Mittwoch, 6. Dezember 2017

06.12.17, Nazaré

Mittwoch. Schon wieder ist waschen notwendig. Ein viel zu oft wiederkehrendes, notwendiges Übel.
Es gefällt mir jedoch, dass ich gleichzeitig zwei Waschmaschinen benutzen kann. Das reduziert die Wartezeit.
Weniger toll ist: beide Maschinen schwingen schlecht. Ich hoffe, dass die Wäsche trotzdem trocken wird bis am Abend.
Heiner spannt die Wäscheleine zwischen den Bäumen. Die mangelhaft geschleuderte Wäsche zieht kräftig an der Leine. Ich habe die Idee, auf halber Strecke etwas unter zu stellen. Bloss was? Wir können ja nicht einfach bei den schlanken, hohen Bäumen einen Ast absägen. Heiner gräbt in unserem 'Keller' und erscheint mit der Haltestange der Store. Super! Das hält.
Für die zweite Leine bringt er eine andere Stange .... die hält nicht!!! Nach mehreren Versuchen landet ein Teil der nassen Wäsche auf dem sandigen Boden. Mein Angetrauter schimpft wie ein Rohrspatz und eigentlich sollte ich nicht auch noch Öl ins Feuer giessen, aber es entwischt mir ein: 'Gopfriedstutz nomol'! Uuuuhhhh, jetzt ist er beleidigt. Wollte er doch helfen und stattdessen misslingt es. Ich bin ja gar nicht auf ihn sauer. Einfach ärgerlich, dass es nicht so gut geklappt hat wie bei der ersten Leine. Mein Krebs zieht sich ins WoMo zurück und ich verteile die nasse Wäsche alleine so, dass sie möglichst nicht den Boden berührt.

Am Nachmittag entschliessen wir uns auf den nahen Monte S. Bartolomeu zu steigen. Ein 156 Meter hoher 'Bergkegel' in der Nähe des Campingplatzes. Eine Erhebung Magmatischen Ursprungs mitten aus der Dünenlandschaft. Eine Insel der mediterranen Flora. (offizielle Beschreibung)
Ich packe ein paar Trockenfrüchte und zwei Äpfel ein, er eine kleine Flasche Bier. Es ist eine angenehme kleine Nachmittagswanderung und nicht so weit, wie ich erst befürchtet habe. Der Anstieg am Schluss ist steil und anstrengend.
Endlich sind wir oben und Heiner zieht seinen Rucksack aus, bevor er ganz zum Gipfelkreuz aufsteigt. Ich höre einen Knall, splitterndes Glas ... und fluchen: „das hätte ich lieber gesoffen! Es gibt Tage, da läuft einem alles schief.“ Ich enthalte mich eines Kommentars.
Gemeinsam suchen wir in den tiefen des Rucksacks eine Plastiktüte, damit wir die Scherben mitnehmen und entsorgen können.
Nach der Aufräumaktion können wir doch noch die Aussicht geniessen und verzehren die Äpfel und Trockenfrüchte.
Eine Stunde später sind wir zurück auf dem Campingplatz und erhalten im Bereich des Wlan Netzes Bilder vom 'Grättimaa' backendend Schwager mit seinen Grosskindern. Nun kommt doch etwas Wehmut auf und unbändig 'Glust' auf die knusprige Backware. Ein Blick in die Vorräte genügt, ich werde selber tätig und bei einem schönen, roten Sonnenuntergang verströmen die backenden 'Bänze' einen herrlichen Duft.
Mmmhhh! Grättimaa und Kakao! Heimatgefühle!

Dienstag, 5. Dezember 2017

05.12.17, Gala Cova – Nazaré

Dienstag. Heute fahren wir etwa 80 Kilometer weiter. Unterwegs stoppen wir spontan bei Batalha. Hier, beim Kloster Santa Maria da Vitória, wurden die Könige beigesetzt. Wir bezahlen das Eintrittsgeld und lassen uns von dem Gebäude beeindrucken.
Draussen ist es sonnig, drinnen ist es kalt.
Nach dem Klosterbesuch setzen wir uns zum aufwärmen vor einem Restaurant an die Sonne. Wieder auf Betriebstemperatur geht die Fahrt dann weiter.

Dreissig Kilometer später beziehen wir einen Platz auf dem Camping Orbitur Valado in Nazaré.

Montag, 4. Dezember 2017

04.12.17, Gala Cova

Montag. Beim Aufwachen stelle ich fest: ich fühle mich besser, als gestern Abend. Die Beine fühlen sich noch etwas 'gummig' an und der Magen will auch noch keine üppige Mahlzeit. Deshalb machen wir uns einen ruhigen Tag und fahren erst morgen weiter.

Am Vormittag erledige ich den Blogeintrag von gestern. Zum Zmittag gibt es nochmal eine kräftige Gemüsesuppe, danach eine Stunde im Liegestuhl an der Sonne.

