Donnerstag, 6. April 2017

05.04.17, Sevilla

Mittwoch. Die Busfahrt in die Stadt dauerte 30 Minuten und bei jeder Unebenheit klapperte das Fahrzeug als ob nächstens ein Rad verloren geht oder die Achse entzwei bricht.
Sevilla ist schön, interessant, gigantisch, verrückt.
Es gibt wunderschöne Parks mit kühlenden, schattenspendenden Bäumen. Ja, bereits sucht man den Schatten, am Nachmittag zeigte das Thermometer 25 Grad. Es waren sehr viele Touristen unterwegs, und an jeder Ecke trafen wir ganze Schulklassen.
Etwas war speziell auffallend: es hat noch mehr Fiaker als in Wien.

Auf der Heimfahrt erwischten wir den selben Klapperbus wie am Vormittag. Egal, Hauptsache wir schaffen den Weg zurück.

04.04.17 Jerez de la Frontera

Dienstag. Heute stand schon bald nach der Abfahrt eine Zwischenhalt an. In Jerez befindet sich die 'Fundacion Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre', Iberische tanzende Pferde. Das spanische Gegenstück zu Hofreitschule in Wien. Leider darf man während der Vorstellung keine Fotos machen. Fotos sind ebenfalls verboten in den Stallungen und im Kutschenmuseum. Informationen gibt es unter: www.realescuela.org
Wir genossen jede Minute unseres Aufenthaltes. Dieser Zwischenhalt hat sich gelohnt. Nach der ausgiebigen Besichtigung steuerten wir auf der anderen Strassenseite geradewegs in einen Shop mit den verschiedensten Sherrys der Region. Die Sherrys von Jerez sind berühmt, haben wir uns sagen lassen und an den Spezialitäten einer Region soll man nicht vorbeigehen.
Am späteren Nachmittag ging es weiter bis kurz vor Sevilla.

Montag, 3. April 2017

03.04.17, Tarifa

Montag. Wir bezahlten heute morgen unseren Aufenthalt auf dem Campingplatz und starteten nach Tarifa. Am Ortsrand stellten wir unser WoMo auf einen der vielen Parkplätze und schlenderten zu Fuss ins südlichste Städtchen Europas. War das ein Gefühl: das Bewusstsein , dass wir nun am südlichsten Punkt sind und ab jetzt geht es in den nächsten Monaten nordwärts bis ans Nordkap!
Der Ort Tarifa hat starken maurischen Einschlag. Das erkennt man an etlichen Gebäuden und sieht man in den Geschäften.
Einige Touranbieter locken mit Walwatching Touren in der Strasse von Gibraltar. Wenn ich nicht so gründlich unter Seekrankheit leiden würde, wäre das noch etwas gewesen. Aber der starke Wind und die Schaumkronen auf dem Wasser liessen diesen Gedanken gar keinen Raum.
Nach einem zweiten Frühstück in einer kleinen Cafeteria spazierten wir zu unserem Wohnmobil zurück. Die heutige Route führte uns etwa 100 Kilometer durch die Hügel von Andalusien. Saftig Weiden oder Ackerland säumten unseren Weg. Hin und wieder sahen wir Mutterkuhherden oder einige Pferde. Etwa dreissig Kilometer vor Cadiz durchquerten wir einen grossen Windpark. Links und rechts der Strasse standen unzählige Windräder, die meisten drehten sich in der heutigen starken Brise und produzierten fleissig Strom.
Nun stehen wir für eine Nacht in El Puerto de Santa Maria mit Blick auf Cadiz.

Sonntag, 2. April 2017

02.04.17, Valdevaqueros, Tarifa

Sonntag. Wir genossen unser Frühstück draussen vor dem WoMo. Der Wind hat sich gelegt, es herrschen angenehme Temperaturen.
Wir unternahmen eine Wanderung in den Parco Natural Estrecho. Die Aussicht von oben auf das Meer, Tarifa als den südlichsten Punkt Spaniens, die Strasse von Gibraltar und im fernen Dunst die Silhouette von Marokko war eindrücklich.
Es sollen bloss 15 Kilometer Distanz sein zwischen den beiden Ländern.
Wir genossen unseren Lunch auf diesem schönen Aussichtspunkt.
Auf unserem weiteren Weg trafen wir verschiedene Tiere.
Der Weg zurück war lang, die letzten Kilometer mussten wir entlang der Strasse gehen. Markierte Wanderwege gibt es selten.

01.04.17, Valdevaqueros, Tarifa

Samstag. 'Ruhetag'. Bloss Bettwäsche machen, Betten frisch beziehen, sämtliche Wäsche vom Waschtag zusammenfalten und verstauen. Schwups, ist der Tag vorbei.

