Dienstag, 16. April 2024

Desayuno und Stadtspaziergang

Ausschlafen und gemütlicher Stadtbummel war heute auf dem Tagesplan. Wir schliefen bis neun Uhr und suchten danach ein Lokal fürs Desayuno. Café con leche, zumo de naranja und Bola (Gipfeli) standen bald vor uns auf dem Tisch.

Trotz zeitweisem Nieselregen und ungemütlich kaltem Wind schlenderten wir durch die Stadt und entdeckten dank Geocaching auch spezielle Ecken. Wir fanden einen Lift, der uns auf eine Aussichtsplattform brachte. Plötzlich befanden wir uns auf Augenhöhe mit der Turmspitze der Kathedrale.

Den Hügel Urgull mit der Christusstatue auf der Kuppe umrundeten wir bei starkem Wind. Hochsteigen wollte ich nicht, die vielen unregelmässigen Treppenstufen von gestern stecken mir noch in den Waden und morgen gibt es auch einiges an Auf- und Abstieg. 

Montag, 15. April 2024

Nasser und kühler Start.

5. Etappe: Pasaia bis San Sebastian. Auch heute wurden wir um sieben mit Musik aus seligem Schlummer geholt. Gregorgianische Gesänge. Klar: unsere Herberge ist im Anbau der Kirche. Bis acht Uhr mussten wir draussen sein ... ohne Frühstück. Das konnten wir in einer sehr kleinen Bäckerei, nach dem steilen Abstieg zum Hafen, nachholen. Mit warmem Kaffee im Bauch waren wir gerüstet für den Nieselregen und die Überfahrt über die Hafeneinfahrt bezw. über den Ria de Pasaia. Bald nach verlassen der Personenfähre ging es unzählige Treppenstufen hoch. Mit all dem Regenzeug und dem grossen Rucksack kamen wir bald zum schwitzen. Stufe um Stufe gewannen wir Höhe, oben erwartete uns ein wunderschöner Wanderweg. Wir genossen die Strecke und konnten uns vom Aufstieg erholen. Bis zum Abstieg nach San Sebastian war es angenehm. Dann wurden die Beine nochmal gefordert. Wir hatten Zeit, mussten uns nicht beeilen. Für heute und morgen haben wir ein Pensionszimmer gebucht. Kein Rennen und Kampf um ein Bett in der Herberge zu ergattern. Es wären zwei Jugendherbergen hier in San Sebastian. Man braucht einen JH Ausweis und die Übernachtung für unsere Alterskategorie kostet beinahe so viel wie das Zimmer mit eigenem Bad in der Pension. Wir gönnen uns nach bisher ca. 75 Km diesen Luxus. Morgen schauen wir uns die Stadt an. Übermorgen gibt es wieder eine anstrengende Etappe.

Sonntag, 14. April 2024

Licht und Schatten.

4. Etappe von Irun nach Pasaia. Ich habe trotz kollektivem Schnarchen verhältnismässig gut geschlafen. Heiner sowieso. Um halb sieben begannen die Ersten mit packen. Um sieben ging das Licht an, ein Hahn krähte aus einem Wecker und Musik tönte aus dem Lautsprecher. Zwischen sieben und acht Uhr konnte man ein kleines Frühstück haben, um acht musste man jedoch draussen sein. Auch Martins schafften das. Sogar ich fand es schön um diese Zeit los zu laufen. Anfangs ging es dem Canal Almuteko entlang dann mit steilem Anstieg zur Kirche der Heiligen von Guadalupe. Dem Kaffee am kleinen Kiosk konnten wir nicht widerstehen. Der Weg ging weiter bergauf, wir entschieden uns jedoch für die leichtere Variante und folgten der Abzweigung dem Jaizkibel entlang. Für uns die richtige Entscheidung. Leichter bedeutet nicht unbedingt leicht. Trotzdem konnten wir es geniessen im Frühlingswald durch Licht und Schatten zu marschieren. 
Zur (spanischen) Mittagszeit erreichten wir unser heutiges Ziel. Da die Herberge erst um 16:00 öffnet, gönnten wir uns ein warmes Essen in einem Restaurant. Diese gute Mahlzeit reicht auch gerade noch fürs Abendessen. Kurz vor vier Uhr standen wir vor der kleinen Herberge und erhielten gerade noch eines der letzten Betten. Nach dem üblichen Prozedere setzte ich mich  draussen an die Sonne. Von dort hatte ich Sicht auf den sonnigen, geschützten Hafen. Um die Hausecke kann man die langgezogene Hafeneinfahrt zwischen zwei Hügeln sehen und dahinter das offene Meer. Plötzlich rief der Hospitaliero ich soll schauen. Wie eine Wand drängte dichter Nebel vom Meer her in den Hafen. Der Wind dazu blies ungemütlich kalt. Morgen soll es regnen. 

