Freitag, 18. September 2015

17.9.15, Westweg 4. Tag.

Heute morgen goss es wie aus Kübeln. Dazu gab es Sturmwarnung auf Höhen über 1000 Metern. Die Entscheidung heute nicht zu wandern war absolut richtig. Wir beneideten die anderen Wanderer die ihr Programm durchzogen nicht. Bei solchen Verhältnissen über der Hochblauen zu gehen ist bestimmt nicht harmlos.

Wir verbummelten den Vormittag im Berggasthof, genossen den restlichen Lachs vom Frühstücksbuffet und die Wirtin brachte uns ein Glas Sekt dazu. Dies sei übrig geblieben, wir sollen es uns schmecken lassen.
Am Nachmittag fuhren wir mit dem Bus ins Tal bis nach Schopfheim. Von dort hatten wir besseren Telefonempfang und konnten so die Übernachtung für morgen Abend reservieren. Die  Reservation für Samstag im Gebiet Feldberg klappte nicht. Alle angefragten Häuser sind für das Wochenende ausgebucht. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen.

Donnerstag, 17. September 2015

16.9.15, Westweg 3. Tag.

Nachdem ich gestern Abend resigniert mein Handy  zuunterst im Rucksack verstaut habe, versuche ich  nun über Heiners Gerät den Blog aktuell zu halten.
Vielleicht klappts ja.

Heute morgen erhielten wir wiederum ein sehr grosszügiges Frühstück. Da wir nicht alles zu verzehren vermochten, brachte die Schlummermutter Plastikbeutel um die Resten einzupacken.
Bei leichtem Nieselregen marschierten wir regendicht verpackt los. Laut Wettervorhersage sollte es heute bewölkt sein, gegen Abend aufkommende Windböen und dann erst Regen. Sollte.
Die ersten dreieinhalb Kilometer war 'lockeres Einlaufen' zurück zum Hexenplatz, wo wir gestern Abend den Westweg verliessen.
In der Schutzhütte, im Trockenen, zogen wir eine Zwischenschicht aus. Der Aufstieg zum Hochblauen versprach laut Höhenprofil eine schweisstreibende Angelegenheit zu werden. Dazu noch die Regenkluft, jupiii!
Ja, dieser Aufstieg durch den Nikolauswald hatte es in sich: auf 2,5 km kamen 320 Höhenmeter. Gegen Ende des Aufstiegs blies der Wind immer stärker. Aber welche Überraschung: das Restaurant war entgegen aller Aussagen geöffnet. Wegen Umbau bloss in einer kleinen Selbstbedienungsversion, aber wir konnten trocken und windgeschützt einen heissen Kaffee und ein Stück Käsekuchen geniessen. Derweil heulte draussen der Wind und blies dunkle Regenwolken vorbei. Wir waren froh, während dem heftigsten Regenguss im Trockenen zu sitzen.
Der Abstieg auf der anderen Seite war nicht ganz so steil und zu unserer Erleichterung konnten wir nach und nach die Regenmontur ausziehen. Es gab sogar einen ganz angenehmen Nachmittag mit schönen Ausblicken über den Schwarzwald bis zu den Alpen.
Die Kilometer bis zum Übernachtungsplatz im Haldenhof zogen sich noch ordentlich in die Länge. Da wir lange gebummelt hatten, Wetterspiele und Aussicht genossen hatten, mussten wir uns zum Schluss beeilen um vor der Dämmerung unser Ziel zu erreichen.

Dienstag, 15. September 2015

Defektes Gerät!

Liebe Freunde, mein Handy gibt den Geist auf. Ev. kam die Meldung nicht bis in den Blog, deshalb schreibe ich es nochmal. Deshalb kann ich auch keine Tagesberichte mehr senden. Ärgerlich. Schade. Vermutlich nicht zu ändern. 20% Akku reichen keine 12 Tage mehr.

15.9.15, Westweg 2. Tag.

