Dienstag, 16. August 2016

15.08.16, Trans Swiss Trail 2, 26. Etappe

Osco – Anzonico.
Die selbe Busvariante wie gestern Abend, nur in umgekehrter Reihenfolge. Auch vom Tal nach Osco hochfahren ist spannend!
Die heutige Etappe gilt, laut Wanderführer, als angenehmste und reizvollste. In diesem Fall bedeutet angenehm nicht: auf gut ausgebautem Weg ohne Höhenunterschied!
Angenehm bedeutet: viel Schatten spendende Bäume, hin und wieder eine Sitzbank, Einkehrmöglichkeiten und die Möglichkeit in jedem Dorf auf den Bus umsteigen zu können. Weiter heisst es auch: sie weist kaum Höhenunterschiede auf. Und auf der Gegenüberliegenden Seite steht: 575 Meter aufwärts, 750 Meter abwärts! Hmmm, kaum Höhenunterschiede?
Die Ortschaften sehen aus wie an den Hang geklebt und von einem Dorf zum Nächsten muss man meist einen Graben und einen Bach überqueren. Reizvoll und schön ist es tatsächlich.
Nach etwa drei Kilometern war der Wegweiser der uns die Richtung weisen sollte mit einem alten Kissenbezug verhüllt. Die Nummer zwei wies jedoch den Weg. Etwas verunsichert machte ich die ersten Schritte auf den Pfad und sogleich stellten sich meine Nackenhaare und eine Gänsehaut überzog meinen Rücken. Es reichte nicht mal zum Luft holen für einen Schrei, schon war die Schlange weg. Schwarz glänzend, nahezu zwei Meter lang und unheimlich schnell war sie im hohen Gras verschwunden.
Nach etwa zweihundert Metern war rotweisses Band über den Weg gespannt: Holzschlag. Die Umwegvariante würde bedeuten: 300 Höhenmeter aufwärts und ebensoviel wieder abwärts und etliche Kilometer mehr. Da heute Feiertag ist und keiner arbeitet verzichteten wir auf den Umweg und setzten unseren Weg fort. Mit wenigen Ausnahmen war die Passage sehr gut machbar.
Wir gelangten an einen sehr schönen Wasserfall, das Becken unten dran lockte zum baden. Der Test mit der Hand verriet sofort: brrrr, zu kalt.
Verweilen gab's heut nicht. Zudem mussten wir stets das Wetter beobachten, damit wir bei Bedarf rechtzeitig reagieren könnten. Es waren Gewitter gemeldet und die Wolkentürme wurden immer grösser. Unseren Mittagslunch konnten wir noch in aller Ruhe geniessen, danach ging es jedoch zügig weiter. Etwa eine halbe Wegstunde vom heutigen Ziel entfernt stand ein Grotto am Wegrand. Schattig unter Kastanienbäumen, daneben ein grosser Spielplatz. Im Wanderführer wird man auf dieses Grotto 'glustig' gemacht. Seit dem Druck des Buches und heute hat sich da etwas geändert. Man kann dieses Lokal nun für private Feste mieten. Öffentlich ist nur noch der Spielplatz.
Auf der kleinen Strasse oberhalb des Grottos befand sich eine Bushaltestelle. Da wir wussten, dass der Bus ab Anzonico nicht sehr oft fährt, überprüften wir die Fahrzeiten auf der Tafel. In zehn Minuten hätten wir eine Mitfahrgelegenheit und sonst erst in drei Stunden wieder. Da gab es nicht viel zu überlegen, wir fuhren mit.
Es war, wie gestern und heute morgen, ein Kleinbus der die engen Kehrschlaufen bewältigen musste. Diese Mal hiess die Umsteigestation Lavorgo. Mittlerweile sind wir ja wieder einige Kilometer vorgerückt. Während wir im Tal auf den grossen Bus warteten begann es bereits zu regnen.
Nicht ganz so müde wie gestern, es waren einige Kilometer weniger, kamen wir auf dem Campingplatz an.

14.08.16, Trans Swiss Trail 2, 25. Etappe

Airolo – Osco.
Die Etappe 24, Gotthardpass – Airolo, haben wir bereits am 10.08.16 gemacht.