Samstag, 13. April 2024

Erledigt in Irun angekommen.

3. Etappe von Ciboure nach Irun. Es geht uns gut, wir sind einfach erledigt von der Wärme, dem Lärm und der Anstrengung. Viele Kilometer auf Teer entlang der Küstenstrasse. Der Wanderweg ist auf weiten Teilen gesperrt. Die Küste bröckelt, es ist zu gefährlich dort zu wandern. Um so mehr haben wir die Abschnitte durchs Grüne genossen,  die spektakulären Aussichten auf die Küste, oder den Abschnitt über den Strand von Hendaye. Nun sitzen wir in der Herberge von Irun und teilen uns ein Zimmer mit etwa 15 weiteren Pilgern. 

Freitag, 12. April 2024

Wo sind die Markierungen?

Strecke heute: von ausserhalb 
Bidart bis Ciboure (St. Jean-de-Luz).
Das üppige Frühstück reichte auch heute bis weit in den Tag hinein. Beschwerden hatten und haben wir keine nennenswerte, es geht uns beiden gut.
Beschwingt starteten wir am Morgen auf die heutige 17 Km Etappe. Bald konnten wir die Jacken ausziehen. Wenige Kilometer später verstauten wir die Bluse bezw. das Hemd im Rucksack und bald darauf auch die Hosenbeine. Unsere Sonnencreme kam zum Einsatz, Frau musste den Sonnenhut montieren. Bei bis zu 24° genossen wir den Tag. Bis kurz vor dem Zentrum von Bidart folgten wir den gut sichtbar angebrachten Muschelmarkierungen. Bei der Kapelle St. Madeleine war eine grosse Baustelle und dadurch unser gewünschter Weg nicht mehr zugänglich. Wir wurden durch den Ort umgeleitet und danach auf eine Wegvariante durch das Hinterland geschickt. Einige Kilometer mehr ist für Fahrradfahrer kein Problem. Martins waren nicht einverstanden. Wir wollten so viel wie möglich dem Meer entlang gehen. Einige Blicke konnten wir schon erhaschen.
Mithilfe der App suchten wir unseren eigenen Weg. Nur gab es da keine Muschelmarkierungen mehr. Wir folgten einer Fahrradroute und bekamen unterwegs auch hilfreiche Unterstützung bei Unsicherheiten. Auch heute bekamen wir 'bon courage, bonne route oder buen camino' zu hören. Dabei werden wir jeweils so angestrahlt, dass es uns das Herz erwärmt. Während einem Kaffeehalt an einer Strassenecke (die Theke befand sich in einer Garage und es hatte kaum zehn Sitzgelegenheiten entlang vom Gehsteig) konnten wir beobachten wie man richtig Crépes macht. Ich weiss jetzt, dass ich anderes Werkzeug beschaffen muss. Die Crépesplatte besitzen wir bereits. 

Wir durchquerten ein Gebiet mit etlichen Campingplätzen. Einen kannten wir von einem früheren Besuch. Dann ging es nochmal bergauf und oben wurden wir wieder mit Aussicht aufs Meer belohnt. 
Bald erreichten wir St. Jean-de-Luz, das wir von unserer ersten grossen Wanderung bereits gut kennen. Unser Plan in der Kirche den Stempel zu fassen ging schief. Die Kirche ist wegen Renovation der Orgel von morgens 8 Uhr bis abends um 17 Uhr geschlossen. Wir suchten den Weg zur Pilgerherberge um dort nach dem Stempel zu fragen. Bereitwillig erfülle die Hospitaliera unseren Wunsch. Sie hätte uns auch gerne ein Bett zugeteilt, verstand aber, dass wir noch weiter wollten.
Nach einem weiteren Kilometer standen wir vor dem Zugang zu unserem heutigen Hotel: eine steile Treppe mit vielen Stufen. Lachend stiegen wir hoch und mussten oben erst mal wieder zu Atem kommen.
Geschafft! 
Nun freuen wir uns auf das Abendessen mit Manuela und Familie (Manu, eine Ausbildungskollegin von mir, wohnt hier in der Gegend)


Donnerstag, 11. April 2024

Verirrt im Wald.