Die Wirtin vom Bahnhöfle in Hammerstein verwöhnte uns mit einem üppigen Frühstück. Mit vollen Bäuchen wagten wir uns auf den Einstieg in die Wolfsschlucht. Der Name kommt weniger von der früheren Anwesenheit des Wolfes als vom wolfsähnlichen Heulen des Windes durch die Felsen und Bäume.
Zuerst ging es viele unregelmässige Treppenstufen hoch, dann durch imposante Felsformationen. Wir blieben nicht nur zum Luft holen stehen, sondern auch zum schauen, staunen, betrachten und fotografieren.
Nach vier Kilometern erreichten wir Kandern. Dieses Töpferstädtchen war uns schon von der Ferienwoche mit den Enkelkindern im Sommer bekannt. Heute jedoch herrschte emsige Betriebsamkeit. Über das Wochenende und Montag war das Jahresereignis: Budenfest. Eine Passantin meinte: schade, dass ihr das verpasst habt. In jedem Jahr ist es DAS Ereignis in Kandern. Aber es findet nächstes Jahr wieder statt, ihr müsst halt dann nochmal kommen.
Bei der Tourist-Info wollten wir uns Auskunft für mögliche Übernachtungsplätze holen. Das heutige Tagesziel wäre der Blauen gewesen. Gestern erfuhren wir, dass der Berggasthof seit längerem geschlossen ist.
Wegen Krankheit geschlossen stand auf den Zettel an der Tür des Verkehrsamtes. Informationen könne man nebenan im Büro der Volkshochschule bekommen. Noch während wir uns berieten, ob wir einfach weiter und später von unterwegs telefonieren wollen, wies uns ein älterer Herr auf die Tür der VHS. Beinahe wollte er uns schieben. Lachend folgten wir dem Hinweis und wurden drinnen freundlichst empfangen. Hilfsbereit und zuvorkommend telefonierte die Sekretärin um uns einen Übernachtungsplatz zu sichern.
Nach Kandern begann der Anstieg zur Schutzhütte 'Häslerköpfle' die einen schönen Blick über Kandern bietet. Von dort geht es über den Mohrensattel und dann immerzu bergauf zur Ruine Sausenburg und auf schönen Wegen weiter durch einen Fichten-Hochwald. Öfters bestaunten wir mächtige, ausladende Eichen.
Der gut beschilderte Westweg endete für uns heute beim 'Hexenplatz'. Von dort stiegen wir hinunter ins Dorf Marzell und auf der anderen Seite wieder hoch bis zum Gästehaus Langer. Herzlich wurden wir begrüsst und umsorgt. Frisch geduscht durften wir uns in die gute Stube setzen und erhielten sogar einen kleinen Imbiss ..... weil es im Ort sonst gar nix mehr gibt.

Montag, 14. September 2015

14.9.15 Westweg 1. Tag.

Ein ungewohntes Geräusch holte uns heute morgen aus dem Schlaf. Mein Wecker. Ausnahmsweise war ich sofort wach, denn es galt den Rucksack fertig zu packen, den Lunch zu verstauen, möglichst nichts zu vergessen, sich zu verabschieden und rechtzeitig an der Bahnstation der WB zu stehen.
Um der Betriebsamkeit und dem Redeschwall meines Angetrauten zu entgehen steuerte ich zuerst zwei Stockwerke tiefer die Kaffeemaschine an. Enkelin Lianna sass bereits vor dem Frühstück. Bis meine Kaffeetasse leer war wurde oben unter dem Dach das Feld geräumt, Heiner und ich vertauschten die Plätze, jetzt hatte ich Ruhe um meine sieben Sachen zu verstauen.
Bald galt es Abschied zu nehmen und zur Bahnstation zu eilen. Ja, eilig wurde es tatsächlich! Als wir über die kleine Brücke kamen, fuhr auf der anderen Strassenseite die Waldenburger Bahn in die Haltestelle. Die letzten Meter mussten wir im Laufschritt zurücklegen.
Bis Riehen Grenze hatten wir genug Zeit um uns zu erholen.
WB, Zug und Tramverbindungen klappten wunschgemäss, so konnten wir um 11 Uhr an der Grenze mit unserer Wanderung beginnen. Bis da hatten wir schönes Wetter und Sonnenschein. Aber es ist wie auf dem Jakobsweg: das Wetter findet draussen statt. Nach den ersten Kilometern der Wiese entlang mussten wir bereits den Regenschutz auspacken. Dieses Mal haben wir jedoch einen Schirm dabei und bei solchen Gewitterspritzern reicht das alleweil. Dafür brauchten wir ihn heute mehrmals.
In Tumringen nutzten wir einen Regenguss für einen Kaffeehalt. Ideal vor dem Aufstieg zur Burg Rötteln konnten wir uns mit einem Stück Aprikosenkuchen stärken. Danach gings erstmals bergauf! Unterhalb der Burg konnten wir bei unserem ersten Westwegtor einen Stempel fassen. Bis Pforzheim sollten wir zwölf solche Tore durchschritten haben.
In der Burganlage und Restaurant war Ruhetag. Das störte uns nicht sehr, wir hatten unseren Lunch dabei und waren froh, dass man die Toiletten trotz Ruhetag benutzen durfte.
Bevor wir weiter marschierten reservierte Heiner per Telefon ein Zimmer für heute Abend.
Die Burganlage verliessen wir durch die obere Pforte und gelangten so schnell in den Wittlinger Märchenwald. Dieses Gebiet ist vor allem für Geocacher interessant. Alle andern geniessen den Wald auf schönen Spazierwegen.
Bei einer Abzweigung kreuzten wir die ersten Westwegler. Eine Gruppe von vier Personen die im letzten Jahr die erste Hälfte und heuer die zweite Hälfte erwandert haben.
Einige Zeit später trafen wir eine Westweglerin die ebenfalls das ganze Gepäck, inklusive Zelt selber trug. Scheinbar lassen viele ihr Gepäck transportieren.

