Mittwoch, 23. August 2017

23.08.17, Frörup

Mittwoch. Endlich wieder einmal einen Tag mit blauem Himmel, viel Sonne und ohne einen Tropfen Regen. In den vergangenen Wochen hatten wir beinahe täglich einen mehr oder minder starken Regenguss bekommen. Das Wetter kann sehr schnell wechseln.
Wir geniessen also Sonne und Meer und verbringen einen gemütlichen Tag.

22.08.17, Fredensborg - Frörup


Dienstag. Wir fahren weiter, wollen unterwegs Roskilde besichtigen und danach entscheiden wie weit wir am heutigen Tag noch fahren wollen.

Roskilde ist ein Stadt mit alter Tradition, schönen Häusern, gemütlicher Fussgängerzone, Wikingermuseum.
Wir spazieren durch einen Park ins Zentrum und gelangen als erstes zum Dom. Seit 800 Jahren ist dieser Dom bedeutungsvoll in der Geschichte Dänemarks. Zuerst als Hauptkirche des mächtigsten Bischofsstuhls Dänemarks und seit der Reformation als Begräbniskirche des dänischen Königshauses.
Nach dieser eindrücklichen Besichtigung machen wir es wie die Dänen, wir verpflegen uns an einer Würstchenbude und bestellten Pölser nach dänischer Art. Die schmecken sensationell gut, es ist lediglich eine Kunst die Dinger ohne kleckern zu verzehren. Messer und Gabel sind für diese Art Verpflegung verpönt. Also: wir lassen es uns schmecken und haben Spass dabei.
Ganz langsam und gemütlich bummeln wir zum Fahrzeug zurück und hoffen, dass inzwischen keine ungebetenen Gäste darin waren. Ein Schild am Parkplatzeingang hat davor gewarnt und empfohlen keine Wertgegenstände sichtbar liegen zu lassen. Unsere HeiMatd ist unbeschädigt, alle Besitztümer sind vorhanden. Danke.

Wir entscheiden die Storebaeltbrücke heute zu überqueren und auf dem Campingplatz Kongshöj einen Stellplatz zu belegen. Die Fahrt auf der Autobahn ist anstrengend, wir sind froh das Ziel zu erreichen.

Montag, 21. August 2017

21.08.17, Hundige – Söholm / Fredensborg

Montag. Da die heutige Etappe nur kurz ist, habe ich mir einen ganz gemütlichen, langsamen Start vorgestellt. Das heisst für mich: nicht vor halb neun aufstehen, etwa um halb zehn Frühstück, langsam zusammenpacken, ungefähr um elf Uhr starten. Eine 'männliche' Niesattacke beendete meinen Schlummer kurz nach acht. Dafür bekam ich den ersten Kaffee ans Bett geliefert.
Wir starten um zehn, stoppen nach zwei Kilometern jedoch bereits wieder vor dem grossen Einkaufszentrum 'Wave'. Wir sind auf der Jagd nach einer dänischen Prepaid SIM für unseren Hot Spot. Bei Elgiganten, gestern in Kopenhagen, hiess es: das haben wir nicht (unsere vorab Informationen lauteten: am ehesten gibt es das bei Elgiganten), wir wurden zu 'seven eleven' geschickt. Dort hiess es: nein, tut mir leid, haben wir nicht. Gestern haben wir nicht mehr weiter gesucht, heute wagen wir es nochmal. Im grossen Center marschieren wir zu Telenor, mit dem Glauben, dass wir bei dieser grossen Telefongesellschaft fündig werden. Irrtum! Nein, wir haben keine Prepaid-Karten, hiess es auch da. Alle wollen Abonnements verkaufen! Als Tourist will man kein Abo. Wir schlendern weiter und entdecken einen Shop von Huawei. Unser Gerät ist ein Produkt dieser Firma, aber ob die auch Startpakete für ins Internet verkaufen? Wir versuchen es und verlassen nach 20 Minuten Wartezeit das Geschäft mit einem Internetstartpaket!
Wir kaufen noch Frischprodukte für die nächsten zwei Tage. Mittlerweile ist es elf Uhr durch und die Dänen strömen in das Einkaufszentrum. Zeit für uns weiter zu fahren.

