Dienstag, 28. Oktober 2014

28.10.14, Deva / Gijon

Dienstag
Wir wollten heute morgen mit dem Bus in die Stadt. Fahrzeiten laut Plan bei der Rezeption: (unter anderem) 10:30, 12:30 usw., häää? Gestern hatte ich doch andere Zeiten auf dem Plan bei der Haltestelle gelesen. Für den 10:30 Bus wären wir um 10:35 zu spät gewesen. Auf dem Fahrplan bei der Haltestelle hiess es: 10:47, 12:30 etc., gut, der um 10:47 passt perfekt. Kaum ausgesprochen fährt ein Bus an die Haltestelle. In der Frontscheibe ein Schild mit der Aufschrift: Villaviciosa - Gijon. Ohhh, das ist unser Bus. Wir stiegen ein, zahlten und setzten uns. Ist das jetzt der 10:30 Bus mit Verspätung oder der 10:47 zu früh??? Der Fahrplan bei der Haltestelle hat neuer ausgesehen ... also .... ist der Bus zu früh ....??? Man merke sich, die Zeiten hier sind nicht ganz ernst zu nehmen.
Eine neue Erfahrung machten wir in der Stadt: Gijon im strahlenden Sonnenschein! Genüsslich konnten wir schlendern, beobachten, 'Käffele', einkaufen.
Eine weitere Herausforderung war: den richtigen Bus für die Rückfahrt zu finden. Bei einem Busbahnhof mit sechs Inseln mit je drei Busplätzen und ohne Angaben von welchem Gate welcher Bus fährt ... ziemlich schwierig für Ausländer. Ebenso der Fahrkartenkauf. Bei den Ticketautomaten konnte man zwar die Sprache wählen, aber unsere Haltestelle bezw. den Zielort gab es einfach nicht auf der Liste. Dann sah ich zwei Mädchen von der anderen Seite des Bahnhofs kommen, die hatten Tickets in den Händen. Ohh, dort gibt es einen Schalter. Frau erstand zwei Fahrkarten bis zur Haltestelle Camping Deva und als ich aus der Schalterhalle trat, sah ich beim Gate 3 einen Bus einfahren mit der Karte: Gijon - Villaviciosa - Gijon.
Wir beobachteten, dass alle Fahrgäste jeweils zuerst beim Bus auf die Karte in der Frontscheibe schauten. Offenbar fahren die Chauffeure in irgend eine Bucht, die gerade frei ist.
Wir setzten uns auf die vordersten Sitze, damit wir die Haltestelle auf keinen Fall verpassen.
Im Licht der Abendsonne bereiteten wir unser Nachtessen und konnten sogar noch draussen essen.

Montag, 27. Oktober 2014

27.10.14, Santillana del Mar - Deva, Gijon

Montag
Heute morgen verliessen wir Cantabrien über die N 631. Auf der AS 114 tauchten wir tief in Asturien ein.
Viele Kilometer fuhren wir entlang des Rio Cares der uns in der Wahrnehmung narrte. Immer wenn wir das Flüsschen sahen, hatten wir das Gefühl: das Wasser fliesst aufwärts! Oder die Strasse führte optisch bergan, aber auf dem Navi zeigte es schwindende Höhenmeter an. Wo sind wir da unterwegs??? Ein Strassenschild verriet: Picos de Europa.
Sehr schöne Ansichten und Aussichten. Täler, Flüsse, Bäche, Berge, Pässe, Schluchten. Wörter und Begriffe die uns für Schweizer Landschaften geläufig sind. Diese Beschreibungen passen durchaus auch hier.
Im Laufe des Nachmittags trafen wir auf dem Campingplatz in Deva ein. Bis in die Stadt Gijon sind es nur etwa vier Kilometer. Das Schönste ist jedoch: wir haben immer noch sehr schönes Wetter! Letztes Jahr hatte es uns beim Gijonaufenthalt total verregnet. Die ganzen drei Tage! Da haben wir uns vorgenommen: diese Stadt besuchen wir wieder. Nun ist uns das Wetter wohlgesinnt.

