Donnerstag, 13. August 2015

12.8.15, Saint Malo

Heute genossen wir die Fahrt mehrheitlich der Küste entlang. Unterwegs kauften wir an einem Strassenstand frisches Gemüse und Früchte, auf Moules verzichteten wir weil ich offenbar die Meeresfrüchte eher meiden sollte und mein Angetrauter nicht eben Fan ist.
In St. Malo steuerten wir den grossen Stellplatz bei der Pferderennbahn an. Wie wir später feststellten war das ein sehr kluger Entscheid. Wir lösten ein Übernachtungsticket, richteten uns auf dem Platz ein und begaben uns dann zu Fuss in die zwei Kilometer entfernte Altstadt. An der Haltestelle der Navette (gratis Pendelbus)warteten die Leute dichtgedrängt. Etwas später überholte uns der vollgestopfte Bus ....phuuu, gut gemacht.
Im Hafengebiet vor den alten Stadttoren waren links und rechts der Strasse riesige Stapel schöner Holzbretter gestapelt. Zuerst glaubten wir Nordische Hölzer zu sehen, konnten jedoch bald den Schriftzug 'Russia' lesen.
Wofür die wohl bestimmt sind?
Bei schönstem Sonnenschein erreichten wir zur Mittagszeit die Stadtmauer und schossen bereits mitten in vielen anderen Touristen erste Fotos. Vom Hunger geplagt blieben wir an einem Crépes Stand stehen und erstanden uns diese Köstlichkeit mit Creme Beurre sale, einer herrlich cremigen Sauce mit dem Geschmack von 'Rahmtäfeli'. So gestärkt konnten wir bei Ebbe über den Sand
bis zum Fort National, das früher Fort Royal hiess, marschieren. Für fünf Euro Wegzoll durfte man diese Festung besichtigen. Die Führungen waren leider ausschliesslich auf Französisch.
Laut Beschreibung stand auf diesem Felsen ursprünglich ein Leuchtturm. Ende des 17. Jahrhunderts beauftragte Ludwig 14. den grossen Baumeister Vauban hier eine Festung zu errichten. Das Ergebnis ist eindrücklich.
Die Altstadt ist von einer noch vollständigen Ringmauer umgeben. Als Besucher kann man auf dieser Mauer rundum flanieren und die Aussicht aufs Meer und die vorgelagerten Festungsbauten geniessen. In den Gassen befinden sich wie bei jedem anderen Touristenort viele Restaurants, Boutiquen und Souvenirläden. Trotzdem ist es sehenswert.
Wir genossen unseren Spaziergang und dehnten ihn sogar noch auf die Halbinsel La Cité aus. Dort, unmittelbar vor den alten Bunker- und Festungsanlagen aus dem zweiten Weltkrieg, befindet sich ein schöner Campingplatz mit Aussicht auf den Hafen. Das Schild 'Complet' liess bereits etliche Camper mit enttäuschten Gesichtern umkehren. Wir haben zum Glück einen Übernachtungsplatz auf sicher.

Müde aber zufrieden marschierten wir 'heimwärts'. Kaum im Camper angekommen hörten wir in der Ferne Donnergrollen. Immer näher schoben sich die Gewitterwolken bis sie sich schliesslich über uns entluden. Kurz und heftig war der erste Regenschauer und in der Nacht wiederholte sich dieses Spiel einige Male.

