Freitag, 23. Oktober 2015

23.10.15, Winterthur - Ponte Tresa.

Freitag. Liebe Freunde, es gibt wieder zu lesen von uns.
Ursprünglich wollten wir am Dienstag losfahren, stattdessen verbrachten wir noch etwas Zeit mit unseren Enkelkindern in Frenkendorf. Am Mittwochabend kochte unsere Tochter Denise so ein leckeres Essen, dass wir mit den vollen Bäuchen kaum fähig waren unsere Ware in den Camper zu laden.
Gestern nachmittag rollten wir dann gemächlich Richtung Winterthur. Wir waren mit meiner Schwester zum Nachtessen verabredet. Dieses verspätete Geburtstagsessen hatte sie noch zugut und ihre Wahl fiel auf das Restaurant 'zum bunten Hund'. Ein kleines Lokal mit gemütlicher Atmosphäre und ausgezeichnetem Essen. Entsprechend spät krochen wir in unsere Kojen. Heute morgen machten wir gleich nach dem aufstehen unser Fahrzeug startklar und anschliessend gingen wir zu Christina frühstücken.
Um elf Uhr starteten wir stadtauswärts, immerzu Richtung San Bernardino. Lange Zeit suchte ich die Sonne vergeblich. Bis kurz vor Wildhaus hielt sich der Hochnebel hartnäckig. Aber ab da genossen wir die leuchtenden Farben des Herbstes, die noch sattgrünen Wiesen mit den braunen Kühen und über allem weiss überzogene Bergspitzen. Kalenderbilder. Hinter der Autoscheibe wurde es so warm, dass ich die Heizung ausschalten konnte. Trotzdem kamen wir dem ersten Schnee recht nah! Links und rechts der Strasse vermochte sich das kühle Weiss an den den Schattenflecken zu halten.

Am späten Nachmittag reihten wir uns in die Kolonne vor dem Grenzübergang bei Ponte Tresa ein. Bald nach dem Grenzübergang konnten wir den Campingplatz ansteuern.
Morgen wollen wir hier den Markt besuchen und erst übermorgen Richtung Venedig weiterfahren.

Die aktuelle Reise dauert bloss bis  Mitte November, wir haben anschliessend mehrere Hilfseinsätze daheim.

Von meinem Sony Xperia™-Smartphone gesendet

Montag, 28. September 2015

28.9.15, Oberdorf

Mittlerweile haben wir uns gut erholt und wagen auch schon wieder Wanderungen im Baselbiet.

Am Freitag konnten wir unseren neuen Mietern die Schlüssel zum Haus übergeben. Wir hatten uns schon Gedanken gemacht, wie das mit dem leeren Haus über den Winter geht. Somit wären wir diese Sorge los.

Das schöne Wetter lockt uns in den Garten (bei Tochter und Schwiegersohn), wo einige Herbstarbeiten anstehen.
Nächste Woche wollen wir in anderen Teilen der Schweiz Besuche machen, übernächste Woche nochmal Gartenarbeiten erledigen und am 20. Oktober fahren wir wieder los.

Fotos vom Westweg

Montag, 21. September 2015

21.9.15, Westweg 8. Tag.

Nach einem wunderschönen Wandertag von Hinterzarten über Titisee bis Thurner/St. Märgen haben wir uns entschlossen den Westweg hier zu beenden. Mehrere Gründe führen zu diesem Entschluss. Der wichtigste: der tägliche Kampf um ein Bett! Ich habe schon von den Wanderern mit leichtem Gepäck, bezw. Gepäcktransport geschrieben. Da es sich oft um ganze Gruppen handelt die die Unterkünfte belegen, müssen wir in oftmals einige Kilometer vom Weg entfernte Unterkünfte ausweichen. Heute, nach einigem erfolglosen Telefonieren, hat Frau gesagt: jetzt reichts!
Der zweite Grund: die Etappe gestern hat bei Heiner Ischiasbeschwerden ausgelöst. Die schwierige Unterkunftsituation fordert von uns längere Etappen als gewünscht bezw. erträglich sind.
Und nicht zuletzt: die Schlechtwetterfront die auf uns zu kommt. Das müssen wir nicht nochmal haben.
Wir fahren morgen nach Hause.