Nach den Stunden auf den Landstrassen hatten wir das Bedürfnis zum marschieren. Vor dem Nachtessen absolvierten wir eine rasche Fünfkilometeretappe.











Unterwegs stiessen wir auf diesen imposannten Bau:
die Universidad Laboral, Spaniens grösstes Bauwerk überhaupt. Es bietet heute (laut Internet) auf seinen 270 000 Quadratmetern Platz für Universität, Kultur und Forschung. Das Gebäude wurde vom Architekten Luis Moya entworfen und 1955 realisiert. In den 1980er Jahren zerfiel der Komplex zusehends und wurde erst nach der Jahrtausendwende von der Lokalregierung Asturiens mit viel Geld wieder in Betrieb genommen. Seit 2007 ist die Universidad Laboral attraktiver denn je.

Sonntag, 26. Oktober 2014

26.10.14, Santillana del Mar

Sonntag
Letzte Nacht wurde uns die gestohlene Stunde zurückgegeben. Als wir nach dem Frühstück im Städtchen eintrafen hatte es noch kaum Touristen. Die Filmcrew war auch nicht am arbeiten, deshalb konnten wir ungestört und in aller Ruhe die Kirche und den Kreuzgang besichtigen. Fotos durften wir vom Kreuzgang machen so viel wir wollten, im Innern der Kirche war das verboten.
Danach schlenderten wir gemütlich durch den Ort, genossen in einem schönen Garten einen Kaffee und liessen uns von der Morgensonne wärmen.
In einem weiten Bogen wanderten wir zum Museo Altamira. Unterwegs machten wir bei der Ermitea San Esteban unsere Mittagsrast und genossen die Aussicht.
Bevor wir das Museo inspizierten setzten wir uns in die Cafeteria. Wir hatten bereits sieben Kilometer Fussmarsch bei Sonnenschein und warmen 28 Grad absolviert. Für die anschliessende Besichtigung hatten wir gerade noch genug Zeit in Reserve. Wir haben nicht gesehen, dass das Museum am Sonntag bereits um 15 Uhr schliesst!
Auf dem Rückweg blieben wir vor dem Eingang zum Zoo kurz stehen. Wir überlegten, ob wir für die maximal zwei Stunden restliche Öffnungszeit bereit sind pro Person 20 Euro zu berappen. Nein, das waren wir nicht. Wir machten eine Kehrtwende und strebten unserer HeiMatd zu.
Zum Ausklang setzten wir uns mit Bier und Buch vor den Camper an die Sonne und genossen die Restwärme des Tages.

Samstag, 25. Oktober 2014

25.10.14, Castro Urdiales - Santillana del Mar

Samstag.
Letzte Nacht gaben die Hunde keine Ruhe. Wir hatten für heute eine Wanderung auf den Berg hinter unserem Platz geplant. Wir wollten die Gegend und die schöne Aussicht noch einen Tag geniessen. Als die Hunde mich morgens um drei immer noch am schlafen hinderten wollte ich nur noch flüchten. Wenige Stunden und erst noch gestörte Nachtruhe ist der schönste Platz nicht wert. Am Morgen waren wir innert kürzester Zeit bereit für die Weiterfahrt.
Es ging wieder über die N 634, bergauf, bergab, durch schöne Ortschaften, liebliche Landschaften und viele Kilometer durch Baustellen. Wir haben uns kurzfristig entschlossen Santillana del Mar anzusteuern. Letztes Jahr konnten wir dieses Mittelalterstädtchen nicht geniessen. Jetzt wollten wir die Besichtigung der Kirchenanlage nachholen und ein Besuch bei den Höhlenmalereien von Altamira ist auch noch ausstehend.
Den Campingplatz fanden wir ohne Schwierigkeiten und bekamen vom Platzwart einen schönen Stellplatz zugewiesen. Wir sind umzingelt von Fahrzeugen die das Lenkrad auf der anderen Seite haben und auf deren Nummernschild das Landeskennzeichen GB prangt.
Beim Spaziergang durch das historische Zentrum wurde uns gesagt, dass man die Kirche nicht besichtigen kann. Eine Filmcrew sei beim drehen, ein Film mit Antonio Banderas.
Martin's machten einen grossen Bogen um das Hauptportal, schlenderten seitlich vorbei, hinten durch ein malerisches Seitengässchen, glaubten sich ausserhalb der Szenerie und wären beinahe mitten drin gewesen! Da durch dieses Gässchen keine Touristen latschen, wurde da auch nicht abgesperrt. In einem Seitenraum, wohl auch zur Kirche gehörend, wurde gedreht. Schauspieler in historischer Kleidung standen im Eingang. Innen schrie jemand: Ruhe ... und sogleich konnte man in den Gesichtern gespannte Konzentration feststellen. Wir schlichen möglist schnell und lautlos vorbei. Da wollten wir bestimmt nicht stören.