In einem grossen Bogen umfahren wir Kopenhagen, verlassen bei Lyngby die Autobahn und fahren der Küste entlang bis Humlebaek. Wir steuern den Campingplatz bei Söholm an. Da ist noch Mittagspause, also fahren wir weiter bis Fredensborg.
Am Strassenrand, etwa 500 Meter vor dem Schlosseingang, können wir unser Fahrzeug stehen lassen.
Vor dem Schloss steht eine Wache, für Besucher ist nur im Monat Juli eine Schlossbesichtigung mit Führung möglich. Normalerweise residiert die dänische Königsfamilie hier. Wir spazieren durch die Anlage und geniessen den Park der ganzjährig für Besucher zugänglich ist.
Später fahren wir die vier Kilometer zurück zu dem von uns ausgewählten Platz. Weil alles so sehr durchnässt ist, werden wir gebeten vorsichtig zu sein beim befahren der Wiese. Es eignen sich nicht alle Parzellen für Wohnmobile. Wir lassen die HeiMatd auf festem Untergrund stehen und besichtigen zu Fuss. Wir finden einen geeigneten Platz und Heiner kann unser WoMo ohne Landschaden zu verursachen platzieren.
Nach dem Installieren und einer 'Zvieripause' wage ich mich ans Aktivieren unserer neuen SIM Karte. Juhui! Es geht.

Sonntag, 20. August 2017

20.08.17, Kopenhagen

Sonntag. Für heute ist wechselhaftes Wetter angesagt. Wir packen die Regenjacke und den Schirm ein und marschieren die 1,2 Kilometer zur S-Bahn Station. Nach dem Ticketkauf müssen wir nicht lange warten, schon fährt die rote Bahn in die Station ein. Innert zwanzig Minuten bringt sie uns ins Zentrum von Kopenhagen. Schon das Bahnhofgebäude fasziniert und gibt Anlass die Kamera hervor zu kramen.
Wir spazieren durch mehrere Strassen, gelangen zur Tourist-Info wo wir einen Stadtplan und Informationen zu Sehenswürdigkeiten holen wollen. Es ist ein grösseres Büro mit mehreren Schaltern. Die Touristen sollten zuerst eine Nummer ziehen, wenn die Nummer auf der Anzeigentafel erscheint, kann man an den Schalter. Am Nummernschalter wurden keine Tickets mehr ausgespuckt. Ich weiss nicht wie lange schon, wir stellen einfach fest, dass die Frauen an den Schaltern leicht irritiert immer wieder neue Nummern aufrufen, aber die Touristen mit den entsprechenden Nummern erscheinen nicht. Ich habe mir unsere Nummer gemerkt und als die 253 aufgerufen wird, treten wir an den Schalter. Zuerst informieren wir, dass keine Nummern mehr heraus kommen. „Ahh, deswegen.“ Die Dame geht eilig die Papierrolle wechseln, danach bekommen wir einen Stadtplan und die gewünschten Informationen.
Nun können wir unsere Runde gezielt beginnen.
Wir betreten die City Hall in deren Eingangshalle aktuell eine Bilderausstellung zum Thema Olivenbaum ist. An einer Wand sind Kinderzeichnungen aufgehängt, am Tisch davor sitzen weitere kleine Künstler und malen eifrig Olivenbäume.