Sonntag, 20. September 2015

20.9.15, Westweg 7. Tag.

Heute morgen war eile angesagt. Zügig packen, rasch frühstücken, bezahlen und ab auf den Bus. Die drei Kilometer bis Notschrei liessen wir uns fahren, dort konnten wir wieder in die Route einsteigen.
Erst führte uns der Weg sanft bergan, dann wurde es immer steiler. Zwischendurch zwei, drei mal etwas flacher, als eine willkommene Erholung.
Das Allerbeste: es blieb trocken! Manchmal sahen wir blauen Himmel oder fühlten wärmende Sonnenstrahlen. Auf dem 'Stübenwasen' bestaunten wir die 'längste Baumliege der Welt'. Ein liegender Baumstamm mit seitlich angebrachten Sufen zum erklimmen der hölzernen Liegesitzen.
Vor dem letzten und steilsten Teil des Aufstiegs auf den Feldberg nutzten wir die Gelegenheit bei der St. Wilhelmer Hütte eine nahrhafte, heisse Suppe zu bestellen.
Auf dem Gipfel hatte es Nebel und es wehte ein kühler Wind. Was mich jedoch wirklich ärgerte war, dass wir das Feldbergtor verpassten. Im Nachhinein stellten wir fest, dass wir die Route hätten verlassen und zum Turm hätten marschieren müssen. Da es neblig war wollten wir nicht die zwanzig Minuten zum Turm laufen. Einen Hinweis fanden wir nirgends.

Abwärts wurden unsere Beine und Füsse arg beansprucht. Über eine weite Strecke hatte es viele Wurzeln, Steine oder kleine Rinnsale.
Müde und total geschafft erreichten wir nach 26 Kilometern den schönen und bekannten Ort Hinterzarten. Eine Passantin zeigte uns den Weg zum Hotel und ersparte uns damit einen Umweg.

Samstag, 19. September 2015

19.9.15, Westweg 6. Tag.

Unsere Schlummermutter verwöhnte uns mit einem üppigen Frühstück. Ihr Mann informierte uns derweil, dass einige hundert Meter nach dem Wiedener Eck der Wanderweg mit einem Zaun versperrt sei. Wir sollen das nicht beachten und einfach drüber steigen, es sei der offizielle Westweg. Der Landbesitzer sei mit allen Leuten im Streit. Niemand könne es ihm recht machen und das mit der Sperrung sei sein neuester Streich. Wir sollen uns doch in Pforzheim beschweren. Wenn sich genügend Leute melden, müsse der Schwarzwaldverein etwas unternehmen und das sei wirklich dringend notwendig.
Gespannt was uns der heutige Tag bringen mag machten wir uns auf den Weg. Der Aufstieg zum Wiedener Eck gestaltete sich doch nicht so anstrengend wie gestern befürchtet. Hinter dem Berggasthof tauchte der Westweg  auf einem sanft ansteigenden Strässchen in ein Stück Wald, der bald abgelöst wurde von weiten Weiden, mit Sicht auf einzelne verstreut liegende Gehöfte. Vor einem der Höfe mussten wir nach rechts auf einen Pfad abbiegen und standen nach etwa 100 Metern tatsächlich vor einer Sperrung und einem Fahrverbotsschild mit der Aufschrift: Privat! Durchgang verboten! Ohne die Vorinformation wären wir recht am Zweifeln gewesen. So aber stiegen wir mutig über die Drähte und hofften, dass der Bauer nicht mit dem Gewehr kommt. Der weitere Weg führte auf sehr schmalem Pfad zwischen zwei Weidezäunen durch. Links und rechts Stacheldraht, Flucht nicht möglich. Wir mussten aufpassen, dass wir mit unserem Gepäck oder den Jacken nicht hängen blieben, hatten also gar keine Zeit um nach dem bösen Bauern Ausschau zu halten. Nach etwa einem Kilometer näherten wir uns einer rotweissen Barriere. Wieder ein Fahrverbot mit der selben Beschriftung, diesmal in die andere Richtung. Daneben hing jedoch ein Plakat mit dem Hinweis für Westwegwanderer, dass man trotzdem weiter wandern darf.