Später gingen wir etwas trinken in einem Restaurant. Da die Bildchen auf der Eiskarte so lecker aussahen, liessen wir uns verleiten einen Eisbecher zu bestellen. Die Bedienung bedauerte .... es gibt kein Eis mehr, wir schliessen gleich. Häää? Um 18 Uhr? Schliessen? Um diese Zeit öffnen die spanischen Restaurants doch erst! Ach ja, das haben wir im letzten Jahr doch auch festgestellt: solange die Tagestouristen da sind, haben alle geöffnet und wenn die verschwinden ist Feierabend. Mit anderen Worten: es ist von ca. 11 Uhr bis 18 Uhr Geschäftszeit.

Wir stiegen die steile Strasse hoch Richtung Campingplatz. Unser Nachtessen stand bald bereit, dazu gab es ein Gläschen Rotwein. Während ich den Abwasch machte, brachte Heiner den Müllbeutel zur Sammelstelle. Als er wieder zurück war berichtete er: jetz muss niemand mehr ins Restaurant am Platz gehen. Es ist vermutlich die ganze Filmcrew mit den ganzen Fahrzeugen dort. Es ist kein Durchkommen mehr.

Fotos in unserem Blog gibt es wieder wenn wir eine vernünftige Verbindung haben die nicht zwanzig Minuten für ein Bild benötigt. Bestimmt kann man im Internet Bilder von diesem berühmten Städtchen und von Altamira sehen.

Freitag, 24. Oktober 2014

24.10.14, Castro Urdiales

Freitag
Letzte Nacht wurde es gegen Mitternacht ruhig. Wir konnten beide sehr gut schlafen und heute morgen erfrischt und ausgeruht aufstehen.
Der Himmel sah am Morgen leicht bewölkt aus, die Sonne hatte meistens den Durchblick. Am Mittag waren wir bereits unten in der Stadt. Vor der Apotheke zeigte das Thermometer 26°, wir konnten sehr gut in kurzen Hosen flanieren. In einer Bar genossen wir wieder einmal ein Stück Tortilla, mhhhh lecker.

Auf den Felsen und bei den Ruinen schossen wir viele Fotos. Offenbar hat diese Stadt eine lange Geschichte.
Im laufe des Nachmittags fanden wir eine Frisörin die Zeit hatte uns die Haare zu schneiden. Nun sehen wir nicht mehr wie Landstreicher aus.
Am Abend nahm Heiner den Grill in Betrieb und wir konnten während dem Nachtessen die Aussicht bei milden Temperaturen ausgiebig geniessen.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

23.10.14, Urrugne - Castro Urdiales.

Donnerstag. Gestern Abend stellten wir mit Schrecken fest: Spanien FEHLT in unserem Navi. Das kleine Gerät mit dem richtigen Anschlusskabel ans grosse Gerät koppeln ist das Eine ... den Download bestellen, ausführen und fertigstellen das Andere. Mann machte alles richtig, bloss dauert das mit einer langsamen Leitung halt ewig. Lichter löschen war dann entsprechend spät bezw. früh.

