Montag, 10. April 2017

09.04.13, Sagres

Sonntag. Nachts hörten wir den Wind in den Pinien rauschen, schön. Am morgen weckten uns die Tauben mit ihrem Lärm, nicht schön. Von diesen Vögeln hat es einfach zu viele bei diesem Campingplatz. Fette Feger, die auf dem Platz jede Menge Futter finden.

Wir beendeten unseren Aufenthalt in Olhão und fuhren Richtung Sagres.
In Faro machten wir einen Zwischenhalt. Es gibt viele Fotomotive, etwa die beiden Jungen Frauen die zu spät sind für ihre gebuchte Fähre und per Schnellboot 'nachgeliefert' werden.
Oder die Stadttore, die Stadtmauer und die vielen Storchennester werden geknipst. Auf jedem möglichen Turm oder Mauervorsprung haben Störche ihre Nester gebaut und ziehen ihre Jungen gross.
Vor der Kirche stehen die Gottesdienstbesucher bei einem Schwatz beisammen, jeder hat ein Palmblatt mit Blumen bekommen. Spätestens jetzt weiss man, dass Palmsonntag ist.
Beim Bahnhof muss man, um auf den anderen Bahnsteig zu gelangen, über die Geleise gehen. Eine Tafel warnt und beschreibt wie man es machen soll.
Wir schaffen das und erreichen unser Wohnmobil unbeschadet.
Hundert Kilometer später gelangen wir zum Campingplatz in Sagres. Die Dame an der Rezeption ist Deutsche, wir verstehen die ganzen Erklärungen bestens.

Samstag, 8. April 2017

08.04.17, Olhão

Nach dem Frühstück verabschieden sich unsere Nachbarn bereits wieder. Sie reisen weiter während wir noch einen Tag Aufenthalt anhängen. Zu Fuss gehen wir zum Hafen, eine Bootsfahrt zu den Inseln Armonia und Culatra auf der Wunschliste. Am Hafen herrscht buntes Markttreiben.
In den Hallen bieten Fischer ihren Fang an, draussen stehen die Tische der Bauern, beladen mit Gemüse, Früchten, Honig oder Backwaren. Unser Boot startet um 14 Uhr, es bleibt genügend Zeit um das Angebot zu bestaunen und etwas zu essen.
Bevor wir auf das Boot steigen, montiert Ricardo seitliche Schutzplanen. Es habe draussen ordentliche Wellen, so seien wir vor Spritzwasser geschützt. Nun wird mir doch etwas mulmig. Habe ich mich auf etwas eingelassen, das mein Gleichgewichtssinn gar nicht verkraftet? Das kleine Boot bietet Platz für 13 Personen, wir sind 8, genügend Platz um sich nicht eingeengt zu fühlen. Sehr schnell merke ich, es geht mir besser, wenn ich stehe oder etwas erhöht sitze, so kann ich die Schaukelei besser ausgleichen. Ja, ich kann die Fahrt sogar geniessen! Ein Genuss ist es auch barfuss durch den warmen Sand auf einer der kleinen Inseln zu gehen.
Auf Culatra besuchen wir das Fischerdorf und können bei der Weiterfahrt einem Austernzüchter bei der täglichen Arbeit über die Schultern schauen. Auf einem speziellen Tisch liegen die Austern ausgebreitet. Da wird sortiert, geputzt, geschnitten, die kleinen kommen wieder in die Körbe und ins Wasser, die grossen zur Weiterverarbeitung und in den Verkauf.
Auf dem Rückweg kommen wir an Shell fish farms vorbei. Arbeit und Einkommen für viele Leute.
Vom Hafen aus sind es etwa zwanzig Minuten Fussmarsch bis zu unserer HeiMatd. Unterwegs stellen wir erstaunt fest: der Intermarche hat doch noch offen, entgegen unserer Information. Wir decken uns mit Lebensmitteln für das Wochenende ein.
Dann: Kaffeepause, duschen, kochen, essen, Tagebuch und Blog schreiben, müde, fertig, gute Nacht.

07.04.17, Olhão

Freitag. Manchmal gibt es lustige Zufälle. Unsere direkten Nachbarn sind aus der Schweiz und auf dem Nummernschild prangen die Buchstaben BL. Heiner hielt gestern Abend schon einen Schwatz, heute liefen wir uns im Naturpark mehrmals über den Weg. Die Interessen sind ähnlich, so ist einiges an Gesprächsstoff vorhanden.
Der Naturpark Ria Formosa erstreckt sich über eine Länge von 60 Kilometern entlang der östlichen Küste an der Algarve. Er wurde in die Liste der Feuchtgebiete mit internationalen Bedeutung aufgenommen. Für die Vogelwelt ist die Ria Formosa von Bedeutung weil es ein Überwinterungsplatz für Vögel aus Nord- und Zentraleuropa ist. Ebenso ist es ein wichtiger Rastplatz für die Zugvögel auf der Route zwischen Nordeuropa und Afrika. Und natürlich ein idealer Brutplatz für inzwischen auch seltener gewordenen Arten.
Mehrere Stunden durchstreiften wir das kleine umzäunte Gebiet, das unweit des Campingplatzes liegt. Dieser Teil des Parks ist nur tagsüber geöffnet und verfügt über einen Rundweg der markiert ist. Unterwegs trifft man immer wieder auf Infotafeln (portugiesisch und englisch). Es gibt ein Besucherzentrum mit vielen Informationen, eine Gezeitenmühle die nur noch Museum ist, eine Ausgrabungsstätte römischer Einsalz-Tanks, eine Tierpflegestation für Vögel, Salzwiesen, Dünen, Pinienwald. Ökosysteme und Nutzungsformen der Ria Formosa kann man hier kennen lernen.
Am Abend sitzen wir mit unseren Nachbarn draussen vor dem WoMo, zeigen die Bilder vom Jakobsweg und lassen den Tag gemütlich bei einer Flasche Wein ausklingen.