Dienstag, 11. August 2015

11. 8. 15, Servon

Vor drei Tagen verliessen wir Bernières-sur-Mer, fuhren bis 12 Kilometer vor Mont Saint Michel und installierten uns in Servon auf dem kleinen Campingplatz. Die kleine Ortschaft bietet ausser der sehenswerten Kirche und den sie umgebenden Häusern nichts attraktives. Einkaufen kann man in einigen Kilometer Entfernung. Der Vorteil dieses Platzes liegt in der Nähe zum Touristenmagnet Mont St. Michel und trotzdem nicht im Zentrum des Trubels.
Am Sonntag war ausruhen, lesen, ein kleiner Spaziergang und wieder lesen angesagt.
Montag war der letzte vollständige gemeinsame Tag mit Christina und Hans. Der Besuch auf der berühmten Insel Mont St. Michel hatten wir uns für diesen Tag aufgespart.
Hans war vor Jahren schon mal dort und erzählte uns das sei wirklich sehenswert. Damals führte noch ein Damm zur Insel, heute ist es ein Steg, damit man trockenen und sauberen Fusses auf den felsigen Berg gelangen kann. Schon auf der Zufahrt zum sehr grossen Parkplatz schwante uns böses. Langsam krochen wir in einer langen Autoschlange Meter um Meter vorwärts. Weit vorne bewegten sich Fussgänger Richtung Bushaltestelle als wäre es ein Massenexodus. Bus um Bus wurde vollgestopft und die rund zwei Kilometer zur Insel gekarrt. Wir entschieden uns für die Fussvariante. Mit uns unzählige andere 'Fusspilger'. Je näher wir der Insel kamen desto zögerlicher wurde unser Schritt. Keines von uns wollte sich an der langen Kolonne vor dem Kassenhäuschen anstellen um sich dann von anderen Touristen durch die Gassen schieben zu lassen. Was wir vor uns sahen verursachte bei allen Vieren den 'Ablöscher' und wir bliesen schnell zu Rückzug.
Auf dem Vorplatz des ersten Restaurants auf dem Festland wollten wir unseren Durst löschen, mussten uns jedoch anhören, dass das jetzt nur in Verbindung mit essen geht. Ein Haus weiter konnten wir uns gemütlich an einen runden Tisch setzen und wurden freundlichst bedient. Da lässt man auch gerne etwas Trinkgeld liegen.
Später fuhren wir noch einige Kilometer der Küste entlang, hielten bei einer Moules Farm und liessen uns in der dazugehörenden Imbissbude die Spezialität der Gegend servieren.

Nach dem Nachtessen auf unserem Platz verstaute Hans sein Vorzelt. In der Nacht wurde Regen erwartet und mit einem nassen Zelt wollte er lieber nicht auf die Heimreise. Tatsächlich gab es um Mitternacht einige Tropfen, der grosse Regen liess sich jedoch Zeit bis zum Tagesanbruch. Bis zum Frühstück hatte sich das Wetter beruhigt, so konnte der Rest in Ruhe zusammengepackt werden.
Noch vor dem Mittag verabschiedeten wir die beiden, eine letzte Umarmung, ein wehmütiges Winken und schon standen wir wieder alleine da.
Unsere Gedanken sind noch bei den vergangenen gemeinsamen Tagen, müssen sich aber auch mit der morgigen Weiterreise beschäftigen.

Donnerstag, 6. August 2015

5. 8. 15, Bernières-sur-Mer.

Am Montag 3. August verlegten wir unseren Standort nach Bernières-sur-Mer.
Über Nebenstrassen fuhren wir durch schöne Landschaft, staunten einmal mehr über die grossen Felder und betrachteten entzückt die Riegelhäuser der Normandie die sich von den Bauten im Elsass durch andere Balkenführung, Erker und oftmals die Dachform unterscheiden. Immer wieder sahen wir rietgedeckte Häuser, einmal sogar eines mit Hauswurz, Gräsern und Lilien bepflanztem First und in der Dachfläche der Giebelseite das Muster einer Lilie aus etwas länger vorstehenden Halmen gestaltet.
Die anschliessenden Kilometer auf einem schmalen Strässchen durch den Wald vermittelten das Gefühl einer Fahrt durch einen grünen Tunnel. Bei der Abzweigung auf eine grössere Strasse veranstalteten einige andere Autofahrer ein Hupkonzert und machten Handzeichen. Hans fuhr mit seinem Gespann auf den Seitenstreifen, wir warteten wenige Meter voraus. Ein vorbeifahrender Handwerker stoppte kurz und versuchte uns zu erklären was passiert war. Wir verstanden nur: 'Velo' und 'tombé' ..... ohhh Schreck! Heute fuhren ausnahmsweise wir mit dem Wohnmobil voraus und ausgerechnet heute versagte bei Hans die Befestigung der Fahrräder. Das Fahrrad von Christina hat es offenbar über eine grössere Strecke mitgeschleift. Die Balance wurde einseitig bis auf einen dünnen Rest abgeschliffen, die Gangschaltung .... abgeschliffen, die schöne Klingel .... verloren, die Bremsen ..... unbrauchbar! Für Christina, die das Fahrrad für den täglichen Arbeitsweg braucht, eine kleinere Katastrophe! Hoffentlich kann da die eine oder andere Versicherung helfen. Offensichtlich hat das Material des Fahrradträgers nicht gehalten.
Mit gemischten Gefühlen fuhren wir weiter. Das Ziel war nicht mehr mehr so weit entfernt.