Bayonne - Bidart.
Das ausgiebige Frühstück heute morgen hat uns den Tag gerettet. 

Um neun Uhr überquerten wir die Pont Saint- Esprit über den Fluss Adour und gleich danach gings über die Nive. Ein älterer Passant nannte uns die Namen der beiden Flüsse und wünschte 'bon gourage' für unseren Weg. In der Altstadt steuerten wir die Cathédrale Sainte-Marie an um den ersten Stempel in den Pilgerpass zu erbitten. Wir unterhielten uns in einem lustigen französisch/englisch Gemisch mit dem Herrn am Stempeltisch und erhielten wertvolle Informationen zum Weg.
Bald waren wir wieder draussen und nach einem Espresso in der nahen Bar ging es los auf dem gut markierten Weg. Es ging so lange gut, bis die Markierung einer stark befahrenen Strasse folgte. Frau ist ja gut ausgerüstet, konsulierte die Jakobsweg App und beschied: wir folgen dem ' alten' Weg nach der App, da können wir noch etwas durch den Wald laufen. Bloss ein kleiner Umweg. Auch der Anstieg störte uns nicht, wir haben ja im hügeligen Baselbiet gut trainiert. Nach dem Anstieg folgten wir dem Weg aussen am Zaun vom Flughafen. Immer weiter bis wir von einem Zaun und einem abgeschlossenen Tor aufgehalten wurden. Laut App wäre es gerdeaus weiter gegangen. Wäre, aber das geht nicht mehr. 
Ein schmaler Pfad führte links in den Wald. Die Versuchung war zu gross! Wir liessen uns in den Wald locken, gerieten auf einen alten, vergammelten Bikeparcour, irrten durch Gräben, wechselten unzählige Male die Richtung um irgendwann festzustellen: das geht nicht, wir müssen zurück. Nach mehreren Versuchen fanden wir die Einstiegstelle und somit für uns den Ausgang aus diesem Irrwald. Tja, an der stark befahrenen Strasse wars nicht so toll, aber in dem Wald wars auch nicht prickelnd. Dieser 'Umweg' hat uns eine zusätzliche Stunde Zeit gekostet. Etwa um 13.30 Uhr waren wir wieder auf Kurs. Frau konnte immer noch marschieren und die Laune war auch nicht im Keller dank dem gutem Frühstück. Nach etwa zwei Kilometern konnten wir (offiziell) auf Nebenstrassen ausweichen. Die Hoffnung auf einen Rastplatz am kleinen Lac de Mouriscot wurde nicht erfüllt, an unserem Weg gab es nicht mal eine Ruhebank. Der See war an unserer Route nicht zugänglich. Alles privat Areal. Schliesslich setzten wir uns zum essen auf grosse Steine. 
Bald nach dieser Pause erreichten wir unser Tagesziel. Zur Belohnung gönnten wir uns ein lokales Bier.

Mittwoch, 10. April 2024

WB, IR, TGV Lyria, TGV inoui, Ter


Heute war der Tag der Abkürzungen. Aber nur bei den Zugbezeichnungen. Die Fahrt verlief problemlos. Auch der Bahnhofwechsel in Paris vom Gare de Lion zum Gare Montparnasse bewältigten wir mit einem guten Wandertempo. Es war eine Wohltat, nach den Stunden im Zug, durch Paris zu marschieren. Die Strecke bis Dax im TGV inoui kam mir, trotz dem vorhergehenden Marsch,  lang vor. Im Bummelzug bis Bayonne war es dann wieder gemütlich. 
Nun haben wir in einem argentinischen Restaurant gegessen und können ohne knurrgeräusche vom Magen ruhig schlafen.