Blog von unterwegs mit dem Wohnmobil. Ziel: Europa und die Welt bereisen solange es Spass macht und die Gesundheit erlaubt. Tagebuch vom Jakobsweg Basel - Vezelay - Limoges - Orthez, Bilbao - Ribadeo - Santiago - Finisterra 27. Juli 2013 bis 28. Dez. 2013
Freitag, 8. April 2016
08.04.16, Etang deSandune / Guérande
Unterwegs:
Heute war wieder Reisetag. Wir sind rund 200 Kilometer nördlich am Etang de Sandune, fünf Kilometer von Guérande, gelandet. Hier erstreckt sich der Regionale Naturpark Brière und einige andere Sehenswürdigkeiten liegen in der Nähe.
Bei einem kleinen Rundgang durch den Ort sahen wir schön restaurierte Häuser mit Reetdächern.
Wir freuen uns darauf morgen und übermorgen die Gegend zu erkunden.
Donnerstag, 7. April 2016
07.04.16, La Rochelle
La Rochelle hat im alten Stadtkern noch viele Arkaden. Schon im Mittelalter blühte hier der Handel. Unabhängig vom Wetter konnte die Ware ausgestellt werden, allerdings mussten die Händler der Gemeinde eine Gebühr zahlen.
Am Hafen war eine grosse Ausstellung der Rettungskräfte, vor allem Feuerwehr, im Gange. Verschiedene Einsatzfahrzeuge standen aufgereiht und im Zentrum des Platzes konnte man Feuerwehrleute bei der Arbeit beobachten. Heiner schwelgte in Erinnerungen. Das wäre was für unsere Enkelkinder gewesen!
Der alte Hafen ist seit dem 13. Jahrhundert ein Wahrzeichen der Stadt. Die drei Türme stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Sie überlebten die Zerstörung der Stadtmauern nach der Belagerung 1628. Der Mittlere (Tour de la Chaîne, Kettenturm) diente einst als Einfahrtsportal zum Hafen, hier wurden sämtliche Schiffsbewegungen überwacht, sowie Zölle und Steuern eingetrieben. Heute ist dort eine Dauerausstellung mit dem Titel: La Rochelle - Québec, eine Reise nach Neufrankreich, dem Thema Auswandern gewidmet.
Nach dem Verlassen des Hafengebiets schlenderten wir durch einen kleinen Tierpark mit hauptsächlich verschiedenen Vogelarten. Die Ruhe und die Vegetation des Parks wirkte sehr erholsam. Danach vermochten wir weiter historische Häuser und Ecken bestaunen. Zum Beispiel den Justizpalast mit seiner Fassade aus korinthischen Säulen und den Zierstreifen, oder das Hôtel de la Bourse aus dem Jahre 1760.
Vor dem Rathaus betrachteten wir entsetzt die Bilder vom verheerenden Brand am 28. Juni 2013. Die Fassade und ein Turm konnten erhalten werden, vieles anderes wurde Opfer der Flammen. Der Wiederaufbau ist im vollen Gange. Geplante Dauer: fünf Jahre.
Beim Weitergehen stiessen wir auf das Café de la Paix, ein Kaffeehaus nach der Wiener Tradition, inklusive dem Gehabe der Kellner. Eine Einkehr und Konsumation war unumgänglich.
Danach war es Zeit den Bus Nummer vier zu suchen, der uns in die Nähe unserer HeiMatd brachte.
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Mittwoch, 6. April 2016
06.04.16, La Rochelle
Letzte Nacht war es sehr ruhig in unserer Umgebung. Wir hörten nur die Rufe eines Käuzchens und sonst wähnten wir uns allein auf dem Platz.
Am Vormittag fuhren wir zuerst auf der D106 Richtung Bordeaux. Da wir nicht mit der Fähre nach Royan übersetzen wollten, blieb uns ein Umweg nicht erspart. Auf der Ringstrasse um Bordeaux hatte es, wie erwartet, viel Verkehr. Nach überqueren von Gironde und Dordogne erstreckten sich links und rechts grosse Rebenfelder. Alle paar hundert Meter hätte man die Möglichkeit Wein zu degustieren und zu kaufen. Nach einem erneuten Richtungswechsel, wir fuhren gegen Royan, wurde die Landschaft hügelig. Abwechselnd Reben und leuchtend gelbe Senffelder boten einen wunderschönen Anblick. Beinahe an unserer Strecke lag die Ortschaft Cognac. Heiner bekam beinahe wässrige Augen, als wir an der Abzweigung vorbei rauschten. Doch siehe da: auch an unserer Route gab es Distillerieen, Degustationen und Verkaufsstellen. Bei einer Distillerie mit schönem Verkaufslokal hielten wir an. Mehrere alte Kupferbrenngefässe standen glänzend poliert in einer Reihe. Da wir auf die Qualität des gebrannten Wassers vertrauten, kauften wir ohne Degustation. Hochprozentiges verträgt sich bekanntlich nicht mit Autofahren.