Unser Campingplatz liegt bloss 300 Meter vom Strand entfernt. Ein breites Band feinkörniger, heller Sand zieht sich kilometerweit auf beide Seiten.
Zum baden verlockt es momentan nicht, die Gezeiten schwemmen ganze Algenteppiche auf die sandige Herrlichkeit. Sonne und Wind trocknen den Teppich aus, es sieht aus wie eine riesige vom Militär vergessene Plane die unter den Füssen bei jedem Schritt knirscht.
Allgegenwärtig sind hier die vielen Erinnerungen an die Landung am 6.6.44, Statuen, Denkmäler, Kreuze, Fotos, Plakate und Gedenktafeln.
Gestern fuhren wir nach Bénouville zur Pegasus Bridge. Dieser Ort ist sehr geschichtsträchtig und dementsprechend ein Touristenmagnet. Die Geschichte nochmal zu erzählen erspare ich mir, im Netz findet man genug Informationen.
Die heutige Brücke ist eine neuere Version der ursprünglichen Pont Bénouville. Fasziniert beobachteten wir den Hebemechanismus in Aktion.
Im Memorial Museum, einige Meter daneben, kann man das Original, nebst vielen anderen Relikten aus dem zweiten Weltkrieg, bestaunen.
Nach diesem Ausflug in die Geschichte flanierten wir über den gereinigten Strand von Ouistreham, beobachteten von weitem das beladen der Autofähre und flanierten anschliessend durch die Einkaufsmeile des Städtchens. Glücklich balancierte Frau ein Päckchen mit Eclaire zum Auto zurück. Dieser Dessertspezilität kann ich unmöglich widerstehen.

Freitag, 31. Juli 2015

31.7.15, Honfleur.

Gestern verlegten wir unseren Standort von Amiens nach Honfleur. Die Fahrt von den Kornfeldern der oberen Somme in das Departement Calvados war ruhig und angenehm. Vor Honfleur sperrten wir die Augen auf und vor Staunen blieb der Mund offen. Da fuhren wir unmittelbar nacheinander über zwei ganz spektakuläre Brücken. Liebend gerne würde ich die Fotos dazu hochladen. Leider schafft das die Internetverbindung hier nicht. Bestimmt findet man im Netz Fotos unter Pont de Normandie.
Heute haben wir eine kleine Hafenrundfahrt gemacht und konnten die Brücke nochmal bestaunen, diesmal vom Wasser aus.
Das Städtchen Honfleur ist sehr malerisch mit seinen vielen Riegelbauten, den schmalen Gässchen und dem bunten Blumenschmuck. Jede Menge verlockende Geschäfte mit Souvenirs, Leckereien, Produkte mit Calvados, originelle Flaschen, Calvados für jeden Geschmack, Klamotten und was man sonst noch so findet wo die Touristenströme hinziehen. Dieser Ort ist sehr geeignet zum flanieren, schauen, geniessen und Geld ausgeben.

