Blog von unterwegs mit dem Wohnmobil. Ziel: Europa und die Welt bereisen solange es Spass macht und die Gesundheit erlaubt. Tagebuch vom Jakobsweg Basel - Vezelay - Limoges - Orthez, Bilbao - Ribadeo - Santiago - Finisterra 27. Juli 2013 bis 28. Dez. 2013
Freitag, 6. November 2015
6.11.15, San Marino
In der Stadt waren Handwerker am Weihnachtsbeleuchtung montieren. Wir verdrückten uns durch die Hintertür und stiegen durch den Parco Naturale zum Terza Torre (dritten Turm) auf.
Am Nachmittag machten wir eine kleine Museumtour: Zweiter Turm mit Waffenmuseum (da hatte es Prunkstücke der Büchsenmacher und Waffenschmiede dabei, die sogar Frau begeisterten)
das Wachsfigurenkabinett, den Regierungspalast, das Staatliche Museum mit einer grossen Archäologischen Abteilung und zuletzt die Kirchen und Bildergalerie San Francesco.
Unterwegs gab es natürlich Fotohalte. Einmal bot ich einem russischen Paar an von ihnen beiden ein Foto zu machen. Im Gegenzug machte er ein Foto von uns beiden.
Zum Glück habe ich diese Brücke erst nach dem überschreiten von unten betrachtet!
Die Bushaltestelle für die Rückfahrt suchten wir zuerst am falschen Ort. Eine Polizistin erklärte uns schliesslich, dass wir am selben Ort einsteigen müssen wo wir den Bus auch verlassen haben. Da noch eine andere Person mitfahren wollte, konnten wir beobachten wie man das hier macht: man wartet bis der entsprechende Bus heranbraust, dann hebt man den Arm, der Bus stoppt und öffnet die Tür und man kann einsteigen. So geht das .... wieder etwas gelernt!
Donnerstag, 5. November 2015
5.11.15, San Marino
Dass es viele sehr steile Strassen hat, haben wir gestern schon gesehen und gespürt, heute setzten wir noch einen drauf.
Gestartet sind wir beim Centro Vacanze auf etwa 220 m.ü.M.
Bis zum Kreisel beim Ospedale auf 340 m.ü.M. kamen wir schon arg ins keuchen und ein erster Fotohalt mitten im Kreisel war mir gerade recht.
Bis zur Staatsstrasse die mitten durchs Land führt waren weitere steile Meter zu bewältigen. Dazu beschäftigte uns die Frage: wie kommen wir heil über diese Strasse? Gestern hatten wir weder Zebrastreifen noch Fussgängerunter- oder Überführung gesehen und als zusätzliches Hindernis hat es in der Mitte eine Leitplanke. Die zweite Verschnaufpause nutzten wir um zu beobachten. Zu Fuss geht an diesen steilen Hängen kaum jemand. Man (und Frau) fährt Auto ..... und das mit Schwung damit man auch sicher hoch kommt. Bergab geht es sowieso schnell .... zu viel bremsen schadet den Bremsbelägen. Endlich sahen wir einen Mann aus einem Auto steigen und über die Strasse eilen. Zuerst bis in die Mitte, hopp, über die Leitplanke und dann über die zwei Gegenspuren. Wir schauten uns an, dann auf die Strasse, warteten den passenden Moment ab .... und hopp! Ich fragte mich wie das Eltern mit Kindern machen. Mann lachte mich aus: die machen das bestimmt nicht, die fahren!
Nach weiteren Höhenmetern gelangten wir zur Talstation der Gondelbahn, die brachte uns bequem von 535 m.ü.M. ohne Anstrengung auf 640 m.ü.M.
Die Aussicht war wirklich sensationell, trotz der nicht ganz klaren Sicht.
Heute besichtigten wir einen Teil der Altstadt
und die Burg 1 (Guaita)
inklusive Gefängniszellen, die bis 1970 benutzt wurden und den Verteidigungsturm.
Bevor wir uns auf den Heimweg, bezw. Abstieg begaben wurden wir noch überredet verschiedene lokale Schnäpse zu verkosten. Limoncello, Kräuterlimoncello und einen Trüffelschnaps. Beim dritten musste ich bereits passen. Wir wollten den Heimweg ebenfalls zu Fuss bewältigen. Mit verschieden Fläschchen im Gepäck hatten wir es beim Treppablaufen lustig.