In Wollbach gab es nochmal einen Kaffeehalt mit Zwetschgenkuchen. Der weitere Wegverlauf führte uns zwischen Feldern und Rebbergen durch und hier passierte es: Heiner rutschte auf einem nassen, matschigen Fleck aus und stürzte samt Rucksack vor meine Füsse. Glücklicherweise ausser einem blauen Knie und etwas angeknackstem Ego nix passiert.
Die letzten Kilometer bis Hammerstein legten wir trotz drohenden Regenwolken und auffrischendem Wind in gemächlichem Tempo zurück.

Freitag, 11. September 2015

11. 9. 15, Nottwil

Nach einigen Tagen in unserer alten Heimat Häfelfingen, wo wir einige Reparatur- und Pflegearbeiten an unserem Haus erledigten, fuhren wir am 8. September nach Nottwil auf den Campingplatz. Dieser Platz liegt in kurzer Gehdistanz zum Paraplegikerzentrum, wo Simon seit Dienstag stationiert ist. Am Mittwoch wurden die Metallteile aus seinem Rücken entfernt. Es ist alles Planmässig verlaufen und nur wenige Stunden nach der Operation verkündete er: „ich fühle mich befreit“.

Heiner und ich benutzten die Tage hier natürlich auch zum wandern. Vorgestern eine kleine Rundwanderung nach Buttisholz, gestern eine grössere Wanderung rund um den Sempachersee. Das Wetter war ideal, wir schnürten die hohen Wanderschuhe und packten die grossen Rucksäcke mit allerhand Ballast. Es sollten ja Testläufe für die nächsten Wochen werden.
Wir wollen uns wieder auf grosse Wanderschaft begeben.
Im Frühling, während unseres Aufenthaltes in Lörrach, stiessen wir bei einigen unserer Wanderungen auf den Westweg. Nach vielen Recherchen und hin und her diskutieren entschieden wir: zwischen 'Befreiungsoperation' von Simon und Taufe von Aurel bleibt gerade genug Zeit um den Westweg von Pforzheim nach Basel zu erwandern. Und da wir immer alles etwas anders machen müssen, laufen wir in der Gegenrichtung. Wir starten am Montag in Basel und marschieren so weit die Füsse tragen. Ende September und 285 Kilometer später sollten wir den Schwarzwald durchquert und Pforzheim erreicht haben.
Heute haben wir die endgültige Marschpackung erstellt. Die Vorfreude ist gross und etwas Zweifel wegen den bevorstehenden Strapazen gehören dazu.

Morgen fahren wir wieder ins Baselbiet wo unser rollendes Heim bis zu unserer Rückkehr stehen bleibt.
Ab Montag werde ich unseren Blog nach Möglichkeit wieder täglich füttern.
Liebe Grüsse und bis bald.

Samstag, 5. September 2015

5.9.15, Daheim

Wir haben uns kurzentschlossen auf den Heimweg gemacht. Geburtstag, Taufe, Operation (bei unserem Sohn wird das Metall wieder entfernt)sind alles Gründe für einen Besuch bei unseren Lieben.
Niemand wusste von unserer Absicht. Wir verbrachten mit Schwiegertochter und Enkel einen gemütlichen Nachmittag in Versailles. Erfuhren so nebenbei die Eckdaten vom geplanten Fest und schon stand unser Entschluss fest. Am Tag darauf umfuhren wir Paris grosszügig und lenkten unser Fahrzeug Richtung Schweiz. Unterwegs übernachteten wir in Troyes und in Besancon. Troyes hat uns total überrascht. Nie zuvor hatten wir von dieser Stadt gehört die mit schönen, gepflegten Fachwerkhäusern besticht. Wir waren begeistert. Auch Besancon am schönen Doubs ist eine Besichtigung wert.

Die Überraschung bei unserem Erscheinen am Geburtstagsfest bei Simon war perfekt.
Nun geniessen wir noch einige Tage die heimische Umgebung.