Blog von unterwegs mit dem Wohnmobil. Ziel: Europa und die Welt bereisen solange es Spass macht und die Gesundheit erlaubt. Tagebuch vom Jakobsweg Basel - Vezelay - Limoges - Orthez, Bilbao - Ribadeo - Santiago - Finisterra 27. Juli 2013 bis 28. Dez. 2013
Freitag, 22. August 2014
Donnerstag, 21. August 2014
21.8.14, Seiffen
Donnerstag
Strahlenden Sonnenschein zum Frühstück und warm genug um draussen zu sitzen. Der kalte Wind machte eine kurze Pause.
In den letzten Nächten war es empfindlich kühl. Frau brauchte jeweils eine zusätzlich Decke und fröstelte trotzdem. Gestern Abend hat Mann die warmen Schlafsäcke aus dem Camperkeller geholt, so überstand ich die kalte Nachttemperatur von bloss 6 Grad!
Nach dem Frühstück holten wir die Wanderschuhe und Trekkingschuhe hervor, besprühten aussen alles mit Imprägnierungsmittel und innen mit einem Spezialspray. Während wir in der Schauwerkstatt in Seiffen den Leuten über die Schulter schauten, sollten unsere Schuhe vor dem Zelt trocknen. Regen war erst auf den Abend gemeldet. Gut, dann sollte es reichen, um auch das Vorzelt trocken zusammenzupacken.
Mit neugieriger Erwartung schwangen wir uns auf die Fahrräder und sausten nach Seiffen. Was wir zu sehen bekamen war ein sehr grosses Verkaufslokal und eine kleinere Abteilung der Werkstätte wo einige Frauen am zusammensetzen oder bekleben der Figuren waren. Das ist eine Form von Fliessbandarbeit: mit der einen Hand Figur nehmen, mit der anderen Hand Schnauz nehmen und ankleben, Figur hinstellen, nächste Figur nehmen ....
Oder: mit der einen Hand Figur nehmen, mit der anderen Hand der Figur einen Kopf aufsetzen, Figur hinstellen, nächste Figur nehmen ....
Es waren fünf Frauen an den Arbeitstischen. Jede hatte an ihrem Tisch etwa 50 Figuren von ein und derselben Ausführung zum Bearbeiten. Eine weitere Frau war am Verpacken für den Versand. Um das zu erleben muss man Eintritt bezahlen (wir bekamen die Karten vom Campingplatzbetreiber). Hmmm!
Keine Säge, keine Drehbank, Maschinen hörte man nur durch die verschlossenen Türen.
In den letzten Tagen hatten wir mehrfach gehört: in Seiffen gibt es zu viele die ihre Brötchen mit diesem Handwerk verdienen wollen. Eine andere Aussage: in Seiffen wird die Auffassung vertreten: Touristen kommt, kauft, kauft und geht wieder.
Nach verlassen der 'Werkstatt' stellten wir fest: ohhh, der Wind hat aufgefrischt und dunkle Wolken herangeschoben. Es sah nicht aus als wolle der Regen bis zum Abend warten. Eilig strebten wir heimwärts. Als mich die ersten Tropfen trafen dachte ich an unsere Schuhe vor dem Zelt. Keuchend erreichten wir den Platz, hüpften von den Fahrrädern, brachten die Schuhe ins trockene ..... dann war die Regenwolke schon vorbei!
Da entsprechend Nachschub in Sicht war, beeilten wir uns trotzdem mit Zelt abräumen. Nochmal kam die Sonne kurz zum Vorschein. Es reichte eben um alles trocken zu lassen.
Wir gingen ins nahe Hotel zum Nachtessen (der Campingplatz gehört zum Hotel) und anschliessend waren wir für einen Schnitzabend angemeldet. Die Schnitzerin kam ins Hotel, wir beide waren die einzigen Teilnehmer. Ach, war das lustig, wie Oma und Opa kleine Tiere schnitzten. Ganz nebenbei erfuhren wir wieder einiges aus der Geschichte dieses Handwerks und wie es heute aussieht. Die Schnitzerin arbeitete bis zur Wende für einen grösseren Betrieb, verlor dann jedoch ihren Job als die Aufträge ausblieben. Nun ist sie in einem kleineren traditionellen Betrieb angestellt. Ihre Produkte werden hauptsächlich nach Japan und in die USA exportiert.
Nach einer Stunde hatten wir zu zweit fünf Tierchen geschnitzt. Wenn man damit Brötchen verdienen muss, sollten es etwa 25 Tiere pro Stunde sein. Reich konnte und kann man damit nicht werden.
Dieser Abend war sehr interessant, informativ und hat spass gemacht.
Strahlenden Sonnenschein zum Frühstück und warm genug um draussen zu sitzen. Der kalte Wind machte eine kurze Pause.
In den letzten Nächten war es empfindlich kühl. Frau brauchte jeweils eine zusätzlich Decke und fröstelte trotzdem. Gestern Abend hat Mann die warmen Schlafsäcke aus dem Camperkeller geholt, so überstand ich die kalte Nachttemperatur von bloss 6 Grad!
