Donnerstag, 24. Januar 2019

23./24.01.19, Frejus – Veynes – St. Paul-sur-Yenne

Mittwoch. Der Start am Mittwoch morgen ist geglückt. Die Meldung: Motor prüfen lassen erscheint jedoch wieder. Wir entscheiden unseren Aufenthalt in Südfrankreich abzukürzen und ohne Umwege in drei Etappen nach Hause zu fahren.

Für die ersten beiden Etappen fahren wir Landstrassen, geniessen die spektakuläre N85, und landen am Abend müde vor den verschlossenen Toren eines Campingplatzes. Eine Fehlinformation im Katalog und Internet. Ärgerlich, wenn man müde ist und die Dämmerung langsam einsetzt. Den nächsten geöffneten Platz erreichen wir 50 Minuten später und da können wir uns installieren und die Heizung laufen lassen. In Mittelfrankreich liegt in höheren Lagen Schnee. Nicht viel, aber es ist spürbar kälter als im Süden.

Donnerstag. Ein weiterer Fahrtag durch bergige Gegend. Felsformationen und Gesteinsschichten die uns staunen lassen. Auch heute wieder Passagen mit Schnee an den Strassenrändern, die Fahrbahn selber ist schneefrei.

Morgen werden wir wieder die Schweiz erreichen. Dieser Blog ruht ab jetzt für einige Wochen.

Am 25. März starten wir in ein neues Abenteuer, dann gehts hier wieder weiter.

Mittwoch, 23. Januar 2019

22.01.19, Frejus – Puget sur Argens – Frejus

Dienstag. Eigentlich müsste es im Titel heissen: Frejus – Grass, ABER ....
Zuerst lief alles ganz normal. Frühstücken, aufräumen, zusammenpacken, fahrbereit machen, auschecken, abfahren. Abfahren?? Tja, der Motor läuft, macht auch keine komischen Geräusche oder so, wenn nur die blöden roten Lämpchen im Armaturenbrett nicht leuchten würden. Die Anzeige für die Handbremse, die Anzeige fürs Angurten, die Anzeige für den Airbag .... rot. Rot bedeutet: so schnell wie möglich in eine Werkstatt. Da hatten wir doch unweit von hier einen Werkstatt für Autoelektrik gesehen. Da müssen wir jetzt halt hin.

Wir erklärten vor Ort unser Problem so gut wie möglich. Einer der Mechaniker schaute sich die Sache an, versuchte auch mit dem Diagnosegerät den Fehler zu finden, musste dann aber mangels Zeit aufgeben. Es wurde uns in Puget eine Ivecogarage empfohlen und die Adresse aufgeschrieben. Vor der Mittagspause reiche das jedoch nicht, ab vierzehn Uhr sei dort wieder offen.

Wir gingen Lebensmittel einkaufen, das war eh auf dem Plan heute und danach fuhren wir bis zum Parkplatz Malpasset. Von da aus ist es nicht sehr weit bis zur ehemaligen Staumauer. Es ist sehr eindrücklich die gewaltigen Trümmerstücke zu sehen. Das Wasser hatte hier mit enormer Kraft gewirkt. Und nun ist nur noch so ein kleiner Bach sichtbar.
Kurz nach vierzehn Uhr sind wir in Puget. Ich frage die Dame an der Anmeldung: „parlez vous allemand?“ Als sie „oui“ sagt, bin ich so überrascht, dass ich kaum von meinem französich-englisch Gewirr im Kopf auf deutsch umschalten kann. Erleichtert erklärte ich unser Problem in der Sprache die mir geläufiger ist. Noch mehr Erleichterung, als sie feststellt, dass einer der Mechaniker Zeit hat um unser Problem genauer zu unterSUCHEN. Die Betonung liegt auf suchen. Es dauerte schon deutlich mehr als nur einige Minuten bis die Missetäter gefunden, beziehungsweise der Täter entlarvt wurde. „Hat jemand etwas bei die Sischerungen gemascht“, wurden wir gefragt. Hmm, Heiner hat vor einigen Tagen, weil das Aussenlicht nicht mehr geht, sämtliche Sicherungen herausgezogen, kontolliert und wieder eingesteckt. Leider ist im Handbuch keine der Sicherungen dem Aussenlicht zugeordnet. So bleibt nichts anderes übrig als alle zu kontrollieren. Tja, und beim zurückstecken hat er die Dinger nicht ganz gerade eingesteckt, das mag die Elekrtonik gar nicht leiden. Dumm gelaufen. Der Schaden konnte behoben werden, die Rechnung beglichen wir sogleich, aber weit fahren lag heute nicht mehr drinn.
Kurzerhand meldeten wir uns nochmal für eine Nacht auf dem am morgen verlassenen Campingplatz an.
P.S. Das Aussenlicht geht immer noch nicht.