Heiner kann mich zu einem Strandspaziergang überreden.
Wir entdecken Fischer, die mit Seilwinden ein grosses Netz einholen. Spektakulär sieht es aus als sie, kurz bevor das Netz an Land kommt, die wartende Möwenschar mit Fischabfällen füttern. So sind die Vögel nicht mehr so gierig auf den frischen Fang, sie sind ja jetzt satt.
Langsam gehen wir durch den feinen, weichen Sand zurück zum Campingplatz.

03.12.17, Gala Cova

Sonntag. Den Vormittag verbringen wir im geheizten, warmen WoMo. Nachts sank die Temperatur auf drei Grad. Draussen scheint nun die Sonne, aber die Luft erwärmt sich nur langsam.
Am Nachmittag fassen wir die Fahrräder und strampeln zu den Salinen hinaus. Im Museum erfahren wir viel Wissenswertes und bekommen sogar einen Salzkorb aufgeladen. Ohhh, das ist auch mit dem leeren Korb nicht einfach und gefüllt hat er ein Gewicht von 50 Kilo!
Durch unsere Bilder dürft ihr nun mitkommen auf die Wanderung. Wir genossen es sehr und ich hoffe, auch euch gefällt es.
Mit den letzten Sonnenstrahlen sind wir zurück bei unseren Rädern. Das Museum ist verlassen, kein Fahrzeug steht mehr hier. Wir setzen uns auf die Sättel und treten in die Pedale. Die Kälte beisst nun an den Händen. Nach zwanzig Minuten sind wir zurück auf dem Campingplatz. Und nun spüre ich, wie sich mein Gesundheitszustand sehr rasch verschlechtert. Die latente Übelkeit vom Nachmittag steigert sich, ich schlottere vor Kälte und habe Gliederschmerzen. Ich lege mich ins Bett und wickle mich in den warmen Schlafsack. Zwei Stunden später gibt es eine wärmende Suppe, wovon ich immerhin einig Löffel essen mag. Danach schlüpfe ich sofort wieder ins warme Bett. Langsam erhole ich mich wieder.

Samstag, 2. Dezember 2017

02.12.17, Gala Cova

Samstag. Wir wollen mit dem Bus über die Mondegobrücken zum Mercado in Figueira da Foz.
Der Fahrer erklärt uns auf Portugiesisch und mit Händen und Füssen, dass wir bei der Bahnstation den Bus wechseln müssen. An der Bahnstation zeigt er uns den richtigen Bus, kommt sogar mit, um dem neuen Fahrer zu sagen wo wir aussteigen wollen. So liebenswürdig, da sagen wir artig 'obrigada'. Bei der Markthalle steigen wir aus und betreten die 1892 eröffnete Halle.
Sie ist angenehm übersichtlich und auch der Lärmpegel ist sehr gut erträglich. Wir kaufen Gemüse, Früchte und vom Flor de sal aus den hiesigen Salzfeldern.
Im Park gleich nebenan hat der Weihnachtsmarkt gestartet. Eben hat die Jugendmusik ihr Konzert beendet, die Verkaufsbuden haben geöffnet und Kinder besuchen den Weihnachtsmann in seiner Hütte. Auch hier: alles überblickbar und nicht überladen. Zwischen den Buden hat es noch jede Menge freien Platz.
Wir machen einen Spaziergang durch den Ortskern, essen einen Salat und schlendern dann gemütlich zur Busstation.
Es ist wieder der selbe Fahrer wie bei der Fahrt am morgen. Er weiss auch schon wohin wir wollen und das erleichtert die Sache sehr.

Von der Haltestelle bis zum Campingplatz sind es noch etwa einen Kilometer zu Fuss. Man sieht an den Bäumen sehr gut woher der Wind weht. Heimwärts mit Rückenwind ist praktisch.

Freitag, 1. Dezember 2017

01.12.17, Gala Cova

Freitag. Heute ist Feiertag in Portugal. Unabhängigkeitstag. Er gilt seit 2013 nur noch als ziviler Ereignistag, das bedeutet: die Geschäfte sind zum Teil geschlossen, bei Bus und Zug gilt der Feiertagsfahrplan und auf den Strassen fahren die Brummis trotzdem.

Ich muss meine Wettschuld einlösen: Heiner bekommt eine Rückenmassage. Mehrmals versuche ich das abzuwenden, aber es nützt nichts. Er lacht mich nur aus. Nächstes Mal bin ich vorsichtiger mit meinen Äusserungen.
Danach machen wir, trotz kühlem Wind, einen grossen Strandspaziergang, schauen bei Costa Lavos den Kitesurfern zu und erreichen unsere HeiMatd erst bei Dunkelheit wieder.

30.11.17, Coimbra – Gala / Figueira da Foz

Donnerstag. Wir fahren einige Kilometer weiter und erreichen die Küste bei Figueira da Foz. Auf dem Campingplatz Gala bei Cova installieren wir uns für die nächsten Tage. Es ist sonnig, aber es weht ein kühler Wind.