Nach dem Frühstück holten wir die Wanderschuhe und Trekkingschuhe hervor, besprühten aussen alles mit Imprägnierungsmittel und innen mit einem Spezialspray. Während wir in der Schauwerkstatt in Seiffen den Leuten über die Schulter schauten, sollten unsere Schuhe vor dem Zelt trocknen. Regen war erst auf den Abend gemeldet. Gut, dann sollte es reichen, um auch das Vorzelt trocken zusammenzupacken.
Mit neugieriger Erwartung schwangen wir uns auf die Fahrräder und sausten nach Seiffen. Was wir zu sehen bekamen war ein sehr grosses Verkaufslokal und eine kleinere Abteilung der Werkstätte wo einige Frauen am zusammensetzen oder bekleben der Figuren waren. Das ist eine Form von Fliessbandarbeit: mit der einen Hand Figur nehmen, mit der anderen Hand Schnauz nehmen und ankleben, Figur hinstellen, nächste Figur nehmen ....
Oder: mit der einen Hand Figur nehmen, mit der anderen Hand der Figur einen Kopf aufsetzen, Figur hinstellen, nächste Figur nehmen ....
Es waren fünf Frauen an den Arbeitstischen. Jede hatte an ihrem Tisch etwa 50 Figuren von ein und derselben Ausführung zum Bearbeiten. Eine weitere Frau war am Verpacken für den Versand. Um das zu erleben muss man Eintritt bezahlen (wir bekamen die Karten vom Campingplatzbetreiber). Hmmm!
Keine Säge, keine Drehbank, Maschinen hörte man nur durch die verschlossenen Türen.
In den letzten Tagen hatten wir mehrfach gehört: in Seiffen gibt es zu viele die ihre Brötchen mit diesem Handwerk verdienen wollen. Eine andere Aussage: in Seiffen wird die Auffassung vertreten: Touristen kommt, kauft, kauft und geht wieder.
Nach verlassen der 'Werkstatt' stellten wir fest: ohhh, der Wind hat aufgefrischt und dunkle Wolken herangeschoben. Es sah nicht aus als wolle der Regen bis zum Abend warten. Eilig strebten wir heimwärts. Als mich die ersten Tropfen trafen dachte ich an unsere Schuhe vor dem Zelt. Keuchend erreichten wir den Platz, hüpften von den Fahrrädern, brachten die Schuhe ins trockene ..... dann war die Regenwolke schon vorbei!
Da entsprechend Nachschub in Sicht war, beeilten wir uns trotzdem mit Zelt abräumen. Nochmal kam die Sonne kurz zum Vorschein. Es reichte eben um alles trocken zu lassen.
Wir gingen ins nahe Hotel zum Nachtessen (der Campingplatz gehört zum Hotel) und anschliessend waren wir für einen Schnitzabend angemeldet. Die Schnitzerin kam ins Hotel, wir beide waren die einzigen Teilnehmer. Ach, war das lustig, wie Oma und Opa kleine Tiere schnitzten. Ganz nebenbei erfuhren wir wieder einiges aus der Geschichte dieses Handwerks und wie es heute aussieht. Die Schnitzerin arbeitete bis zur Wende für einen grösseren Betrieb, verlor dann jedoch ihren Job als die Aufträge ausblieben. Nun ist sie in einem kleineren traditionellen Betrieb angestellt. Ihre Produkte werden hauptsächlich nach Japan und in die USA exportiert.
Nach einer Stunde hatten wir zu zweit fünf Tierchen geschnitzt. Wenn man damit Brötchen verdienen muss, sollten es etwa 25 Tiere pro Stunde sein. Reich konnte und kann man damit nicht werden.
Dieser Abend war sehr interessant, informativ und hat spass gemacht.
Mittwoch, 20. August 2014
18. - 20.8.14, Seiffen
Montag
Für den Einkaufsbummel in Seiffen nahmen wir die Fahrräder. In wenigen Minuten waren wir bei der Kirche, wo wir die Räder parkten. Ich wollte nicht an den Rückweg denken .... Seiffen hat eine Lage wie gewisse Dörfer im Oberbaselbiet. Viel Hang! Das Gebiet heisst zwar Erzgebirge, hat aber mit Gebirge wie wir uns das Vorstellen nichts zu tun. Die Baumgrenze wird auch mit dem höchsten Berg nicht überschritten. Der Wortteil Gebirge kommt wohl eher vom hier sehr verbreiteten Bergbau. Etliche der Hügel sind löcherig wie ein Schweizer Käse.
Ein Geschäft, das gestern geschlossen hatte, lockte uns besonders. Sehr schön gearbeitete Tiere, Pyramiden, Schwibbögen und anderes gab es dort. Versuchung pur! Budget und Platz ist bei uns begrenzt!
Danach suchten wir ein Lebensmittelgeschäft. Ja, das muss man tatsächlich suchen. Am Ortsrand fanden wir einen Pennymarkt mit integrierter Bäckerei und Fleischerei. Zum Glück brauchen die Einwohner hier auch Lebensmittel .... Späne und Holz sind schwer verdaulich.
In einem Restaurant genehmigten wir uns eine russische Schokolade (Trinkschokolade mit Rum und Sahnehaube). Die Suche nach einer besseren Internetverbindung verlief leider erfolglos. Die Lage dieses Ortes und die nahe Grenze zu Tschechien erschweren vernünftige mobile Lösungen.
