Blog von unterwegs mit dem Wohnmobil. Ziel: Europa und die Welt bereisen solange es Spass macht und die Gesundheit erlaubt. Tagebuch vom Jakobsweg Basel - Vezelay - Limoges - Orthez, Bilbao - Ribadeo - Santiago - Finisterra 27. Juli 2013 bis 28. Dez. 2013
Freitag, 9. Mai 2014
9.5.14, was? wo? wie?
Nachts wachten wir mehrmals vom lauten prasseln des Regens auf.
Nun ist das Gelände entsprechend aufgeweicht.
Dieser Campingplatz hat rund 500 Nummerierte Plätze, dazu Bereiche für Familienzelte, Gruppenzelte und einen Jugendzeltplatz. Schade gibt es keine Einkaufsmöglichkeit auf dem Platz. Man kann auch kein Brot bestellen.
So verbrachten wir heute Stunden mit herausfinden was ist wo und wie kommt man dahin. Auch eine Busfahrt von Losheim nach Merzig und zurück passte in den Tag.
Immer wieder gab es kurze schauerartige Regengüsse die Mann gar nicht schätzte und Frau zum frieren brachten.
Auf dem Rückweg von Losheim zum Campingplatz fanden wir eine Teilstrecke des Saar-Hunsrück-Steig Wanderpfads. Das ist ein Pfad wie ich es liebe und es machte Lust auf mehr. Hoffen wir, dass das Wetter bald besser wird.
Donnerstag, 8. Mai 2014
8.5.14, Neuer Standort.
Heute morgen haben wir uns bei Sonnenschein reisefertig gemacht. Zum Abschied gabs vom Campingplatzbetreiber eine Flasche Wein und beste Wünsche für die Weiterreise.
Auf der anderen Seite von Freiburg holten wir unser bestelltes Vorzelt, die Isoliermatte für die Frontscheibe und sonstiges Kleinmaterial. Danach konnte ich unserem Navi befehlen uns über schöne Routen Richtung Saarbrücken zu führen.
Zuerst ging es etliche Kilometer über Landstrassen, durch schmucke Dörfer, zwischen Spargel- und Erdbeerfeldern und durch lichte, hellgrüne Laubwälder. Die Strässchen waren kaum befahren und so wunderte es uns nicht, als zwei Feldhasen mit aufgestellten, schwarz geränderten Löffelohren unser Gefährt neugierig musterten.
Bald meldete das Navi, dass wir uns in Frankreich befinden. In den oft verwinkelten Dörfern sahen wir die typischen Elsässer Riegelbauten und die Durchfahrten waren öfters zum schwitzen eng.
Oh, und wo der Elsässer Wein her kommt sahen wir auch. Das war ein Anblick! Hektare um Hektare Reben. Reben soweit das Auge reichte.
Nach vielen Kilometern wurden die Weinstöcke von weiten Feldern abgelöst. Sanft geschwungen, in leichten Wellen bildete die Landschaft ein liebliches auf und ab. Und plötzlich sahen wir grosse Vögel seitlich und über uns kreisen. Zuerst tippten wir auf Bussarde, doch dazu passte der lange Hals nicht. Reiher?? Nein, es waren Störche! Zehn dieser grossen Vögel in der Luft und vier auf dem Feld am Nahrung suchen.
Unsere Strasse führte in grosse, dichte Wälder. In Windungen stets bergauf. Oben auf den Höhen wähnte man sich im Jura. Auf grossen Waldlichtungen weideten weisse Schafe und unzählige Lämmchen dazwischen.
Irgendwann mussten wir wieder hinunter ins Tal fahren. Diese Seite war bedeutend steiler und kurviger .... bis es ganz komisch roch! Kommt das von draussen .... oder von ....?! Beinahe hätte es morgen in der Zeitung geheissen: 'Rennradfahrer jagt Wohnmobil den Berg runter bis die Bremsen brennen'.
Er konnte sich bequem in die Kurve legen, Mann musste schauen, dass es uns nicht in der Kurve legt!
Am späteren Nachmittag überquerten wir wieder die Grenze zu Deutschland. Gegen Abend fanden wir einen Campingplatz bei Losheim am See. Dies ist ein grosser Platz mit vorwiegend Dauermietern. Mal sehen wie lange wir hier bleiben. Das Wandergebiet Saar - Hunsrück - Steig soll traumhaft sein.
Mittwoch, 7. Mai 2014
7.5.14, Letzter Tag in Freiburg im Breisgau
Schon in der Nacht gab es heftige Regenschauer. Gegen Morgen rüttelten immer wieder Windböen an unserer Behausung. Als dann zur geplanten Aufbruchszeit das Wetter allzu garstig tobte, entschieden wir: nein, das müssen wir uns nicht antun. Zudem .... bei solchen Windböen steigt Frau bestimmt nicht in eine Gondel .... wenn die Bahn bei diesen Verhältnissen überhaupt fährt??
Also Planänderung. Was kann Mann und Frau tun?
Ein Freiburger Bächlerundgang!
Freiburgs Altstadt ist von kleinen Bächle durchzogen.
Die Freiburger Bächle kennen viele. Vielleicht ist der Eine oder Andere auch schon hineingedappt.
Die Bächle sind in Form und Aussehen sehr unterschiedlich.
Stellenweise bis zu einem Meter breit und ca. 50 cm tief erfreuen sie vor allem Kinder die ihre Schiffle im Wasser fahren lassen, oder Grosse die mit den Füssen Abkühlung holen.