Auch heute konnten wir nicht auf die Regenmontur verzichten. Mutig hatten wir am Morgen die Regensachen im Rucksack verstaut um sie gegen Mittag eilig hervor zu zerren. Missmutig, mit gesenktem Kopf damit die Brille nicht nass wird, stapfte ich hinter Heiner her. Gerade als ich schimpfen wollte, tauchte vor uns eine Schutzhütte auf. So schnell habe ich noch selten überholt.
Bald nach uns suchte noch ein älteres Ehepaar aus Hamburg und ein junger Mann aus Münster Schutz.
Den Regenguss nutzten wir gleich für den Lunch. Danach lief es beinahe von selbst und ohne weiteren Regen bis Notschrei. Diese Passhöhe hat den Namen wegen dem Gesuch der Bürger an die Regierung für den Bau einer Verbindungsstrasse bekommen.
Wir hätten auch beinahe einen Notschrei losgelassen, denn schon wieder drohten dunkle Wolken. Eilig suchten wir den Eingang zum Bauernkaffee. In der Gaststube störte uns dieser zweite heftige Regenguss nicht.
Wir erkundigten uns nach einer Wegmöglichkeit hinunter nach Mückenbrunn. Unser heutiges Quartier liegt nicht direkt am Westweg.
Tja, auf dem Weg zum Hotel erwischte uns der Regen doch nochmal.
Morgen gibt es über den Feldberg eine längere Etappe. Wir hoffen auf einen trockenen Tag.

Freitag, 18. September 2015

18.9.15 Westweg 5. Tag.

Hoffnungsvoll starteten wir unsere heutige Etappe. Hoffentlich regnets nicht, hoffentlich gibts keinen Nebel, hoffentlich können wir die viel gerühmten Aussichten geniessen. Vom Regen wurden wir verschont, dafür kam während dem Aufstieg zum Belchen der Nebel in dichten Schwaden vom Tal hoch. Bald montierten wir den Regenschutz gegen die Feuchtigkeit des Nebels. Je höher wir stiegen um so kühler wurden die Temperaturen. An exponierten Stellen wo der Wind blies wünschte ich mir eine wärmende Mütze.
Den Belchengipfel liessen wir wegen fehlender Sicht aus, stattdessen suchten wir das Gasthaus auf. Wir staunten nicht schlecht über die volle Gaststube. Bei dem Wetter! Bis wir feststellten: die meisten sind mit der Gondelbahn gekommen.
Wir sind mit unseren grossen Rucksäcken die Exoten. Die Westwegler lassen heutzutage das Gepäck transportieren. Die ganze Wanderung wird organisiert angeboten von der Übernachtung über das Vesperpaket bis eben zum Gepäcktransport. Man muss nur noch laufen.

Während dem Abstieg vom Belchen kamen uns doch noch einige Wanderer entgegen. Auch wurden wir einige male überholt und es ergaben sich Gelegenheiten für kurze Gespräche. Nach und nach lichtete sich der Nebel, es gab doch noch einige schöne Aussichten. Auf dem Wiedener Eck schritten wir durch das zweite Tor und mussten das natürlich bildlich festhalten. Sogleich wurden wir von Tagesausflüglern als Westwegler erkannt und angesprochen. Für lacher sorgte mein Ausspruch beim Anblick vom Dorf Wieden: och do müese mer abe und morn wieder do ufe laufe. Nun waren wir endgültig als Schweizer enttarnt.

Bald erreichten wir unser Quartier, abwärts gehts halt schneller.
Nach dem Zimmerbezug reservierten wir uns erfolgreich die nächsten zwei Übernachtungen. Wir müssen doch nicht biwakieren.