Nach einer kurzen Besichtigung der Rundkirche fassten wir wieder die Fahrräder und schoben wohl oder übel Bergauf (drei Mal Halde!). Nach der steilen Steigung brauchte ich eine kurze Verschnaufpause, danach mochte ich in die Pedale treten.
Die letzten Meter zum Campingeingang brachten meine Beinmuskeln nochmal zum brennen. Und Mann? Er hat kurzerhand über die Wiese abgekürzt und den Platz von der unteren Seite her angeschlichen. Ohne mir etwas zu sagen! Sooo fies.
Dienstag
Nach dem Frühstück packten wir schnell den Rucksack mit dem obligatorischem Regenzeug (es ist immer noch windig, kühl, wolkig) und Lunch. Das Abenteuerbergwerk in Deutschneudorf war unser Ziel. Hinter dem Campingplatz stiegen wir bergan. Unsere Wanderstöcke kamen wieder einmal zum Einsatz, mit zusätzlichem Schub geht es viel leichter bergauf. Auf der Höhe hat man eine wunderbare Aussicht auf die Dächer von Deutschneudorf im Tal und die gegenüber liegenden Hügel, die bereits zu Tschechien gehören.
Da Wandersleute nicht so gerne auf Strassen laufen, bogen wir auf einen Waldweg ab. In der Folge verpassten wir eine Abzweigung, marschierten munter auf einem überwachsenen Forstweg bis wir endgültig im Gebüsch standen. Rechtsumkehrt und zurück marsch, marsch! Bloss mussten wir alles wieder bergauf ....
Mit dem zweiten Anlauf haben wir den rechten Weg erwischt. Auf einer schön platzierten Bank mit bester Aussicht auf Hora Svaté Kateriny ( deutsch: Sankt Katharinaberg) genossen wir unseren Lunch.
Unten in der Talsohle überschritten wir die Grenze zu Tschechien. Den erstrebten Kaffee gab es im Restaurant auf der anderen Seite. Beim Bezahlen wurden glücklicherweise unsere Euros akzeptiert. Nun wissen wir es bestimmt: Tschechien hat den Euro nicht. Wieder draussen mussten wir bloss den Bach überqueren und standen schon wieder auf deutschem Boden.
Der Weg zum Besucherbergwerk führte an einem kleinen Schauwerkstätt'l einer Mineralienschleiferei vorbei. Hinein gehen? Nicht hineingehen? Frau und Steine .... es müssen nicht zwingend die teuren geschliffenen sein. Als Entscheidungshilfe wurde die Tür von innen einladend geöffnet. Das Betreiberpaar war sehr nett, er erklärte einige seiner Arbeitsgänge, sie zeigte verschiedene Stücke und am Schluss diskutierten wir über die Öffnung der Grenze(n) und deren Folge(n). Wir hätten es noch länger ausgehalten bei den Beiden, das Ziel war aber immer noch das Besucherbergwerk.
Für die nächste Führung mussten wir 45 Minuten warten. In der Zwischenzeit stiegen wir etwas Hangaufwärts, dort oben war der ursprüngliche Eingang zum Fortunastollen. Bei einer kleinen Führung erklärte uns ein junger Mann wie sie diesen zugeschütteten Stollen fanden. Anhand von Fotos konnten wir sehen wie in mühseliger Arbeit vieles wieder Freigelegt wurde und das Bergwerk für Besucher zugänglich gemacht wurde.
Zurück in der Ebene konnten wir zu zweit mit einem Führer in den Stollen. Vom sogenannten Huthaus führt der Eingang durch den „Mund“ in den Berg. So wird es genannt, wenn man ebenerdig in das Bergwerk hinein kann. Wir genossen diese Führung, die durchgeführt wurde, obwohl wir nur zu zweit waren. Auch hier erfuhren wir viel Geschichtliches, wie die Leute in dieser Gegend hin und her geschoben und wie der 'Adolf' (sie sagen nicht Hitler) die Sudeten auf deutschem Boden wollte.
Der Heimweg zog sich in die Länge. Wenn man müde ist, kommen einem die Kilometer doppelt so lange vor. Gegen sieben Uhr waren wir wieder bei unserem Fahrzeug. Es waren (ohne die Strecke im Stollen) 17 Kilometer. Kein Wunder fühlte ich mich müde. Zu meinem Ärger arbeitete das Textverarbeitungsprogramm auf meinem Laptop nicht. Kein Blog!
Mittwoch
Heute sollten es nicht so viele Kilometer Fussmarsch geben. Unser Ziel: das Freilichtmuseum im Ortsteil Heidelberg von Seiffen. Dem Hang entlang, durch Wald und Wiese führte unser Weg. Trotzdem ging's bald bergauf und nach einigen Hundert Metern mit schönster Aussicht wieder bergab.
Im Jahre 1973 wurde das Freilichtmuseum Seiffen eröffnet. Inzwischen beinhaltetet es 14 Häuser der verschiedensten früher ansässigen Handwerker. Schade sind es, mit einer Ausnahme, alles reine Anschauungsobjekte. In einem Gebäude arbeitet ein Reifendreher. Die Drehbank wird mit einem Wasserrad angetrieben. Die 'Reifen' sind nicht für Fahrzeuge gemacht, sondern ergeben, aufgeschnitten, Holztierchen oder Figuren. Dünne Reifen werden weiterverarbeitet zu Tierohren, Hörner, Schweif, Beine. Bei den kleinsten Tierchen muss man die Ohren mit der Pinzette einsetzen.