Am Morgen standen wir um 8:30 Uhr an der Bushaltestelle. Die Linie, die am Campingplatz vorbeifährt hat in Airolo Endstation. Es käme aufs selbe hinaus, wenn wir zuerst mit dem Bus an die Bahnstation Bellinzona gefahren wären und ab dort mit dem Zug nach Airolo. Die Fahrzeit des Zuges ist zwar kürzer, aber mit der Busfahrt in die Stadt und der Wartezeit am Bahnhof hätten wir nichts gewonnen. Die Temperaturen heizten uns schon früh ein, was noch etwas ungewohnt war nach den kühlen Tagen in der Nähe des Gotthards.
Ab Airolo ging es zu Fuss aufwärts, es waren uns lange Abschnitte auf der Strada Alta versprochen. Viele Schritte mussten wir jedoch auf älteren und neueren Teerstrassen gehen. Aber dort wo es wirklich noch die Strada alta war, konnten wir uns an dem Höhenweg freuen. Tief unten sahen wir die Autobahn mit dem Rückreisestau! Hinter uns das Gotthardmassiv, neben uns die Bergketten der Leventina. Wir fanden eine wunderschöne platzierte Bank für unseren Mittagshalt.
Durch Wald und Wiesen führte uns der Höhenweg immer weiter ins Tessin. Einmal hüpfte eine Gämse wenige Meter vor uns über den Pfad und den steilen Hang hinunter. Kurz blieb sie stehen und beäugte uns Zweibeiner: Gefahr oder keine Gefahr? Die Bewegung zum Fotoapparat war schon bedrohlich genug und weg war sie.
Der Höhenweg ist ein stetes auf und ab, mehr oder weniger anstrengend.
Manche Abschnitte waren 'Knochenbrecher' und das Stück von Bosco d'Öss über den Felsenpfad/treppe hinunter einfach atemberaubend.
Nach Osco ging es zum Glück nochmal etwas aufwärts, so konnten sich die strapazierten Beinmuskeln wieder erholen. Die Zeit bis zur Abfahrt des Busses reichte präzise für einen Kaffee in der Osteria.
Ein Kleinbus brachte uns hinunter nach Faido. Etwas Grösseres könnte auf dieser Strecke gar nicht fahren. Sogar der Kleinbus bewältigte die engen Kehrschlaufen nicht auf Anhieb, auch mit maximalem Ausholen nicht! Meist musste er einmal zurücksetzen. Die Strasse ist so schmal, dass man als Fahrgast kaum den Strassenrad zu sehen bekommt .... nur den Abgrund! Ich habe mehr als einmal den Atem angehalten.
In Faido stiegen wir auf die Buslinie um, die in der Nähe des Campingplatzes eine Haltestelle hat.
Wir waren müde von dieser anstrengenden Etappe mit sechs Stunden reiner Gehzeit, insgesamt 880 Meter aufwärts, 875 Meter abwärts und 17,7 Kilometer Länge.

Samstag, 13. August 2016

13.08.16, Fahrt nach Bellinzona.

Am Vormittag fuhren wir auf der nun bestens bekannten Strecke über den Gotthard. Weniger bekannt war uns der Teil durch die Leventina, aber es gab uns eine Vorahnung auf die nächsten vier Etappen.
Auf dem Campingplatz angekommen, mussten wir uns auf die hier herrschenden wärmeren Temperaturen einstellen und danach unsere Kühlschrankvorräte auffüllen (Montag 15.08 ist Feiertag).