Dienstag, 22. Januar 2019

21.01.19, Frejus

Montag. Bei strahlend schönem Wetter fuhren wir mit dem Bus bis zum Nobelort Saint Raphaël. Wir bewunderten die schönen Boote im Yachthafen, flanierten an den Läden vorbei und genossen die Aussicht vom Riesenrad.
Fürs Mittagessen stolpern wir in eine Restaurant in das wir mit unserer sportlichen Kleidung nicht so 100% passen. Zu spät, schon hat uns die freundliche Kellnerin einen Tisch zugewiesen. Sie machte keinen Unterschied. Von links und von rechts wurden wir unauffällig gemustert. Man ist jedoch kultiviert und lässt sich nichts anmerken. Schliesslich wurden wir als Amerikaner eingestuft. Ich verkneife mir ein lachen, erklären muss ich schon gar nichts. Wir haben hunger! Punkt.
Die Bedienung ist freundlich und aufmerksam, das Essen excellent, über die Rechnung reden wir nicht.
Den Verdauungsspaziergang machten wir auf der Strandpromenade, dann ist bereits Zeit um Richtung Busbahnhof zu laufen. Nach einer Stunde Fahrzeit waren wir wieder in unserer gemütlichen HeiMatd.

Sonntag, 20. Januar 2019

20.01.19, Frejus

Sonntag. Am Sonntag fährt hier kein Bus. Wir überlegten was wir machen wollen. Die unmittelbare Umgebung ist für Wanderer nicht sehr attraktiv. Es wären Gebiete vorhanden, aber es gibt keine Wanderwege. Man fährt hier Auto.

Wir haben erfahren, dass 1959 in der Gegend eine Katastrophe passiert ist: der Staudamm von Malpasset, der erst 1954 erbaut wurde, brach und brachte für beinahe 500 Menschen den Tod. Die Staumauer sei an einer Stelle unterspült worden und nach heftigen Regenfällen habe sie nicht mehr stand gehalten. Trümmer der Mauer liegen immer noch im Flüsschen Reyran. Das wäre doch ein mögliches Ziel.

Für den Hinweg wählten wir eine Route über Capitou. Ab dort soll es, laut Karte, einen Pfad geben der uns durch einen Wald zu einer Unterführung auf die andere Seite der Autobahn und an das Flüsschen bringen soll. Was wir nicht wissen, und auf der Karte auch nicht ersichtlich ist: die kleine Siedlung Capitou ist fast wie eine Festung abgeriegelt.
Eine Anwohnerin erklärte uns, dass nicht mal als Fussgänger eine Passage möglich sei. Nur wer hier wohnt kann das Tor öffnen. Besucher müssen warten bis sie abgeholt werden.
Es gebe kleine Pfade unterhalb der Siedlung, am Hang, aber sie wisse es nicht genau, sie sei noch nie dort gewesen.
Da wir weder hier wohnen noch Besucher sind soll hier Endstation sein? Wir sollen drei Kilometer zurück marschieren bis wir eine andere Möglichkeit haben? Mir stinkt das gewaltig. Heiner hat ausgerechnet, dass der Weg bis zum ehemaligen Staudamm etwa acht Kilometer ist. Zusammen mit dem Rückweg gibt das eine gute Tagestour. Aber mit solchen Extratouren haben wir nicht gerechnet.