Zurück auf dem Campingplatz musste ich einige notwendige 'Hausarbeiten' erledigen und dann stand auch noch das Blogtext verfassen an. Wie der Leser merkt: es ist gegangen.
Für den Einkaufsbummel in Seiffen nahmen wir die Fahrräder. In wenigen Minuten waren wir bei der Kirche, wo wir die Räder parkten. Ich wollte nicht an den Rückweg denken .... Seiffen hat eine Lage wie gewisse Dörfer im Oberbaselbiet. Viel Hang! Das Gebiet heisst zwar Erzgebirge, hat aber mit Gebirge wie wir uns das Vorstellen nichts zu tun. Die Baumgrenze wird auch mit dem höchsten Berg nicht überschritten. Der Wortteil Gebirge kommt wohl eher vom hier sehr verbreiteten Bergbau. Etliche der Hügel sind löcherig wie ein Schweizer Käse.
Ein Geschäft, das gestern geschlossen hatte, lockte uns besonders. Sehr schön gearbeitete Tiere, Pyramiden, Schwibbögen und anderes gab es dort. Versuchung pur! Budget und Platz ist bei uns begrenzt!
Danach suchten wir ein Lebensmittelgeschäft. Ja, das muss man tatsächlich suchen. Am Ortsrand fanden wir einen Pennymarkt mit integrierter Bäckerei und Fleischerei. Zum Glück brauchen die Einwohner hier auch Lebensmittel .... Späne und Holz sind schwer verdaulich.
In einem Restaurant genehmigten wir uns eine russische Schokolade (Trinkschokolade mit Rum und Sahnehaube). Die Suche nach einer besseren Internetverbindung verlief leider erfolglos. Die Lage dieses Ortes und die nahe Grenze zu Tschechien erschweren vernünftige mobile Lösungen.
Nach einer kurzen Besichtigung der Rundkirche fassten wir wieder die Fahrräder und schoben wohl oder übel Bergauf (drei Mal Halde!). Nach der steilen Steigung brauchte ich eine kurze Verschnaufpause, danach mochte ich in die Pedale treten.
Die letzten Meter zum Campingeingang brachten meine Beinmuskeln nochmal zum brennen. Und Mann? Er hat kurzerhand über die Wiese abgekürzt und den Platz von der unteren Seite her angeschlichen. Ohne mir etwas zu sagen! Sooo fies.
Dienstag
Nach dem Frühstück packten wir schnell den Rucksack mit dem obligatorischem Regenzeug (es ist immer noch windig, kühl, wolkig) und Lunch. Das Abenteuerbergwerk in Deutschneudorf war unser Ziel. Hinter dem Campingplatz stiegen wir bergan. Unsere Wanderstöcke kamen wieder einmal zum Einsatz, mit zusätzlichem Schub geht es viel leichter bergauf. Auf der Höhe hat man eine wunderbare Aussicht auf die Dächer von Deutschneudorf im Tal und die gegenüber liegenden Hügel, die bereits zu Tschechien gehören.
Da Wandersleute nicht so gerne auf Strassen laufen, bogen wir auf einen Waldweg ab. In der Folge verpassten wir eine Abzweigung, marschierten munter auf einem überwachsenen Forstweg bis wir endgültig im Gebüsch standen. Rechtsumkehrt und zurück marsch, marsch! Bloss mussten wir alles wieder bergauf ....
Mit dem zweiten Anlauf haben wir den rechten Weg erwischt. Auf einer schön platzierten Bank mit bester Aussicht auf Hora Svaté Kateriny ( deutsch: Sankt Katharinaberg) genossen wir unseren Lunch.
Unten in der Talsohle überschritten wir die Grenze zu Tschechien. Den erstrebten Kaffee gab es im Restaurant auf der anderen Seite. Beim Bezahlen wurden glücklicherweise unsere Euros akzeptiert. Nun wissen wir es bestimmt: Tschechien hat den Euro nicht. Wieder draussen mussten wir bloss den Bach überqueren und standen schon wieder auf deutschem Boden.
Der Weg zum Besucherbergwerk führte an einem kleinen Schauwerkstätt'l einer Mineralienschleiferei vorbei. Hinein gehen? Nicht hineingehen? Frau und Steine .... es müssen nicht zwingend die teuren geschliffenen sein. Als Entscheidungshilfe wurde die Tür von innen einladend geöffnet. Das Betreiberpaar war sehr nett, er erklärte einige seiner Arbeitsgänge, sie zeigte verschiedene Stücke und am Schluss diskutierten wir über die Öffnung der Grenze(n) und deren Folge(n). Wir hätten es noch länger ausgehalten bei den Beiden, das Ziel war aber immer noch das Besucherbergwerk.