Donnerstag, 6. April 2017

06.04.17, Olhão, Portugal

Donnerstag. Hurra, wir sind in Portugal! Das was wir vor zwei Jahren schon wollten, haben wir nun in Angriff genommen.
Die Fahrt durch die grüne und blühende Landschaft war abwechslungsreich und meist angenehm. Am frühen Nachmittag inspizierten wir einen Platz der uns jedoch gar nicht gefiel. Wir fuhren noch einige Kilometer weiter bis Olhão, meldeten uns an und bezogen einen Stellplatz.
Gleich nebenan befindet sich der Naturpark Ria Formosa mit seinem Vogelschutzgebiet. Da sind wir nun gespannt drauf.
Gegen Abend marschierten wir zum Hafen und auf dem Rückweg schlenderten wir durch die Fussgängerzone mit den vielen kleinen Läden. Jaaa, ich weiss, in unserem Häuschen haben wir nicht viel Platz.

05.04.17, Sevilla

Mittwoch. Die Busfahrt in die Stadt dauerte 30 Minuten und bei jeder Unebenheit klapperte das Fahrzeug als ob nächstens ein Rad verloren geht oder die Achse entzwei bricht.
Sevilla ist schön, interessant, gigantisch, verrückt.
Es gibt wunderschöne Parks mit kühlenden, schattenspendenden Bäumen. Ja, bereits sucht man den Schatten, am Nachmittag zeigte das Thermometer 25 Grad. Es waren sehr viele Touristen unterwegs, und an jeder Ecke trafen wir ganze Schulklassen.
Etwas war speziell auffallend: es hat noch mehr Fiaker als in Wien.

Auf der Heimfahrt erwischten wir den selben Klapperbus wie am Vormittag. Egal, Hauptsache wir schaffen den Weg zurück.

04.04.17 Jerez de la Frontera

Dienstag. Heute stand schon bald nach der Abfahrt eine Zwischenhalt an. In Jerez befindet sich die 'Fundacion Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre', Iberische tanzende Pferde. Das spanische Gegenstück zu Hofreitschule in Wien. Leider darf man während der Vorstellung keine Fotos machen. Fotos sind ebenfalls verboten in den Stallungen und im Kutschenmuseum. Informationen gibt es unter: www.realescuela.org
Wir genossen jede Minute unseres Aufenthaltes. Dieser Zwischenhalt hat sich gelohnt. Nach der ausgiebigen Besichtigung steuerten wir auf der anderen Strassenseite geradewegs in einen Shop mit den verschiedensten Sherrys der Region. Die Sherrys von Jerez sind berühmt, haben wir uns sagen lassen und an den Spezialitäten einer Region soll man nicht vorbeigehen.
Am späteren Nachmittag ging es weiter bis kurz vor Sevilla.

Montag, 3. April 2017

03.04.17, Tarifa

Montag. Wir bezahlten heute morgen unseren Aufenthalt auf dem Campingplatz und starteten nach Tarifa. Am Ortsrand stellten wir unser WoMo auf einen der vielen Parkplätze und schlenderten zu Fuss ins südlichste Städtchen Europas. War das ein Gefühl: das Bewusstsein , dass wir nun am südlichsten Punkt sind und ab jetzt geht es in den nächsten Monaten nordwärts bis ans Nordkap!
Der Ort Tarifa hat starken maurischen Einschlag. Das erkennt man an etlichen Gebäuden und sieht man in den Geschäften.
Einige Touranbieter locken mit Walwatching Touren in der Strasse von Gibraltar. Wenn ich nicht so gründlich unter Seekrankheit leiden würde, wäre das noch etwas gewesen. Aber der starke Wind und die Schaumkronen auf dem Wasser liessen diesen Gedanken gar keinen Raum.
Nach einem zweiten Frühstück in einer kleinen Cafeteria spazierten wir zu unserem Wohnmobil zurück. Die heutige Route führte uns etwa 100 Kilometer durch die Hügel von Andalusien. Saftig Weiden oder Ackerland säumten unseren Weg. Hin und wieder sahen wir Mutterkuhherden oder einige Pferde. Etwa dreissig Kilometer vor Cadiz durchquerten wir einen grossen Windpark. Links und rechts der Strasse standen unzählige Windräder, die meisten drehten sich in der heutigen starken Brise und produzierten fleissig Strom.
Nun stehen wir für eine Nacht in El Puerto de Santa Maria mit Blick auf Cadiz.