Bis zur gefährlichen Strassen waren wir wieder zurechnungsfähig und konnten, ohne dass einer wegen uns langsamer fahren musste, auf die andere Seite.
Morgen fahren wir mit dem Bus!
Mittwoch, 4. November 2015
4.11.15, Bologna – San Marino
San Marino ist eine kleine Republik in der Nähe von Rimini und hat 33'000 Einwohner auf einer Fläche von 61 Km2
Die Wurzeln der Geschichte reichen bis ins dritte Jahrhundert nach Christus.
Imposant erhebt sich der Monte Titano von dessen Plateau man angeblich eine 360° Rundumsicht hat.
Laut Informationsbroschüre gibt es vieles zu entdecken, zu sehen, zu erleben. Wir sind gespannt.
Dienstag, 3. November 2015
3.11.15, Bologna
Dienstag. Von Bologna wussten wir nicht viel. Man soll hier unbedingt Tortellini probieren und natürlich die weltberühmte Sauce Bolognese, vorzugsweise mit Tagliatelle (mit Spaghetti sei es verpönt) zudem geniesse der Feinschmecker den Mortadella von Bologna. Wir machten uns also mit kulinarischen Erwartungen auf den Weg in die Stadt. Mit dem Bus war das Ziel in fünfzehn Minuten erreicht. Eine Touristinfo suchten wir vergebens, also kauften wir an einem Kiosk einen Ministadtführer (den gab es sogar auf deutsch). Nun erfuhren wir, dass die Wurzeln der Stadt bis ins 10. Jahrhundert vor Christus reichen. Über die Jahrhunderte entstand eine bewegte Geschichte. Berühmt ist die Universität, die Studierende von weither anlockt.
In der Altstadt konnten wir alte Bauwerken bewundern und staunten nicht schlecht über die vielen Arkaden. Wie in Bern kann man auch hier im Schatten, oder geschützt vor Regen, stundenlang flanieren, Schaufenster betrachten oder einkaufen gehen.
In einem Lokal das traditionelle hausgemachte Gerichte versprach kehrten wir ein. Mann bestellte Tortellini, Frau Tagliatelle mit Ragoú (dies bezeichnet die Bologneser Sauce). Wir erlebten eine Gaumenfreude der besonderen Art! Ohhh, war das lecker! Das kann man nicht beschreiben, das muss man einfach geniessen.
Noch ganz selig von dem kulinarischen Erlebnis schwebten wir durch die Gassen.
Plötzlich standen wir vor dem Torre Asinelli, einem der Geschlechtertürme. Im Mittelalter bauten die reichen Geschlechter einen Turm neben ihren Palästen der angeblich der Verteidigung diente, jedoch eher ihren Reichtum symbolisierte. Heute stehen noch 23 dieser Türme. Heiner zückte seine Geldbörse und entrichtete die Eintrittsgebühr. Der Turm der Asinelli hat eine Höhe von 97 Meter. Entsprechend viele Holzstufen führen aufwärts. Wir mussten auf dem Weg nach oben viele Verschnaufpausen machen. Endlich war es geschafft und wir konnten einen wunderschönen Rundumblick über die Stadt geniessen.
Wieder auf dem Erdboden steuerten wir geradewegs auf die Basilica Santo Stefano zu. Nebst der speziellen Architektur bietet dieses Gebäude ein kleines Museum und einen Shop mit Produkten die von den Mönchen hergestellt werden.
Gegen Schluss unser Besichtigungstour erreichten wir die Basilica di San Petronio. Mit ihren Massen gehört sie zu den grössten christlichen Kirchen. Der Bau zog sich über mehrere Jahrhunderte hin. Den Bauplänen nach sollte sie den Petersdom von Rom übertreffen. Die Ausführung der ursprünglichen Baupläne wurde jedoch vom Kirchenstaat verhindert. Der Petersdom soll die grösste Kirche bleiben. Bevor man in das Gebäude darf, wird man von der Polizia unter die Lupe genommen und alle Taschen und Rucksäcke werden inspiziert. Das Innere wirkte auf mich eher kühl und distanziert, ich suchte bald wieder den Ausgang. Vielleicht hatte einfach genug von dem ganzen Rummel.
Genau gegenüber der Basilica entdeckte ich die Touristen Information. Zu spät... jetzt wollten wir nach Hause. Vieles was noch sehenswert wäre haben wir nicht gesehen. Von den zehn gut erhaltenen Stadttoren haben wir nur gerade eines besichtigt.