Für die nächste Führung mussten wir 45 Minuten warten. In der Zwischenzeit stiegen wir etwas Hangaufwärts, dort oben war der ursprüngliche Eingang zum Fortunastollen. Bei einer kleinen Führung erklärte uns ein junger Mann wie sie diesen zugeschütteten Stollen fanden. Anhand von Fotos konnten wir sehen wie in mühseliger Arbeit vieles wieder Freigelegt wurde und das Bergwerk für Besucher zugänglich gemacht wurde.
Zurück in der Ebene konnten wir zu zweit mit einem Führer in den Stollen. Vom sogenannten Huthaus führt der Eingang durch den „Mund“ in den Berg. So wird es genannt, wenn man ebenerdig in das Bergwerk hinein kann. Wir genossen diese Führung, die durchgeführt wurde, obwohl wir nur zu zweit waren. Auch hier erfuhren wir viel Geschichtliches, wie die Leute in dieser Gegend hin und her geschoben und wie der 'Adolf' (sie sagen nicht Hitler) die Sudeten auf deutschem Boden wollte.
Der Heimweg zog sich in die Länge. Wenn man müde ist, kommen einem die Kilometer doppelt so lange vor. Gegen sieben Uhr waren wir wieder bei unserem Fahrzeug. Es waren (ohne die Strecke im Stollen) 17 Kilometer. Kein Wunder fühlte ich mich müde. Zu meinem Ärger arbeitete das Textverarbeitungsprogramm auf meinem Laptop nicht. Kein Blog!
Mittwoch
Heute sollten es nicht so viele Kilometer Fussmarsch geben. Unser Ziel: das Freilichtmuseum im Ortsteil Heidelberg von Seiffen. Dem Hang entlang, durch Wald und Wiese führte unser Weg. Trotzdem ging's bald bergauf und nach einigen Hundert Metern mit schönster Aussicht wieder bergab.
Im Jahre 1973 wurde das Freilichtmuseum Seiffen eröffnet. Inzwischen beinhaltetet es 14 Häuser der verschiedensten früher ansässigen Handwerker. Schade sind es, mit einer Ausnahme, alles reine Anschauungsobjekte. In einem Gebäude arbeitet ein Reifendreher. Die Drehbank wird mit einem Wasserrad angetrieben. Die 'Reifen' sind nicht für Fahrzeuge gemacht, sondern ergeben, aufgeschnitten, Holztierchen oder Figuren. Dünne Reifen werden weiterverarbeitet zu Tierohren, Hörner, Schweif, Beine. Bei den kleinsten Tierchen muss man die Ohren mit der Pinzette einsetzen.
Zurück auf dem Campingplatz musste ich einige notwendige 'Hausarbeiten' erledigen und dann stand auch noch das Blogtext verfassen an. Wie der Leser merkt: es ist gegangen.
Sonntag, 17. August 2014
16. / 17.8.14, Schlettau – Seiffen
Samstag
Wir verbrachten eine ruhige Nacht auf dem Schlossparkplatz in Schlettau. Die Temperaturen waren und sind kühl, es regnete immer wieder.
Die Entscheidung ist gefallen: wir fahren noch etwas tiefer ins Erzgebirge, nach Seiffen, dem Herzstück des traditionellen Handwerks. Die Magie der Schwibbögen und Pyramiden hat uns erfasst.
Am Nachmittag erreichten wir den Campingplatz zwischen Seiffen und Deutschdorf nahe der Tschechischen Grenze.
Bei der Fahrt durch den Ort Seiffen konnten wir schon erste Blicke in zauberhafte Schaufenster erhaschen.
Sonntag
Der ländlich gelegene Campingplatz ist an einen Hang gebaut. Die Stellplätze sind terrassiert. Die Aussicht wunderschön, die Lage (meistens) ruhig.
Bis zum Dorf sind es knapp zwei Kilometer und somit gut zu Fuss oder mit dem Fahrrad machbar.
Mit dem Lunch im Rucksack suchten wir den Einstieg auf den Wanderweg Richtung Dorf. Der kühle Wind blies uns ins Gesicht und liess uns eilig die Jacken schliessen. Man fragt sich wirklich welchen Monat wir gerade haben: April oder August?
Zuerst ging es durch einen Waldweg, bald über einen Wiesenpfad und schliesslich steil hinunter auf die Zufahrtsstrasse des Ortes.
So ein Dorf haben wir noch nie gesehen. Hier lebt wohl jeder Bewohner vom traditionellen Handwerk. Schaufenster reiht sich an Schaufenster. Beinahe in jedem Haus werden Holzerzeugnisse hergestellt und verkauft. Alle Geschäfte gleichen sich und doch hat jedes seine Spezialitäten. Nach dem zehnten Shop schwirrt einem der Kopf und man weiss nicht mehr in welchem Geschäft jetzt die hübschen geschnitzten Tierchen, wo die Puppenstubenfiguren, wo die Verkäuferliutensilien, wo die speziellen Nussknacker und wo die aussergewöhnlichen Zündholzschachtel Miniaturen waren. Wunderschöne Krippenfiguren, ganze Weihnachtslandschaften inklusive Heilige drei Könige die beladen mit Geschenken im Anmarsch waren, belebten einige Schaufenster. Eindrücklich auch die Szenen aus dem Bergbau, oftmals mechanisch umgesetzt und somit beweglich. Man kann mit dem nötigen Kapital exklusive Stücke im höheren vierstelligen Zahlenbereich erwerben. Mann und Frau wurden nicht fertig mit staunen. Nach Stunden, wir hatten noch lange nicht alle Läden besucht, gaben wir auf und flüchteten wieder in den Wald. Auf Umwegen (absichtlich) gelangten wir wieder auf den Campingplatz. Heute blieben wir vom Regen verschont, aber wir hätten es gerne etwas wärmer. Ihr auch?