Bei schönem Wetter verstauten wir die restlichen Utensilien fahrsicher und fuhren um zehn Uhr dreissig los Richtung Spanien. Auf insgesamt 194 Kilometer Landstrasse fuhren wir durch schöne Dörfer, grosse Städte wie San Sebastian und Bilbao, aber auch Kilometerweise durch hässliche, stinkende Industriegebiete. Meist konnten wir auf der N 634 fahren. Von Meereshöhe hinauf auf ca. 500 Meter ü. M. und wieder hinunter, manchmal wunderschön an der Küste entlang, plötzlich durch Tunnel oder zwischen bizzaren Felseinschnitten durch oder über sensationelle Brücken. Ausserhalb der Ortschaften eine Landschaft in Herbstfarben, übergossen von goldenem Sonnenlicht. Eine Stimmung die jeden Maler zum Schwärmen bringt.

In Castro Urdiales wollte unser Navi über einen Feld- und Wiesenweg auf kürzestem Weg zum Campingplatz. Leider vereitelte ein grosses, geschlossenes Tor die Pläne unseres Lotsen. Ein freundlicher Spanier erklärte mit wenig Worten und Handzeichen wo der Weg zum Camping durch geht: vor der Stierkampfarena geht es den Berg hoch.
Die Zufahrt zum Platz war in einem ebenso schrecklichen Zustand wie die falsche Zufahrt vorhin. Hätte es nicht zwei oder drei verbeulte, angerostete Hinweisschilder gehabt, ich wäre ausgestiegen und hätte mich streikend an den Strassenrand gesetzt.
Nun haben wir einen wunderschönen Standplatz mit Aussicht auf Castro Urdiales und das Meer. Einziger Wermutstropfen: die Geräusche von der Autobahn und die vielen unaufhörlich kläffenden Hunde.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

22.10.14, Urrugne

Mittwoch
Der Regen gestern Abend bot nur ein kurzes Gastspiel. Heute Morgen sah der Himmel vorwiegend blau aus, die einzelnen Wölkchen stellten keine Bedrohung dar. Obwohl es abgekühlt hat, konnten wir unserer Fahrradtour nach Hendaye in kurzen Hosen starten. Entlang der Küste zieht sich ein Fernwanderweg mit spektakulären Aussichten: der Sentier Littoral. Für jeden Wanderfreund ein Genuss.
Die Autofahrer fahren über die 'Corniche' und können so auch schöne Ausblicke erhaschen. Im Sommer soll sich da täglich eine Blechlawine entlangziehen. Auch jetzt ist die Strasse stark befahren und deswegen mit dem Fahrrad nicht unbedingt ein Genuss. Leider ist der Radstreifen beim Strassenbau vergessen worden.
In Hendaye setzen wir uns an den Strand und geniessen unseren Lunch. Das Rauschen der Wellen sorgt für eine wunderbare Geräuschkulisse.
Etwas weiter Richtung Stadt befindet sich der Surfstrand. Hunderte Sportler tummeln sich mit ihren Brettern in der Brandung. Viele Schaulustige stehen auf der Uferpromenade und schauen den Wagemutigen zu. Auch wir gesellen uns einen Moment dazu und beobachten Könner und Möchtegern. Manchmal sieht es so einfach aus und manchmal sind die ganzen Bemühungen vergebens.
Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg. Weil wir nicht alles auf der stark befahrenen Corniche radeln wollten, schoben wir unsere Räder ein Stück über den Sentier. Wir hatten schon gesehen, dass dort Fahrradverbot ist, waren jedoch der Meinung wenn wir unsere Räder schieben, können wir den grossen Bogen über die Corniche einsparen.
Es war ein Irrtum .... man darf dort nicht mal ein Fahrrad schieben! Wohl oder übel mussten wir zurück und die Strasse nehmen.

Bei Manu und Steph gab es noch einen Abschiedsapéro. Morgen reisen wir weiter.