12.08.16, Trans Swiss Trail 2, 23. Etappe

Andermatt – Gotthardpass.
Etwas zweifelnd schaute ich am morgen aus dem Fenster Richtung Gotthard. Nebelverhangen. Wir konnten es nicht mehr weiter hinaus schieben, heute mussten es die restlichen 12 Kilometer bis auf den Pass sein. Heiner studierte nochmal die Wetterkarte und meinte: es bleibt sicher trocken.
Wir verliessen unser fahrendes Domizil und wandten uns Richtung Reuss wo wir auf den Trans Swiss Trail stiessen. Den Turm von Hospental hatten wir bereits im Blickfeld. Vorbei an der neuen, sehr grosszügigen Golfanlage marschierten wir südwärts.
Bald hatten wir Hospental erreicht und mussten natürlich bei der alten Saumpfadbrücke einen Fotostop einlegen. Und als die Postkutsche vorbei kam, stellte ich mich an den Strassenrand, hielt den Daumen raus und rief: ich will auch mit! Der Postillon lachte nur und mit einer bedauernden Geste meinte er: ist alles schon besetzt, habe keinen Platz mehr.
Danach ging es die ersten spürbaren Höhenmeter aufwärts. Trotz eher kühlen Temperaturen waren wir bald soweit eine Tenue Erleichterung vorzunehmen. Von der alten Strasse ging es auf einen neu angelegten Wanderpfad. Später wanderten wir streckenweise auf alten Saumpfaden. Wie viele Reisende sind im Laufe der Jahrhunderten wohl über diese Steine marschiert.
Die Alpenflora auf dieser Höhe bietet ebenso manches Fotomotiv. In der Hochebene vor dem Mätteli weideten Kühe die uns Wanderer nur langweilig anglotzten. Die Bergwirtschaft Mätteli erreichten wir gerade zur richtigen Zeit. Ein dringender WC Stopp und etwas warmes in den Magen war unser Wunsch. Die auf der Tafel ausgeschriebene Gulaschsuppe war perfekt und Kaffee mit Apfelkuchen rundete das Ganze ab.

Nach dem Mittagshalt musste ich meine langärmlige Bluse anziehen, die Höhe war spürbar, der Wind sehr kühl. Nicht viel später musste auch Heiner sein wärmeres Hemd hervorkramen, den coolen markieren bringt hier nichts.
Mit den weiteren Höhenmetern wurde der Wind stärker und noch kühler. Schliesslich setzten wir unsere Rucksäcke ab, packten die Jacken aus und schlüpften eilig hinein. Wir waren jedoch trotzdem froh über den Wind. Es war rundum gute Sicht, blauer Himmel und Sonnenschein.
Vor dem Wanderwegweiser am höchsten Punkt blieben wir stehen, lasen laut die Aufschrift: Passo del S Gottardo 2108m, klatschten uns lachend ab und ich legte gleich noch einen Freudentanz hin. Zwei Radwanderer die auf dem grossen Stein neben dem Wegweiser hockten, schauten amüsiert zu und lachten schliesslich ab meinem Gehüpfe. Ich wollte natürlich wissen woher die Beiden kamen. Auf meine Frage schauten sie etwas verständnislos. Die selbe Frage in Hochdeutsch brachte kein besseres Resultat, so probierte ich es auf englisch. Die Antwort brachte uns kurz zum Staunen: United States of America, Montana and Idaho. Sie wollen bis Rom fahren. Nun wollten sie wissen woher wir kommen. Zuerst verstanden sie nicht so ganz, wieso eine Schweizerin im eigenen Land auf einer Passhöhe einen solchen Freudentanz vollführt. Trotz meinem holperigen englisch begriffen sie aber sehr schnell um was es ging und sie freuten sich einfach mit uns.
Wir genossen die selbst erlaufene Ankunft auf dem höchsten Punkt des Trails und fuhren erst mit dem letzten Postauto zurück nach Andermatt.