P.S. Leider reicht die Internetverbindung nicht aus um Fotos hochzuladen.
Wir verbrachten eine ruhige Nacht auf dem Schlossparkplatz in Schlettau. Die Temperaturen waren und sind kühl, es regnete immer wieder.
Die Entscheidung ist gefallen: wir fahren noch etwas tiefer ins Erzgebirge, nach Seiffen, dem Herzstück des traditionellen Handwerks. Die Magie der Schwibbögen und Pyramiden hat uns erfasst.
Am Nachmittag erreichten wir den Campingplatz zwischen Seiffen und Deutschdorf nahe der Tschechischen Grenze.
Bei der Fahrt durch den Ort Seiffen konnten wir schon erste Blicke in zauberhafte Schaufenster erhaschen.
Sonntag
Der ländlich gelegene Campingplatz ist an einen Hang gebaut. Die Stellplätze sind terrassiert. Die Aussicht wunderschön, die Lage (meistens) ruhig.
Bis zum Dorf sind es knapp zwei Kilometer und somit gut zu Fuss oder mit dem Fahrrad machbar.
Mit dem Lunch im Rucksack suchten wir den Einstieg auf den Wanderweg Richtung Dorf. Der kühle Wind blies uns ins Gesicht und liess uns eilig die Jacken schliessen. Man fragt sich wirklich welchen Monat wir gerade haben: April oder August?
Zuerst ging es durch einen Waldweg, bald über einen Wiesenpfad und schliesslich steil hinunter auf die Zufahrtsstrasse des Ortes.
So ein Dorf haben wir noch nie gesehen. Hier lebt wohl jeder Bewohner vom traditionellen Handwerk. Schaufenster reiht sich an Schaufenster. Beinahe in jedem Haus werden Holzerzeugnisse hergestellt und verkauft. Alle Geschäfte gleichen sich und doch hat jedes seine Spezialitäten. Nach dem zehnten Shop schwirrt einem der Kopf und man weiss nicht mehr in welchem Geschäft jetzt die hübschen geschnitzten Tierchen, wo die Puppenstubenfiguren, wo die Verkäuferliutensilien, wo die speziellen Nussknacker und wo die aussergewöhnlichen Zündholzschachtel Miniaturen waren. Wunderschöne Krippenfiguren, ganze Weihnachtslandschaften inklusive Heilige drei Könige die beladen mit Geschenken im Anmarsch waren, belebten einige Schaufenster. Eindrücklich auch die Szenen aus dem Bergbau, oftmals mechanisch umgesetzt und somit beweglich. Man kann mit dem nötigen Kapital exklusive Stücke im höheren vierstelligen Zahlenbereich erwerben. Mann und Frau wurden nicht fertig mit staunen. Nach Stunden, wir hatten noch lange nicht alle Läden besucht, gaben wir auf und flüchteten wieder in den Wald. Auf Umwegen (absichtlich) gelangten wir wieder auf den Campingplatz. Heute blieben wir vom Regen verschont, aber wir hätten es gerne etwas wärmer. Ihr auch?
P.S. Leider reicht die Internetverbindung nicht aus um Fotos hochzuladen.
Freitag, 15. August 2014
15.8.14, Fichtelsee - Schlettau
Freitag
Wir haben wieder einmal unsere kurzfristigeren Pläne geändert. Das Felsenlabyrinth, Bayreuth und Bamberg werden wir zu einem späteren Zeitpunkt besuchen. Es ist nicht nur das schlechte Wetter der Auslöser dieser Änderung. Vor dem Besuch in der Schweiz wollten wir unbedingt noch ins Erzgebirge und da sind wir jetzt. Hier in Schlettau kann man das Schloss besichtigen, verschiedene Webstühle in Aktion beobachten, Informationen- über Feld und Waldbewohner bekommen und im grossen Gewölbe die ortstypischen Kräuterliköre probieren. Vor dem Likörverkosten haben wir die Erlaubnis eingeholt über Nacht auf dem Parkplatz stehen zu dürfen. Das Grubenfeuer ist ein Likör mit 60 Vol.%, da setzt man sich besser nicht mehr ans Steuer.
Wir haben wieder einmal unsere kurzfristigeren Pläne geändert. Das Felsenlabyrinth, Bayreuth und Bamberg werden wir zu einem späteren Zeitpunkt besuchen. Es ist nicht nur das schlechte Wetter der Auslöser dieser Änderung. Vor dem Besuch in der Schweiz wollten wir unbedingt noch ins Erzgebirge und da sind wir jetzt. Hier in Schlettau kann man das Schloss besichtigen, verschiedene Webstühle in Aktion beobachten, Informationen- über Feld und Waldbewohner bekommen und im grossen Gewölbe die ortstypischen Kräuterliköre probieren. Vor dem Likörverkosten haben wir die Erlaubnis eingeholt über Nacht auf dem Parkplatz stehen zu dürfen. Das Grubenfeuer ist ein Likör mit 60 Vol.%, da setzt man sich besser nicht mehr ans Steuer.