Reguliert wird die Wassermenge über viele Schieber.
Überläufe sind direkt mit dem Kanalnetz verbunden und leiten überschüssiges Wasser bei starken Regenfällen direkt ab.
Ansporn zu dieser Tour fanden wir im Internet. Ein Stadtplanausschnitt mit 27 speziellen Punkten, dazu entsprechende Koordinaten und 27 Detailfotos die man den entsprechenden Koordinaten zuordnen muss. Eine knifflige Aufgabe die viel Zeit braucht. Wir schafften gerade mal 13 Bilder, dann brachen wir die Tour wegen Kälte und Müdigkeit ab. Lustig und interessant war es trotzdem. Wir haben so Details der Stadt gesehen, die wir sonst nicht beachtet hätten.
Zurück beim Fahrzeug, begannen wir unsere Utensilien reisetauglich zu verstauen. Dann machten wir uns ausgehfein für den Besuch im Restaurant.
Bei einem sehr leckeren Nachtessen und einem leichten Badischen Wein feierten wir unseren 37. Hochzeitstag.
Dienstag, 6. Mai 2014
6.5.14 SPA
Wieder lassen wir den Tag mit lesen, Musik hören, spielen (Yazzi/Kniffel) und surfen im Internet ausklingen.
Montag, 5. Mai 2014
5.5.14, heute etwas ruhiger
Im Tourist Office erkundigten wir uns über die Anfahrtswege zur Schauinsland-Bahn. Das wäre am Mittwoch vorgesehen.
Frau hat vor einer Woche an unserer CH-Adresse ein Paar Schuhe zuviel eingepackt (unsere Tochter vemisst nun ihre Laufschuhe). Deshalb mussten wir bei der Post ein Pack-set erstehen. Mann lief mit dem Karton unterm Arm quer durch die Stadt. Er kam sich nur am Anfang etwas komisch vor.
Da die Herz-Jesu-Kirche nicht weit von der Post entfernt ist, besichtigten wir diese vor dem Rückmarsch.
Wieder auf dem Camping setzten wir uns mit Buch und Kaffee an die Sonne. Herrlich.
Sonntag, 4. Mai 2014
3./4. Mai 14, Wochenende
Nocheinmal zeigten wir unsere DiaShow, liessen Erinnerungen aufleben und erzählten unserem Pilgefreund Norbert von unseren Erlebnissen. Es war ein richtig schöner Abend.
Heute morgen wurden wir von Sonnenstrahlen geweckt! Ideal für eine erste Fahrradtour. Heiner suchte eine Route, wir packten unsere Rucksäcke und los gings.
Erst durch die Stadt, dann über Opfingen, Waltershofen, Gottenheim, Bötzingen, Eichstetten bis Bahlingen und entlang der Dreisam wieder zurück. Trotz mehreren Richtungswechsel blies uns der Wind immer entgegen (nicht der Fahrwind).
Auf den letzten Kilometern hatten wir beide keine Kraft mehr in den Beinen. Ich hatte das Gefühl: ich komm nicht mehr vom Rad, meine Beine gehorchen mir nicht mehr. Eine Option wäre: das Rad auf den Boden legen und darüber steigen, aber auf dieses Niveau wollte ich mich nicht begeben. Das Radwegnetz ist sehr gut ausgebaut und wird entsprechend genutzt. Zuschauer wären mir gewiss gewesen. Mit geballter Konzentration gelang mir das Kunststück trotz schmerzender Muskeln.
Den letzten Kilometer schoben wir unsere Räder. Die Strasse zum Campingplatz steigt leicht an und das schafften wir beim besten Willen nicht mehr.
Nach einem Kaffee hatten wir uns genug erholt um unser Nachtessen zu kochen. Bettruhe gibts heute früh!
Gute Nacht Freunde.
Freitag, 2. Mai 2014
2. 5. 14 Stadtbummel zum Zweiten
Heute wanderten wir entlang des Flüsschens Dreisam in die Altstadt. Rund um das Freiburger Münster findet werktags jeweils morgens ein Gemüse- und Blumenmarkt statt. Unser Rucksäckle wurde mit Gemüse und Äpfeln befüllt, dann stiegen wir auf den Münsterturm. Die 265 Stufen der engen Wendeltreppe brachten uns heftig zum schnaufen. Auch so kann Mann und Frau die Fitness steigern. Die Aussicht behlohnte die Mühe und die Glocken sehen aus der Nähe sehr imposant aus.
Wieder unten steuerten wir direkt in eine Kaffeestube. Mhhhh, gabs da leckere Sachen.
Heute wollten wir Norbert, unseren Pilgerfreud, treffen. Rechtzeitig um drei standen wir vor dem Münster und konnten uns gleich in die Arme schliessen. In einem gemütlichen Strassencafe konnten wir Erinnerungen auffrischen, über Erlebnisse lachen, Pilgerpässe bestaunen und einfach nur plaudern.
Trotz Regengüssen bestiegen wir den Schlossberg und erfuhren einiges von der Gegend. Zum Beispiel, dass die Mietpreise in den letzten Jahren enorm in die Höhe schossen. Kein Wunder sieht man sogar vermietete Vogelhäuschen.
Gegen Abend verabschiedeten wir uns mit der Abmachung: morgen Abend schauen wir uns gemeinsam Fotos vom Jakobsweg an.