Donnerstag, 30. Juli 2015

Bilder von Amiens





29.7.15, Amiens.

Dienstag / Mittwoch. Gestern fuhren wir mit dem Bus in die Stadt Amiens. Von der Haltestelle Marchė fanden wir die Fussgängerzone und die Kathedrale rasch. In der Tourist Info holten wir uns einen Stadtplan und die wichtigsten Informationen. Dann standen wir staunend vor den Portalen der Kathedrale Notre Dame von Amiens. Laut Beschreibung würde Notre Dame von Paris zwei mal in diese Kathedrale passen und das Gewölbe ist das höchste der Welt. Ins Unesco Weltkulturerbe wurde sie vor allem wegen der Harmonie der Proportionen, der Reinheit der Linien, der zahlreichen Statuen und des Spitzengewebes aus Stein aufgenommen.
Ein kurzer Spaziergang entlang eines der zahleichen Kanäle führte uns zu den schwimmenden Gärten. Diese bilden ein Mosaik aus 300 ha Gemüse- und Blumengärten im Herzen der Stadt. Nach erfolgloser Restaurantsuche schlenderten wir wieder Richtung Fussgängerzone und wurden, kurz vor dem Verhungern, doch noch verpflegt.
Nach dem Besuch in der Markthalle machten wir uns auf die Suche nach der Richtigen Bushaltestelle. Ohne Schwierigkeiten erreichten wir lange vor Torschluss unseren Campingplatz. Den Abend liessen wir gemütlich ausklingen.

Heute besuchten wir zuerst die unterirdische Stadt Naours. 28 Galerien und 300 Räume sind in den Kalkboden der Ebene der Picardie gegraben worden und konnten 2600 Menschen und ihren Viehbestand verbergen. Es ist sehr beeindruckend. Es gibt Räume, öffentliche Plätze, Ställe, Brunnen, Schornsteine und eine dreischiffige Kapelle. Die Kamine sind so angelegt, dass oben kein verräterischer Rauch sichtbar wurde, der Rauch zog durch den Kamin der oberirdischen Mühle.

Am späteren Nachmittag besichtigten wir das Museum der Schmalspurbahn der oberen Somme. Bei einer Spurbreite von 60 cm konnten keine grossen Züge fahren, aber die Petit Trains wurden für Material- und Munitionstransporte eingesetzt. Zwischen den Kriegsjahren wurde die Bahn auch von der Zuckerfabrik genutzt.

Den Abend mussten wir wieder im innern des Wohnwagens verbringen, der Wind weht immer noch stark und unangenehm kühl.

Montag, 27. Juli 2015

27.7.15, St. Dizier - Amiens

Montag. Graue Wolken jagten heute morgen über den Himmel und Windböen zerzausten die Haare. Unserer Stimmung tat das keinen Abbruch. Gemütlich frühstückten wir zu viert bei Hans im Wohnwagen. Nach dem Abwaschen und Aufräumen machten wir die Fahrzeuge startklar. Erste Priorität: die nächste Tankstelle an der Route ansteuern. Unser Navi hat so eine praktische Funktion, Schnellzugriff genannt, da werden die nächsten Tankmöglichkeiten aufgelistet. Man kann wählen, ob man die nächste oder erst die übernächste Möglichkeit nutzen will. Die Grösse der Einrichtung ist leider nicht ersichtlich ... tja, wir habens trotz engen Verhältnissen geschaft.

Unterwegs genossen wir den Blick auf weite Felder, Weinberge, Mais- und goldgelbe Stoppelfelder. Dann wieder fuhren wir in Regenzonen wie durch Schleiervorhänge, die Scheibenwischer arbeiteten mit voller Leistung und Minuten danach brauchte man die Sonnenbrille.
Schliesslich erreichten wir das Gebiet der Somme. Sumpfgebiet, Tümpel, Flüsschen, Inselchen, alles sehr Idyllisch anzusehen. Hier bleiben wir einige Tage und erkunden die Gegend.