Donnerstag, 14. August 2014
14.8.14 Wanderung Fichtelsee – Ochsenkopf
Donnerstag
Der Wetterbericht versprach ab neun Uhr trockenes und später sogar sonniges Wetter. Wir packten den Rucksack mit Lunch und nach einem zweifelnden Blick zum Himmel auch mit Regenhose und Jacke. Über schöne Wanderwege, verschlungene Pfade, anspruchsvollen Passagen und schweisstreibenden Steigungen wanderten wir auf den 1024 Meter hohen Ochsenkopf. Unterwegs besuchten wir die Quelle des Mains.
Zur Mittagszeit erreichten wir die Höhe. Siehe da: es gab ein Restaurant! Auf den Ochsenkopf fahren zwei Seilbahnen die im Winter die Wintersportler transportieren und im Sommer die verrückten Radfahrer (Downhill), Wanderer oder sonstige Ausflügler. Es gibt Bikestrecken von einfach bis sehr anspruchsvoll, eine Sommerrodelbahn, oder man kann per Zipline ins Tal rauschen.
Wir bevorzugten, wie könnte es anders sein, die eigenen Füsse.
Damit wir die Regensachen nicht vergebens auf den Hügel geschleppt haben, begann es zu regnen. Die nassen Wurzeln und Steine machten den steilen Abstieg nicht einfacher. In weiser Voraussicht hatten wir unsere Stöcke mitgenommen. Auf den letzten drei Kilometern hörten wir weiter westlich Donnergrollen. Mit gesenkten Köpfen und langen Schritten zogen wir eilig Heimwärts. Müde und etwas aufgeweicht erreichten wir um sieben den Campingplatz. Schnell haben wir die nassen Sachen ausgezogen und wie um uns zu verhöhnen kam jetzt noch die Sonne zum Vorschein.
Der Wetterbericht versprach ab neun Uhr trockenes und später sogar sonniges Wetter. Wir packten den Rucksack mit Lunch und nach einem zweifelnden Blick zum Himmel auch mit Regenhose und Jacke. Über schöne Wanderwege, verschlungene Pfade, anspruchsvollen Passagen und schweisstreibenden Steigungen wanderten wir auf den 1024 Meter hohen Ochsenkopf. Unterwegs besuchten wir die Quelle des Mains.
Zur Mittagszeit erreichten wir die Höhe. Siehe da: es gab ein Restaurant! Auf den Ochsenkopf fahren zwei Seilbahnen die im Winter die Wintersportler transportieren und im Sommer die verrückten Radfahrer (Downhill), Wanderer oder sonstige Ausflügler. Es gibt Bikestrecken von einfach bis sehr anspruchsvoll, eine Sommerrodelbahn, oder man kann per Zipline ins Tal rauschen.
Wir bevorzugten, wie könnte es anders sein, die eigenen Füsse.
Damit wir die Regensachen nicht vergebens auf den Hügel geschleppt haben, begann es zu regnen. Die nassen Wurzeln und Steine machten den steilen Abstieg nicht einfacher. In weiser Voraussicht hatten wir unsere Stöcke mitgenommen. Auf den letzten drei Kilometern hörten wir weiter westlich Donnergrollen. Mit gesenkten Köpfen und langen Schritten zogen wir eilig Heimwärts. Müde und etwas aufgeweicht erreichten wir um sieben den Campingplatz. Schnell haben wir die nassen Sachen ausgezogen und wie um uns zu verhöhnen kam jetzt noch die Sonne zum Vorschein.
Mittwoch, 13. August 2014
13.8.14 Campingplatz Fichtelsee
Mittwoch
Es ist Regen angesagt. Ideales Wetter für schreiben, lesen und einen Frisörbesuch. Ähhhm …. das Ganze in der umgekehrten Reihenfolge!
Am späteren Vormittag erfragten wir beim Frisör einen freien Termin. Beide konnten sich gleich hinsetzen. Nach kurzer Wartezeit wurde mein Dachstock von der Chefin getrimmt, um Heiner’s Haarpracht kümmerte sich deren Sohn. Wie es an solchen Orten so üblich ist, man kommt ins Gespräch. Ich musste enorm aufpassen, dass ich alles verstand. Der hiesige Dialekt ist nicht so einfach.
Die Frau freute sich, als sie feststellte, dass wir mit dem WoMo unterwegs sind. Selber sind sie und ihr Mann auch begeisterte Wohnmobil Benutzer. In diesem Jahr seien sie jedoch noch wenig verreist. Ihr Mann habe eine äusserst schmerzhafte Trigeminusneuralgie. Er sei im Spital gewesen, weil man die Ursache dieser heftigen Schmerzen suchen musste. Er habe sich vor lauter Schmerzen übergeben müssen. Die Krankenschwester habe die benutzte Schale mitgenommen. Kurze Zeit später habe die Tochter gefragt: Papa, wieso bist du beim Mund so komisch? Erst da habe er festgestellt, dass die untere Schublade fehle. Pech: die Krankenschwester hatte den ganzen Inhalt der Schale bereits unwiederbringlich entsorgt. Nun habe er ein neues Gebiss und beim Ohr ein kleines Röhrchen um Flüssigkeit und Druck abzulassen. So halte sich der Schmerz in Grenzen, aber reisen mag er trotzdem nicht.
