Blog von unterwegs mit dem Wohnmobil. Ziel: Europa und die Welt bereisen solange es Spass macht und die Gesundheit erlaubt. Tagebuch vom Jakobsweg Basel - Vezelay - Limoges - Orthez, Bilbao - Ribadeo - Santiago - Finisterra 27. Juli 2013 bis 28. Dez. 2013
Donnerstag, 8. Januar 2015
8.1.15, Donnerstag
Gestern sind wir am Nachmittag nach Cartagena gefahren. Ein Spaziergang am Hafen, Schiffe bestaunen, einen Salat essen mit Blick auf den Hafen, auf die Überreste der Stadtmauern klettern, die geschlossenen Geschäfte (Siesta) in der Fussgängerzone bestaunen. Dies alles liess den Nachmittag schnell vorbei gehen und schon war es Zeit den Rückweg anzutreten.
Daheim wurden wir von unseren Pfleglingen freudig begrüsst und sogleich die dringend notwendig gewordene Runde gedreht.
Heute sahen wir uns in Balsicas um. Diese Ortschaft hat sogar einen Bahnhof der noch in Betrieb ist. Ansonsten haben wir nichts Spezielles gefunden.
Am Nachmittag unternahmen wir eine kleine Wanderung zum 'Hausberg' Cabezo Gordo. Dieser ist durchlöchert von alten Eisenminen und ist Landschaftsschutzgebiet. Der Leser darf sich jedoch nicht ganz das Selbe vorstellen wie in der reglementierten Schweiz. Uns hat erschreckt wieviel Abfall herumliegt, vor allem Pet und Plastiktüten sowie Büchsen. Eigentlich hat die ganze Region ein Abfallproblem. Die grossen Gemüsefelder sind übersät mit kleinen und kleinsten Platikfitzelchen, die mit jedem Bewirtschaften weiter in den Boden gebracht werden. Reste von Bewässerungsschläuchen bleiben einfach liegen, oder liegen am Wegrand / Feldrand, werden zehackt beim Bewirtschaften der Felder etc.
Wir hatten die Distanz zum Berg falsch eingeschätzt und benötigten zuviel Zeit zum hinkommen. So verschafften wir uns bloss einen Überblick und entschieden: da fahren wir mit dem Fahrrad hin, nehmen den Rucksack mit einem Lunch, Wasser und einer Taschenlampe mit. Der heute gefundene Stollen geht gerade durch den Berg hindurch. Wir wollen die andere Seite sehen!
Sonntag, 4. Januar 2015
4.1.15, Sonntag, Camachos, Balsicas
schon ist es beinahe selbstverständlich geworden, dass täglich blauer Himmel und Sonnenschein unser Gemüt erfreut. Heute konnten wir sogar in kurzen Hosen und ohne Pullover sonnenbaden. Ganz normal sind solche Temperaturen im Januar hier auch nicht, trotzdem haben wir es genossen.
Nach zwei Tagen mit schauen, fragen, helfen, sind wir seit heute auf uns gestellt. Am Vormittag haben wir unsere Freunde zum Flughafen Alicante begleitet, danach sind wir der Küste entlang zurück gefahren. Speziell war der nahe Anblick der Salzseen und Salzberge in der Region von Torrevieja.
Bevor wir die letzten Kilometer nach 'Hause' fuhren, machten wir einen Spaziergang auf der Strandpromenade in Los Alcazares. Es war genau die richtige Zeit für Tapas.
Am Abend bekamen wir Besuch von der Polizei. Der freundliche, junge Uniformierte stellte sich als Javier vor. Er spricht etwas deutsch, englisch und natürlich spanisch. Er wollte sich vergewissern, dass es uns gut geht. Falls wir ein Problem haben, dürfen wir ihn anrufen. Wir fühlen uns gut aufgehoben und mit den freundlichen, hilfsbereiten Freunden von Chönzom und José schaffen wir das Abenteuer Finca hüten mit links.