Es sind viele Leute unterwegs und kurze Zeit später sehen und hören wir auch weshalb. Es ist Kopenhagen Ironman. An manchen Stellen ist kaum ein Durchkommen, da dieser Wettkampf natürlich auch an den schönen Orten dieser Stadt vorbei führt.
Vor den plötzlich einsetzenden Regengüssen flüchten wir jeweils in ein gerade zur Verfügung stehendes Gebäude. Einmal in eine kleine Pizzeria. Und sind wir schon mal hier ....wir bestellen etwas zu essen. Am Nebentisch sitzt ein junges Paar mit zwei Kleinkindern. Sie haben Pizza bestellt die kurz vor unserem Essen geliefert wird. Hmm, das sieht nicht lecker aus. Ich bin gespannt auf unsere Teller. Tja, ich habe mehr als die Hälfte stehen lassen. Heiner war hungrig, da isst man bekanntlich fast alles. Ein anderes Paar am Tisch weiter hinten ist mit der Calzone auch nicht zufrieden. Wir bezahlen und verlassen das Lokal. Kaum draussen, werden wir von eine Gruppe Touristinnen angesprochen. „War die Pizza gut?“ Ich schüttle den Kopf, „nicht wirklich. Es ist besser, ihr geht in ein anderes Restaurant.“ Die Frauen bedanken sich für die ehrliche Auskunft und ziehen weiter. Heiner schaut mich entsetzt an. „Was? Hätte ich nicht ehrlich antworten sollen? Dieses Lokal kann man wirklich nicht guten Gewissens empfehlen.“
Ich ziehe meinen Angetrauten weiter.

Wir wandern durch die Strassen, besichtigen die Stadt, machen Fotos. Beim Wahrzeichen von Kopenhagen, der kleinen Meerjungfrau stehen natürlich viele Touristen die, ebenso wie wir, ein Foto machen wollen.
Der lange Weg zurück zum Bahnhof führt uns am runden Turm vorbei, der uns von der Dame in der Tourist-Info empfohlen wurde. Da habe man eine schöne Aussicht auf die Stadt. Wir bezahlen die Eintrittsgebühr für den 209 Meter hohen Turm. Bemerkenswert ist: eine Spiralrampe führt in die Höhe. Bis auf die letzten paar Meter ist der Turm somit Kinderwagen tauglich. Nur zuoberst ist eine kurze, enge, steile Wendeltreppe.
Wir haben etwas Mühe den Weg zum Hauptbahnhof zu finden. Durch den sportlichen Grossanlass und etliche Baustellen ist der Weg nicht so frei wie auf der Karte eingezeichnet. Müde und mit breit gelatschten Füssen erreichen wir schliesslich den Tivoli Vergnügungspark an dessen Rückseite der Bahnhof liegt.

Samstag, 19. August 2017

19.08.17, Göteborg – Hundige / Greve (Dänemark)

Samstag. Eine unruhige Nacht mit viel Lärm vom dicht bewohnten Campingplatz und starken Regengüssen geht zu Ende. Wir sind froh können wir weiter fahren. Geplant hatten wir bis Helsingborg zu fahren und dort mit der Fähre nach Dänemark zu übersetzen. Daraus wird nichts, der Fährbetrieb sei eingestellt. So rauschen wir auf der E20 weiter und gedenken in Malmö auf den Stellplatz zu fahren, wie bei unserer Ankunft in Schweden. Kurz vor Malmö befinden wir unseren Fitnesszustand noch als gut genug um sofort über die Öresundbrücke zu fahren und erst auf der dänischen Seite einen Übernachtungsplatz zu suchen.
Wir haben die norwegischen Kronen komplett aufgebraucht, bei den schwedischen Kronen gelang uns dies auch und dänisches Geld haben wir nicht genug um den Brückenzoll zu bezahlen (Kartenzahlung würde auch gehen). Aber Euro nehmen sie auch. Bloss das Wechselgeld gibt es nicht in Euro. Wir werden immerhin gefragt ob schwedisches oder dänisches Geld gewünscht sei. Da wir ja Schweden verlassen und erfolgreich sämtliches Bargeld ausgegeben haben wünschen wir dänische Kronen. Und schon haben wir wieder Bargeld in der Landeswährung für Kaffee und Kuchen.