Donnerstag, 11. August 2016

11.08.16, Trans Swiss Trail 2, 22. Etappe

Wassen – Andermatt.
Es war eine kalte Nacht. Die Bergspitzen ringhersum waren am morgen weiss überzogen. Dafür hatte es kaum noch Wolken am blauen Himmel, der Wind hatte das meiste weggefegt.
Mit Bahn und Postauto fuhren wir nach Wassen um die dort verlassene Fährte wieder aufzunehmen.
Nach einem kurzen Besuch in der restaurierten Kirche, die mit üppigen Stuckaturen und Bildern versehen ist, suchen wir den Wegweiser mit der Nummer zwei. Nach dreihundert Metern fanden wir den Einstieg auf den Pfad der oberhalb des Bahnhofs am Hang verläuft. Interessante Einsichten und Aussichten boten sich hier. Auf verschiedenen Plakaten wird einem die Geschichte der Gotthardbahn und des Strassenbaus erklärt. Passstrasse, Autobahn, Bahn, Fussweg, alle beanspruchen Platz, der hier einfach nicht genügend vorhanden ist. Die Ingenieure, Strassen- und Bahnbauer haben eine Meisterleistung vollbracht. Wenn man mit dem Auto durchbraust kann man das gar nicht genügend bestaunen.
Unser Weg verlief mal entlang der Bahn, neben der Strasse oder nahe am Abgrund zur Gotthardreuss. Es gab Passagen mit Stufen nach oben oder nach unten, oder schmale steile Waldpfade mit vielen Wurzeln und Steinen. Es kamen uns zwei ältere Ehepaare entgegen, die einen trugen gute Halbschuhe, die anderen Turnschuhe. Der eine Herr fragte nach dem Zustand des weiteren Weges. In der Information habe es geheissen, dieser Weg sei familienfreundlich und leicht. Hier Ausgeschildert ist es aber durchwegs mit dem Bergweg-Zeichen. Dass es gestern zum Teil heftig geregnet hatte wurde leider auch nicht berücksichtigt. Die Wanderschuhe und die Stöcke haben sie daheim gelassen. Er war etwas verärgert über die Fehlinformation.

Nach unserer Mittagspause erreichten wir Göschenen. Im Bahnhofsbistro gönnten wir uns einen Kaffeehalt und wurden von einem etwa 80 jährigen Tessiner bestens mit Witzen unterhalten. Die Serviceangestellte, ein Postautochauffeur und wir lachten uns Tränen ab der Mimik und Gestik des Herrn.
Noch mit Lachtränen in den Augenwinkeln machten wir uns auf den Weg zur Schöllenenschlucht. Auf diesen Teil habe ich mich speziell gefreut.

Den Fotoapparat stets griffbereit stiegen wir in die Schlucht. Wer in letzter Zeit über den Gotthard gefahren ist, der weiss: es gibt zwei Grossbaustellen. Unweigerlich betreffen die auch den Wanderer. Man wird zwischen Lastwagen, Baubaracken, Kranen und sonstigen Bauutensilien durchgeschleust. Es geht gar nicht anders, aber schade ist es trotzdem. Bevor wir zur Teufelsbrücke kamen, haben wir nicht allzuviel von der Schlucht gesehen. Baulärm übertönte das Rauschen des Wassers.
Um so mehr genossen wir den Abschnitt mit der sagenumwobenen Brücke. Hier wehte uns ein eisiger Wind um die Ohren. Schnell schlüpften wir in die Jacke, machten unsere Fotos und flüchteten ins Restaurant. Dem Duft von frischem Zwetschgenkuchen konnten wir nicht widerstehen.
Die restliche Wegstrecke bis Andermatt war nur noch kurz und führte an der Militärkaserne vorbei. Hautnah wurde uns die Landung und erneuter Start eines Helikopters geboten. So nah habe ich das noch nie gesehen.
Zufrieden mit dem heutigen Tag erreichten wir unseren Standplatz.

Mittwoch, 10. August 2016

10.08.16, Trans Swiss Trail 2, 24. Etappe (vorgezogen)