Donnerstag, 1. Januar 2015
1.1.2015, Donnerstag, Camachos/Balsicas
In fröhlicher Runde stiessen wir aufs neue Jahr an. Plötzlich legte jemand José eine Gitarre in den Arm. Er liess sich nicht zweimal bitten und bald sangen, klatschten oder tuteten alle rhythmisch mit.
Alle hatten Spass.
Todmüde sanken wir irgendwann in die Federn, im Kopf liefen die Bilder der letzten Stunden weiter und der Übergang in den Schlaf war fliessend.
Die Hunde liessen uns bis halb zehn schlafen. Ich hatte den Verdacht, dass die beiden froh waren, dass sie nicht so früh Gassi gehen mussten.
Nach einem gutschweizerischen Frühstück mit hausgemachtem Zopf gingen wir auf kleine „was ist wo Runde“: Tankstelle, Entsorgungsstelle, Post, gute Restaurants, Zentrum von Los Alcazares und natürlich das Meer.
Wieder in der Finca legte ich mich in den Liegestuhl und genoss die wärmenden Sonnenstrahlen. Herrlich.
Gegen Abend drehten Heiner und ich mit den Hunden eine Runde und versuchten die Orientierung nicht zu verlieren. Zwischen den Feldern und Gewächshäusern ist das für Neulinge nicht einfach und ein kleiner Spaziergang ist plötzlich gross.
Abends wird es kühl und wir setzen uns gerne an das Kaminfeuer im Haupthaus und von dort senden wir euch liebe Grüsse. Herzlichen Dank für die guten Wünsche und die netten Kommentare.
Mittwoch, 31. Dezember 2014
31.12.14, Mittwoch, Torreblanca - Balsicas.
Trotzdem nahmen wir uns Zeit für ein gemütliches Frühstück und genossen den Anblick goldener Sonnenstrahlen am fernen Hügel. Nachts ging die Temperatur auf kühle 5° zurück, die Tageshöchstwerte versprachen warme 18°!
Die Fahrt führte uns durch sehr grossflächige Orangenplantagen. Das gestern waren vergleichbare kleine Felder. Was in Weingebieten Rebfelder sind, stehen rund um Valencia Orangenbäume, dazwischen auch mal Felder mit Zitronen- oder Granatapfelbäumen.
Auf den Strassen hatte es wenig Verkehr und wir kamen sehr gut voran.
Um 14.30 Uhr hatten wir das Ziel erreicht und wurden von strahlenden Gastgebern willkommen geheissen.
Euch liebe Freunde und Leser wünschen wir einen gemütlichen Abend in geselliger Runde, einen guten Jahreswechsel und ein gutes, erfolgreiches 2015!
Dienstag, 30. Dezember 2014
30.12.14, Dienstag. Montpellier/Lattes - Torreblanca, Spanien.
Zur Mittagszeit passierten wir die spanische Grenze. Mittlerweile wärmte die Sonne genügend, dass wir die Heizung ausschalten konnten.
Nach Barcelona sichteten wir die ersten Orangenplantagen. Bei vielen Bäumen hingen die Äste schwer unter der Last der orange leuchtenden Früchte. Ein Anblick der meinen Mund ganz wässerig machte.
Kurz vor der Dämmerung erreichten wir unseren Übernachtungsplatz in Torreblanca. Im schwindenden Tageslicht unter die schwach beleuchtete Dusche hüpfen kostete Überwindung. Der informierte Leser ahnt weshalb ..... richtig: keine Heizung! Es ist zwar nicht so kalt wie daheim, aber bei Temperaturen von 10° wäre heizen angenehm.
Nach dem kleinen Nachtessen im Camper gab es auf drängen von Frau einen Nachtspaziergang an den Strand. Ich musste als Schlaflied das Rauschen des Meeres hören.
Montag, 29. Dezember 2014
29.12.14, Montag. Lausanne - Montpellier/Lattes.
