunde im Friseursalon kommt uns sehr kurz vor und Simone meint zum Abschied: wenn wir wieder einmal hier durch fahren, würde sie sich riesig freuen mich wieder zu sehen.

Wir spazieren durch den Kurpark, zwischen den Tiergehegen durch bis zum Landgasthof Waldfrieden. Hier setzen wir uns auf die Terrasse und jetzt ist es soweit: ich bestelle einen SENIORENTELLER.
Die Portionen hier in Bayern sind so üppig, dass ich dankbar bin für die Seniorenvariante. Es ist trotzdem ein komisches Gefühl.

Nach dem Essen wandern wir ein Stück auf dem Jurasteig, der hier an einigen Stellen den selben Streckenverlauf hat wie der Donau-Panoramaweg und die Via Nova. Und sie ist wieder da, die Faszination Fernwanderweg.
Der Heimweg führt über die kleine Ortschaft Poikam, deren Bahnhof den Campinggästen für einen Besuch in Regensburg empfohlen wird. Die Nachmittagswärme heizt uns ein und ich wünsche mir ein Eis. „Bestimmt kann man am Bahnhofskiosk ein Eis kaufen“, sage ich zu meinem Herzblatt. Obwohl er auch gerne eine Abkühlung hätte, glaubt er mir nicht so ganz. Und tatsächlich: es ist ein kleiner Bahnhof mit Halt auf Verlangen. Nix mit Eis oder Getränken. Bis zum Campingplatz sind es glücklicherweise nur noch 1,2 Kilometer, das schaffen wir auch durstig.

26.09.17, Bad Abbach

Dienstag. Heute Vormittag ist Fahrzeuginnenreinigung angesagt und weil es schön warm ist, passt die Zeit auch für die Bettwäsche.
Am Nachmittag wandern wir in das Städtchen und steigen dann zum Heinrichturm auf. Den Rückweg schaffen wir gerade noch vor der Dämmerung.