Gotthardpass – Airolo.
Heute morgen sah es auf der nördlichen Seite des Gotthards nicht sehr viel besser aus als gestern. Auf der Tessiner Seite versprach der Wetterbericht sogar Sonne. Wir entschlossen uns, heute die Südetappe ab Gotthardpass zu wandern und die Nordseite morgen und übermorgen zu machen. Hoffnungsvoll packten wir unsere Rucksäcke, marschierten zum Bahnhof und lösten Postautobillette zur Passhöhe. Unterwegs zum Startort konnten wir mehrmals sehen wo unser Wanderweg morgen verläuft.
Kurz vor der Haltestelle Hospiz verkündete der Chauffeur: wir treffen auf dem Passo San Gottardo ein. Es weht ein kühler Wind und es hat 3,7 Grad. Eilig kramte ich meine Wintermütze und die Handschuhe aus dem Rucksack. Das Halstuch hatte ich schon montiert. Tatsächlich begrüsste uns ein eisiger Wind und trieb uns sogleich ins Restaurant.
Zwanzig Minuten später wagten wir uns gut eingepackt auf die Route. Nach den ersten zweihundert Metern bemerkten wir: falscher Weg! Wegen einem Weidezaun glaubten wir, es gehe geradeaus, dabei wäre es über die Weide gegangen. Nochmal zurück, Lage beurteilt, für schlecht befunden und die Tremola gewählt. Da wir wussten, dass der Trans Swiss Trail immer wieder die Tremola kreuzt oder ein Stück darauf verläuft, konnten wir getrost die erste Passage auf der alten Passstrasse gehen.
Abwechslungsweise ging es weiter auf alten Saumpfaden, Bergwegen oder auf der gepflästerten Tremola. Viele Motorradfahrer, Velofahrer und auch Autos befuhren die alte Passstrasse. Wanderer sahen wir keine auf unserer Route. Das Wetter auf dieser Seite war tatsächlich um einiges besser, bloss der starke, kühle Wind war stellenweise unangenehm.
Für unseren Mittagshalt wünschten wir uns eine Sitzgelegenheit eventuell sogar etwas windgeschützt. Eine Stunde später glaubten wir einen gedeckten Picknickplatz zu erspähen. Fehlanzeige: es war eine Wegkapelle. Hundert Meter weiter an eine Mauer ein hölzerner Brunnentrog, ohne Wasser. Das ging zur Not auch. Windgeschützt war es allerdings nicht, aber der Hunger mittlerweile gross genug um auch solche Gelegenheiten zu packen. Wir setzten uns auf den Rand und packten Brot, Chorizo und Landjäger aus und legten alles fein säuberlich auf den Rand. Den Landjäger als Reserve auf den hinteren Rand. Nach den ersten Bissen fegte ein Windstoss Brot und Chorizo in den Trog und den Landjäger samt Tüte hinten zwischen Mauer und Trog auf den Boden. Sogleich verrenkte ich mich um den Abtrünnigen zu angeln, verlor das Gleichgewicht, rutschte mit dem Gesäss in den Trog und zappelte wie ein Käfer auf dem Rücken. Aus dieser Lage konnte ich mich nicht selber befreien und zu allem Unglück fuhr wenige Meter neben uns ein vollbesetztes Postauto vorbei. Für alle Aussenstehenden bestimmt ein Bild für Götter....

Nach der Mittagspause folgten wir dem Wanderwegweiser der uns auf einen Pfad Richtung Airolo schickte. Der Trail 2 wäre noch etwas auf der Tremola geblieben und erst später in einen Pfad abgebogen. Wir hielten es mit dem Sprichwort: es führen viele Wege nach Rom .... oder nach Airolo. Ein Umweg war es nicht und den Bahnhof erreichten wir trotzdem.
Geplant wäre die Rückfahrt nach Andermatt mit dem Zug gewesen, da jedoch dreissig Minuten später ein Postauto über den Pass fuhr, wählten wir diese Variante. Promt fuhren wir aus dem sonnigen Tessin in dichten Nebel und Nieselregen. Auf der Passhöhe standen zwei fünfspännige Postkutschen bereit für die Weiterfahrt. Heute beneidete ich die Fahrgäste nicht. Es war kalt.
Bald waren wir in Andermatt. Eilig strebten wir unserer warmen Behausung zu.

Dienstag, 9. August 2016

09.08.16, Trans Swiss Trail 2, erzwungener Ruhetag

Andermatt.
Die Wettervoraussage für heute prophezeite Regen und Gewitter. Gedanklich hatten wir uns bereits darauf eingestellt die Wanderschuhe stehen zu lassen. Die ersten Vormittagsstunden liessen uns am Entscheid zweifeln. Als dann noch die Gotthardpostkutsche am Campingplatz vorbei fuhr verliessen wir den Frühstückstisch fluchtartig. So ein schöner Anblick! Am liebsten wäre ich sofort eingestiegen.
Wenig später zogen wallende Nebelschwaden durchs Ursenental und hüllten alles in milchiges weiss. Die Temperatur fiel spürbar, die Luftfeuchtigkeit stieg beträchtlich. Wir nutzten die Wartezeit mit Wäsche waschen, Vorräte auffüllen und die Etappen ab Airolo etwas genauer zu planen.