Unsere heutige Fahrt verlief sehr angenehm. Wir kamen gut voran und hatten fast den ganzen Tag strahlenden Sonnenschein. Etwa ab dem Abzweiger Lyon war endgültig Schluss mit Schnee. Die Wiesen leuchteten in einem so kräftigen grün, dass ich öfters mit meinem Blick an dieser satten Farbe hängen blieb.
Bis wir den Übernachtungsplatz bei Lattes erreicht hatten, war unser Fahrzeug komplett schneefrei. Die Temperaturen sind in einem Bereich wo man auch ohne Mütze, dicke Jacke und Handschuhe zur Toilette gehen kann. An der Reception wurde ich erst schamlos angelogen ..... und ich hab dem Kerl noch geglaubt! Als ich für einen Übernachtungsplatz fragte, sagte er: es habe keine Plätze mehr. Ich hab mich so erschrocken und ihn ganz entsetzt angeschaut. Er hat sich köstlich amüsiert und dann zugegeben, dass jede Menge Plätze zur Verfügung stünden. Wir durften uns einen Platz aussuchen.
Als i Tüpfelchen wurde uns ein herrlicher orange-roter Sonnenuntergang serviert.
Sonntag, 28. Dezember 2014
28.12.14, Sonntag. Oberdorf - Frenkendorf - Lausanne.
Heute morgen lag das ganze Baselbiet unter einer weissen Decke. In Oberdorf konnte man knöcheltiefe Spuren machen. Unsere Enkelkinder jubelten! Schlittenfahren und Schneemann machen stand zuoberst auf der Wunschliste.
Wir hatten unser rollendes Heim gestern schon startklar gemacht und klugerweise die Heizung auf unterster Stufe laufen lassen.
Am Mittag packten wir die restlichen Sachen, verabschiedeten uns von Tochter und deren Familie und stapften durch den Schnee zum Fraisa Firmenparkplatz. Es ist jeweils eine gute Lösung, wenn wir für die Dauer unseres Besuches das Fahrzeug auf dem Firmenareal abstellen dürfen.
Unsere 'HeiMatd' war eingeschneit. Mann entfernte so weit wie möglich den Schnee von der Aussenhaut, Frau verstaute die eben mitgebrachten Dinge im Fahrzeug ..... und genoss die Wärme. Bald konnten wir los fahren und blieben nach wenigen Metern schon wieder hängen. Der matschige Untergrund von gestern und die Schneedecke von heute ergaben in Kombination eine perfekte Rutschbahn. Wir kamen mit unserem schweren Gefährt einfach nicht bis zur Strasse.
Hmmm? Schliesslich entliehen wir einen Besen (Schaufel o.ä. war im sonntäglichen Dorf nicht aufzutreiben), wischten eine Spur, kratzten mit den Schuhen bis auf den festen Untergrund, legten die Anfahrhilfen unter die Vorderräder ..... und schafften es so auf die Strasse zu gelangen.
In Frenkendorf konnten wir an einer gemütlichen Kaffeetafel (danke Theo) noch mit einigen Freunden plaudern und Abschied nehmen. Es reicht halt nie für alle Besuche, aber wir kommen bald wieder.
Bei jedem Blick aus dem Fenster drängte es uns zum Aufbruch. Die Strassenverhältnisse sahen nicht gerade ideal aus und es schneite immer noch. Nochmal befreiten wir den Camper vom Schnee, starteten den Motor, winkten den Zurückbleibenden ein letztes Mal.
Bald nach dem Hauensteintunnel liess der Schneefall nach. Auf den Wiesen lag die dünnere Decke und die Autobahn war gut befahrbar.
Einmal mehr haben wir festgestellt: die Wetter- und Strassenverhältnisse haben keinerlei Einfluss auf das Fahrverhalten von sehr vielen Lenkern. Es wird mit geringem Abstand zum Vordermann mit hohem Tempo gerast.
Wir waren froh, als wir das heutige Ziel erreicht hatten.