Heiner stellt sich auf die Böschung und begutachtet das Gelände genau.
Schliesslich sieht er tatsächlich einen kleinen Trampelpfad. Wir wagen den Versuch. Wir können das Privatgelände grosszügig umgehen und stossen viel, viel weiter hinten auf einen Feldweg der uns tatsächlich zu der Unterführung bringt. Wir haben so viel Zeit gebraucht, dass wir uns an den Gedanken gewöhnen müssen, unser anvisiertes Ziel nicht zu erreichen.
Nach acht Kilometern stehen wir vor einer Furt und entscheiden: jetzt ist genug. Es wären nochmal etwa vier Kilometer bis zum ehemaligen Stauseegebiet.
Tümmer von der Verbauung hat es bis hierher mitgerissen.
Wir kehren um, suchen uns eine Sitzgelegenheit für die verspätete Mittagspause und essen erst mal was. Gestärkt vom essen und von der Pause machen wir uns auf den Heimweg.

Samstag, 19. Januar 2019

19.01.19, Frejus

Samstag. Gegen Mittag marschieren wir, regendicht verpackt, zur Bushaltestelle. Bis der Bus die Haltestelle am Rande der Altstadt erreicht, hat es aufgehört zu regnen. Wir spazieren durch den Samstagsmarkt, kaufen Früchte und einen Lunch und streben danach Richtung Hafen und Strand.
Wir setzen uns auf eine Mauer und geniessen unseren Lunch mit Blick aufs Meer. So ganz am Rande unseres Blickfeldes sehen wir, dass sich die Gelbwesten sammeln. Eine halbe Stunde später sind sie bereit für den Demonstrationszug. Begleitet von der Polizei marschieren sie gegen die Innenstadt.
Wir nehmen einen anderen Weg und sind froh, als wir unterwegs auf eine für uns richtige Bushaltestelle stossen. Der Himmel hat erneut seine Schleusen geöffnet, wir warten lieber unter einem Dach auf den Bus. Unser Bus wird nicht von den Demonstranten behindert, er kommt rechtzeitig. Den Rest des Nachmittags verbringen wir im Trockenen.

Freitag, 18. Januar 2019

18.01.19, Frejus

Freitag:

17.01.19, Frejus

Donnerstag. Wir starten unseren Tag etwas hektisch: Heiner hat ganz in unserer Nähe einen neuen Geocache entdeckt. Bisher hat ihn noch niemand gesucht und gefunden.
Der Taum vom FTF (First to find) Logeintrag bringt uns auf Touren. Bisher hatten wir diese Gelegenheit noch nie! Das ist der Wunsch eines jeden Geocachers: einen Cache als erster zu finden! Schaffen wir das? Für unser Vorhaben spricht: es regnet, es ist ein Wochentag, die meisten Leute müssen arbeiten.
Wir beeilen uns mit dem Frühstück und dann geht es los.
Knapp einen Kilometer müssen wir laufen, bevor wir an der entsprechenden Stelle sind.
Die Suche dauerte nicht lange, schon hatte Heiner die kleine Geocachedose in der Hand. Nun war die Spannung auf dem Höhepunkt: sind wir die Ersten oder nicht? Er öffnete die Metallhülse, entrollt das Logbook (Gästebuch) und ..... JA! Wir sind die Ersten! Nach dem Eintrag mussten wir natürlich ein Foto für unsere geocachenden Familienmitglieder machen.
Ach ja, der Cache führt zu einer Moschee die 1920 für die hier stationierten Senegalesen gebaut wurde.

Nach diesem Erfolg marschierten wir beschwingt entlang der römischen Wasserleitung nach Frejus.
Nach Hause ging es wieder mit dem Bus.