Wir finden einen ruhigen Platz etwa 18 Kilometer ausserhalb von Kopenhagen. Die City erreicht man bequem mit der Bahn.
Nach dem installieren wünscht 'Mann' zuerst einen frisch gebrühten Kaffee. Sein Wunsch ist mir Befehl und ich beeile mich, denn auch ich lechze nach dem Gebräu. Bei seinem Kaffee giesse ich den Rest Milch der noch in der Tüte ist hinein, dann angle ich nach dem noch verschlossenen Nachschub. Ich öffne den Verschluss, schnuppere, probiere, stöhne und schaue die Verpackung nochmal genau an. An was habe ich mich jetzt wieder vergriffen?! Es ist nicht immer einfach das richtige Produkt zu erwischen. Man steht vor dem Kühlregal, betrachtet die zwanzig verschieden Tüten mit Milch und rätselt welche jetzt die Richtige bezw. gewollte ist. Nun habe ich einen ganzen Liter schwedische Sauermilch im Kühlschrank und muss erst bei Google nachforschen was ich alles damit anstellen kann. Glücklicherweise habe ich noch eine kleine Tüte Kaffeerahm in der hintersten Ecke.

Freitag, 18. August 2017

18.08.17, Göteborg

Freitag. Wir verzichten aufs Tram und gehen zu Fuss in die Innenstadt. Ausgerüstet mit einem Stadtplan marschieren wir los. Schon bei der ersten Kreuzung stehen wir etwas ratlos herum und versuchen heraus zu finden welches der beste Weg ist. Eine Radfahrerin hält an und bietet ihr Hilfe an. Gemeinsam betrachten wir den Plan und stellen fest: wir sind noch ausserhalb. Sie zeigt uns die Richtung zum Vergnügungspark Liseberg, es sei nur etwa 15 Minuten Fussmarsch und ab da ganz leicht in die Stadt zu gelangen. Wir marschieren munter drauflos, finden einen parkähnlichen Grünstreifen der angenehmer zu gehen ist als der Gehsteig entlang der vielbefahrenen Strasse.
Wir passieren den noch geschlossenen Vergnügungspark, die Göthia Towers die die Messe beherbergen, den Poseidondbrunnen und schaffen es endlich einmal rechtzeitig in die Markthalle.
Ohhhh! Ein Käsestand mit Köstlichkeiten aus ganz Europa! Martin's können nicht daran vorbei. Unsere Erfahrung vom Käsesortiment in den skandinavischen Läden: es hat ein sehr beschränktes Angebot. Hier ist jedoch ein Paradies für Käseliebhaber. Der junge Mann erläutert uns woher die von uns gewählten Käsesorten kommen und freut sich über unser Interesse.

Wir entdecken originelle 'Gemüseoasen' die offiziell zum sitzen und geniessen einladen und etwas später eine begrünte Wand. Beides gut umgesetzte Ideen.
Im Hafen liegt ein altes Kriegsschiff das man besichtigen könnte und etwas später entdecken wir einen Viermaster.
Auf dem Platz hinter der Oper ist Flohmarkt. Die Sammler und Schnäppchenjäger wühlen in den Kisten und Schachteln noch bevor die Verkäufer die Ware auf die Tische stellen können. Das weckt sogleich Erinnerungen an unsere Flohmarkttage.

Auch die Göteborg Oper ist ein spezielles, sehenswertes Bauwerk.
Über eine gedeckte Fussgängerbrücke gelangen wir in das grosse Einkaufszentrum Nordstan das wir auf der gegenüber liegenden Seite gerade wieder verlassen. Wir möchten in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken, bevor wir uns ins Gewühl des Göteborg Culturfestival wagen.
Diese Kulturtage finden jedes Jahr am Ende der Sommerferien statt. Es scheint, als sei die ganze Stadt am feiern. Kulinarisch könnte man bei unzähligen Ländern zu Gast sein, es riecht verlockend von den diversen Buden.
Wir flanieren durch den Stadtpark, schauen bei diversen Ständen mit Kinderanimation zu und besichtigen zum Schluss das Palmenhaus.
Müde und voller Eindrücke machen wir uns auf den Heimweg.