Bald kamen wir wieder in Küstennähe. Das Land war topfeben und von Wasserläufen durchzogen. In der Umgebung von Rochefort hatte es so viele Tümpel, Weiher und kleine Seen, dass man kaum noch von Landschaft reden konnte.
Nun stehen wir etwa fünf Kilometer ausserhalb von La Rochelle. Ursprünglich wollten wir mit den Fahrrädern in die Stadt, aber die Wetterlage, die Temperaturen und die Verkehrssituation liessen uns anders entscheiden. Es gibt einen Bus.
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05.04.16, Arès
Die Route führte uns zwischen Biarriz und Bayonne nordwärts. Einige Kilometer ging es auf der D810 Richtung Dax, bevor es einen erneuten Richtungswechsel nach Léon gab. Die Erinnerungen an unseren Fussmarsch durch das Departement Landes kamen auf. Damals wie heute, endlose Pinienwälder, sehr sandiger Boden, kaum Wiesen und dünn besiedelte Gegend. Noch vor Mimizan machten wir bei einem schönen Picknickplatz Mittagsrast.
Die Fahrt ging auf wenig befahrenen Strassen weiter durch die Wälder. Trotz langsamem Vorankommen wegen der vielen Kreiseln und Ortsdurchfahrten genossen wir die Reise. Im Laufe des Tages klarte der Himmel auf und bei der Ankunft in Arès im Departement Gironde schien die Sonne am strahlend blauen Himmel.
Eilig installierten wir unser Fahrzeug, schnürten die Wanderschuhe und begaben uns auf eine Rundwanderung im Reserve Naturelle des prés-salés d'Arès - Lège-Cap-Ferret. Diese Wanderung hatten wir gestern geplant und nach den langen Stunden im Auto, taten diese sieben Kilometer Fussmarsch enorm gut. Bilder zeige ich hier gerne, die Gräusche der Frösche und Vögel kann ich leider nicht übermitteln. Ihr müsst die Fantasie walten lassen.
Dickicht, Tümpel und Weiher wechseln sich ab mit kleineren und grösseren Wasserläufen. Die sandige Piste verliessen wir lieber nicht, wir waren froh, dass es in diesem Sumpfgebiet Markierungspfosten an den begehbaren Wegen hatte.
Die Uferbefestigung links und rechts der Brücke wurde nicht mit Steinen oder Sandsäcken gebaut. In den Säcken sind Austernschalen.
Montag, 4. April 2016
04.04.16, Urrugne
Am Abend begann es zu regnen und wieder wehte ein kühler Wind.
Der heutige Tag begann trüb, doch der Regen hielt sich zurück. Wir machten weiter mit unseren Recherchen, stellten fest, dass die Zeit bei weitem nicht reicht um all die Dinge zu sehen die wir gerne möchten und entschieden: wir müssen halt später nochmal ins Land von Asterix und Obelix reisen.
Nach dem Mittagessen genossen wir den Pool ganz alleine und schwammen einige Runden.
Danach schwangen wir uns auf die Fahrräder und radelten zu Manuela, verplauderten nochmal zwei Stunden und fuhren im Regen zurück zum Camper. Überall verteilt hängen nun nasse Klamotten zum trocknen. Morgen soll das Wetter nicht viel besser sein. Wir fahren trotzdem weiter.
Sonntag, 3. April 2016
02.04.16, Urrugne
Mit den frisch geputzten Fahrrädern gingen wir heute auf eine Tour. Zuerst ein Besuch beim Fort de Socoa wo die Wellen rauschend und Gischt versprühend an die Mauer klatschten,
danach zu einem schönen Aussichtspunkt. Dies war der ideale Platz für den Mittagslunch.
Am Nachmittag fuhren wir ein Stück dem Fluss Nivelle entlang, bevor wir in einer grosszügigen Schlaufe zurück zum Campingplatz pedalten.
Freitag, 1. April 2016
01.04.16, Urrugne
Der Wetterbericht versprach uns heute einen regenfreien Tag mit einigem Wind. Ideal um Wäsche zu trocknen. Also gab es wieder einmal einen Haushalttag.
Heiner demontierte mein Fahrrad um den Schaden den ich in der Camarque eingefangen hatte zu suchen. Bald war das Loch gefunden, es war weder ein Nagel noch waren es Scherben. Das Löchlein sah verdächtig nach Nadelstich aus! Vielen Dank auch.
Dummerweise war die Gummilösung im noch original verschlossenen Flickzeug ausgetrocknet. Es blieb nichts anderes als ein Spaziergang zum Einkaufszentrum in zwei Kilometer Entfernung.
Drei Stunden später war mein Rad geflickt und geputzt, die Wäsche trocken und die Betten frisch bezogen. Wir sind beide zufrieden mit dem heutigen Ergebnis.