Nach dem Mittagessen schrieben wir Tagebuch und Blog. Die Texte wollen jedes Mal gut überlegt sein. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Mit langsamer Verbindung dauert es jeweils einige Zeit bis die Fotos hochgeladen sind.
Um fünf zogen wir die Jacken an und fassten die Regenschirme. Auf zur Brotzeit ins Dorf! Im ältesten Haus diesen Ortes (Bj um 1600) gibt es täglich ab 17 Uhr eine Brotzeit mit Produkten aus dieser Gegend. Frau hatte so kalt, dass sie einen Jägertee bestellte. Der wärmte wunderbar von innen und in der Stubn verströmte der Kachelofen eine angenehme Wärme. Bald waren wir in einem angeregten Gespräch mit einem Ehepaar aus Kassel. Wir bekamen einige Tipps von schönen, sehenswerten Ecken in Deutschland.
Wieder draussen musste man den Jackenkragen hochschlagen und den Schirm aufspannen. Am Heimweg liegt die Brandruine der Radon-Kristalltherme. Im Mai 2012 gab es im Saunabereich dieser Badelandschaft eine Explosion in deren Folge das Gebäude ausbrannte. Wegen Streitigkeiten zwischen Versicherung, Gemeinde und Betreiber sieht das Ganze immer noch so aus wie unmittelbar nach der Katastrophe. Es gehen einige Gerüchte um wie das bei solchen Fällen immer ist.
Im Wohnmobil habe ich die Heizung eingeschaltet! Die Baumspitzen sind in Nebel gehüllt wie im Herbst.
Es ist Regen angesagt. Ideales Wetter für schreiben, lesen und einen Frisörbesuch. Ähhhm …. das Ganze in der umgekehrten Reihenfolge!
Am späteren Vormittag erfragten wir beim Frisör einen freien Termin. Beide konnten sich gleich hinsetzen. Nach kurzer Wartezeit wurde mein Dachstock von der Chefin getrimmt, um Heiner’s Haarpracht kümmerte sich deren Sohn. Wie es an solchen Orten so üblich ist, man kommt ins Gespräch. Ich musste enorm aufpassen, dass ich alles verstand. Der hiesige Dialekt ist nicht so einfach.
Die Frau freute sich, als sie feststellte, dass wir mit dem WoMo unterwegs sind. Selber sind sie und ihr Mann auch begeisterte Wohnmobil Benutzer. In diesem Jahr seien sie jedoch noch wenig verreist. Ihr Mann habe eine äusserst schmerzhafte Trigeminusneuralgie. Er sei im Spital gewesen, weil man die Ursache dieser heftigen Schmerzen suchen musste. Er habe sich vor lauter Schmerzen übergeben müssen. Die Krankenschwester habe die benutzte Schale mitgenommen. Kurze Zeit später habe die Tochter gefragt: Papa, wieso bist du beim Mund so komisch? Erst da habe er festgestellt, dass die untere Schublade fehle. Pech: die Krankenschwester hatte den ganzen Inhalt der Schale bereits unwiederbringlich entsorgt. Nun habe er ein neues Gebiss und beim Ohr ein kleines Röhrchen um Flüssigkeit und Druck abzulassen. So halte sich der Schmerz in Grenzen, aber reisen mag er trotzdem nicht.
Nach dem Mittagessen schrieben wir Tagebuch und Blog. Die Texte wollen jedes Mal gut überlegt sein. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Mit langsamer Verbindung dauert es jeweils einige Zeit bis die Fotos hochgeladen sind.
Um fünf zogen wir die Jacken an und fassten die Regenschirme. Auf zur Brotzeit ins Dorf! Im ältesten Haus diesen Ortes (Bj um 1600) gibt es täglich ab 17 Uhr eine Brotzeit mit Produkten aus dieser Gegend. Frau hatte so kalt, dass sie einen Jägertee bestellte. Der wärmte wunderbar von innen und in der Stubn verströmte der Kachelofen eine angenehme Wärme. Bald waren wir in einem angeregten Gespräch mit einem Ehepaar aus Kassel. Wir bekamen einige Tipps von schönen, sehenswerten Ecken in Deutschland.
Wieder draussen musste man den Jackenkragen hochschlagen und den Schirm aufspannen. Am Heimweg liegt die Brandruine der Radon-Kristalltherme. Im Mai 2012 gab es im Saunabereich dieser Badelandschaft eine Explosion in deren Folge das Gebäude ausbrannte. Wegen Streitigkeiten zwischen Versicherung, Gemeinde und Betreiber sieht das Ganze immer noch so aus wie unmittelbar nach der Katastrophe. Es gehen einige Gerüchte um wie das bei solchen Fällen immer ist.
Im Wohnmobil habe ich die Heizung eingeschaltet! Die Baumspitzen sind in Nebel gehüllt wie im Herbst.
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