Ein zweiter Besuch dieser Stadt ist nicht ausgeschlossen.
Die Bushaltestelle für die Rückfahrt war etwa 300 Meter weiter vorn als die Gegenüber bei der Ankunft. Das Ticket kauft man vorher im Tabaci (das wussten wir bereits) und stempelt es nach dem Einsteigen im Bus.
Der Bus brauste 15 Minuten vor der Abfahrtszeit zur Haltestelle. Der Chaufeur war am telefonieren. Während der ganzen Wartezeit telefonierte er lauthals und liess dabei den Motor laufen. Pünktlich fuhr er los, er telefonierte immer noch. Über Kreuzungen und Einspurstrecken fuhr er einhändig, mit der anderen presste er das Handy ans Ohr... mal links, mal rechts, je nachdem welche Hand er zum fahren brauchte. Stadtauswärts wurde das Telefonat dann beendet und das Handy verstaut. Einige Minuten später klingelte es und munter wurde wieder während dem Fahren telefoniert. Trotzdem erreichten wir den Campingplatz wohlbehalten. Ist das jetzt den Fahrkünsten oder einem Heer von Schutzengeln zuzuschreiben?
P.S. Den Mortadella verspeisten wir zum 'znacht'. Mhhhhhm!
Von meinem Sony Xperia™-Smartphone gesendet.
Montag, 2. November 2015
2.11.15, Mestre, Venedig - Bologna
Der Campingplatz Venice schliesst heute seine Tore für eine Winterpause. Für uns bedeutete dies: zusammenpacken und weiterziehen. Ciao Venedig, wir kommen wieder.
Bei immer noch schönstem Sonnenschein fuhren wir Richtung Bologna und unser Schutzengel fuhr mit. Ein grosser Sattelschlepper stand an einem Lichtsignal rechts von uns. Wir auf der Spur für geradeaus, er für rechts abbiegen. Der Lastwagen vor ihm bog wie vorgesehe ab. Dann wurde das Signal für die rechte Spur rot und unseres wurde grün. Der Knorrli rechts startete seine Maschine und zog einfach nach links uns in die Fahrbahn. Heiner konnte gerade noch reagieren bevor es zum Zusammenstoss kam. Alle rundherum machten erschreckte Gesichter. Das hätte ziemlich schief gehen können.
Der Rest der Fahrt verlief, bis auf die holperigen Strassen, ruhig. Morgen sehen wir uns Bologna an.
Sonntag, 1. November 2015
1.11.15, Venedig
Dank Wochenende und sehr schönem Wetter wurden viele Leute angelockt. Gestern fuhren wir zuerst auf die Insel Murano, bewunderten dort die vielfältige Glaskunst
und als es uns zu viele Leute hatte bestiegen wir wieder ein Vaporetto zurück zur Haltestelle San Marco.
In einer Seitengasse stiegen wir in eine Gondel und genossen dieses teure Vergnügen in vollen Zügen. Wir sind das erste Mal hier, also ist das Pflicht. Unser Gondoliere konnte sogar einige deutsche Erklärungen liefern.
Danach versuchten wir uns etwas abseits der Touristenströme zu bewegen was uns nur zum Teil gelang. In den engen Gassen ist es sehr schwierig die Orientierung zu behalten .... mehrfach landetetn wir in einer Sackgasse. Ohh, ein Kanal ohne Duchgang ... bitte wenden! Ohh, eine Gasse mit Ende vor Haustüren .... bitte wenden! Nach fünfzehn Minuten, einigen Richtungsänderungen, überqueren von kleinen Brücken, nochmal Richtungsänderungen, landeten wir an genau derselben Stelle am Kanal ohne Brücke! Eine kleine Brücke sahen wir einen Häuserblock weiter vorne. Mit dem zweiten Versuch klappte es. Wir fanden eine Haltestelle für den Wasserbus, entschlossen uns den nächsten zu nehmen und erst wieder auszusteigen wenn wir in der Nähe des Autobusbahnhofs sind.
Heute mieden wir den Markusplatz und die Rialtobrücke, suchten stattdessen wenige belebte Plätze und fanden sogar den Parco San Elena.
Nach einem schönen Spaziergang genossen wir ein letztes Mal eine lange Vaporettofahrt. Dann ging es wieder heimwärts.