31.03.17 La Linea - Tarifa

Freitag. Nach dem gestrigen anstrengenden Tag schlafen wir etwas länger. Während wir gemütlich Frühstücken, ist die Putzequipe fleissig am arbeiten. Dieser Platz wird von Behinderten unterhalten und ist top gepflegt. Kurz vor zwölf verliessen wir den Platz und fuhren Richtung Tarifa. Unser nächster ausgewählter Platz lag etwa 10 Kilometer ausserhalb Tarifas und verfügt über gute Infrastruktur, grosse Wäsche stand an. Tatsächlich standen mir zwei Waschmaschinen zur Verfügung, auf diese Weise ging es etwas schneller.
Am Abend machten wir einen kleinen Spaziergang zum Strand. Das ruhigere Mittelmeer war gestern, heute stehen wir am Atlantik. Ein Paradies für Kite-Surfer.

30.03.17, Gibraltar

Donnerstag. Zu Beginn unserer Gibraltarbesichtigung mussten wir erst einen Bus finden, der uns bis zur Grenze brachte. Um elf Uhr hatten wir den Zolldurchgang passiert und überquerten mit vielen anderen Fussgängern und Autos die Start- und Landebahn des Flughafens von Gibraltar. Kaum waren wir auf der anderen Seite, wurde die Strasse geschlossen, eine Wischmaschine fegte sämtliche Steinchen und Sonstiges von der Fahrbahn, danach konnte das Startprozedere beginnen. Gleich zwei Maschinen machten sich bereit für den Start. Sie rollten bis zum westlichen Ende der Rollbahn, dann erfolgte der Start gegen Osten. Am jeweiligen Ende der Start- und Landebahn liegt das Meer, eine ganz spezielle Gegebenheit.
Bevor wir die Stadt erkundeten bezogen wir an einem Bankomat englische Pfund. Zwar wird in den Geschäften der Euro akzeptiert, jedoch oft zu einem recht hohen Kurs.
Zur Main Street gelangten wir durch einen Tunnel in der Stadtmauer. Die Mauer ist breit genug um Restaurants, Cafes und Pubs zu beherbergen. Auf dem Casemates Square dahinter konnte man an der Sonne sitzen und sich von einem der Restaurantbetreiber bedienen lassen. In der Main Street herrschte reges Treiben, viele Touristen schlenderten und betrachteten die Auslagen der Geschäfte. Auffallend viele Schmuckgeschäfte säumten die Flaniermeile links und rechts. Trotzdem konnte ich meinen Angetrauten nicht überreden, mein Dackelblick war vergebens. Gegenüber der Residenz des Gouverneurs setzten wir uns vor einem Restaurant an einen Tisch und liessen uns Fish and Chips servieren. Während dem Essen konnten wir beobachten wie der Gouverneur den Palast verliess, wie die Wachen salutierten und kurze Zeit später wie die Wachablösung zelebriert wird.
Vom Cable Car (Seilbahn) liessen wir uns auf den hohen Felsen bringen. Die Aussicht vom Affenfelsen ist sensationell. Und überall wird auf Tafeln mit Wort und Bild gewarnt, dass man die Affen nicht füttern soll, dass man die Tasche etc. nicht liegen lassen soll. Im Souvenirshop mit integriertem Cafe hat es einen Türsteher, der darauf achtet, dass keiner der Affen von der Aussichtsplattform herein kommt. Trotzdem schaffte es einer durch die andere Tür unten an der Treppe. Blitzartig sauste er die Treppe hoch, sprang auf den ersten Tisch und klaute der Dame dort den angebissenen Muffin aus der Hand. Die Frau erschrak sich so, dass sie ihren Kaffee verschüttete. So flink wie der kleine Kerl erschienen war, so schnell verschwand er auch wieder.
Den Abstieg vom Affenfelsen machten wir zu Fuss. Unterwegs besuchten wir die St. Michael's Cave, eine riesige Höhle mit gigantischen Tropfsteinen, die mit Lichteffekten in Szene gesetzt werden. Diese Höhle ist sehenswert, wir verbrachten einige Zeit mit staunen und fotografieren.
Einen weiteren Höhepunkt auf dem Weg nach unten war die Suspensions Bridge, eine 72 Meter lange Hängebrücke für Fussgänger. Mit lautem Herzklopfen wagte ich mich darüber, was andere können, kann ich auch.
Unten in der Stadt genehmigten wir uns einen Kaffee bevor wir uns zu Fuss auf den Heimweg machten. Kurz vor 20Uhr erreichten wir den Campingplatz.