Samstag, 12. März 2016

12.03.16, Genua/Arenzano

Auf dem Campingplatz bei Milano hatte es Gehege mit einigen Tieren. Verschiedene Geflügel lebten im vorderen Teil, wobei der Pfau und ein Hahn mit zwei Hennen lieber ausserhalb ihres Geheges herumstolzierten. Der Gockel nahm es nicht so genau mit dem Weckruf am Morgen. Er krähte  noch spät am Abend und um Mitternacht. In den sehr frühen Morgenstunden hörte ich ihn nicht mehr , Heiner jedoch glaubte: das Federvieh habe bestimmt auf dem ganzen Platz stündlich eine Runde gedreht.
Heute morgen verliessen wir Mailand, durchquerten auf dem Weg nach Süden Gebiete mit riesigen Feldern die vermutlich für den Reisanbau genutzt werden. In jeder noch so kleinen Furche schillerte Wasser.
Einige Kilometer nach Alessio wurde die Gegend wieder Hügelig, die Temperaturen spürbar kühler und plötzlich sahen wir schmutzige überreste von Schnee in den Strassengräben. Jetzt begriffen wir, weshalb in dieser Gegend das Mitführen von Schneeketten bis mitte April obligatorisch ist. Und wenn man nicht über die Autobahn nach Genua fährt, darf man eine 'Passfahrt' machen. Heiner genoss die kurvenreiche Strecke, ich weniger. Mein angeschlagener Gleichgewichtsinn wollte lieber sanftere Richtungsänderungen.
Ich war erleichtert, als ich vor uns das leuchtend blaue Mittelmeer erblickte. Nur noch wenige Kilometer auf der Küstenstrasse, dann hatten wir den Campingplatz erreicht. Der Platz wirkte ziemlich voll. Viele sind Dauermieter.
In der hintersten Ecke war noch ein Platz frei. Glück gehabt! Es ist noch nicht Saison. Da konzentriert sich alles auf die wenigen Plätze die offen haben. Dazu liegt dieser Platz günstig für die Reisenden, die auf eine der Fähren wollen.

Unter der milden Nachmittagssonne genossen wir unseren Kaffee draussen vor dem Camper. Später marschierten wir nach Arenzano, besichtigten das Dorf, kauften für das Wochenende die noch fehlenden Lebensmittel und marschierten wieder zurück. Zufrieden, dass wir unsere Gehapparate heute doch noch nutzen konnten genehmigten wir uns Brot, Wein und einen sensationell guten Gorgonzola.

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Freitag, 11. März 2016

11.03.16, Milano

Mit Bus und Metro erreichten wir die Innenstadt von Mailand in etwa 30 Minuten. Die Dame von der Rezeption auf dem Campingplatz kreiste auf dem Stadtplan die entsprechenden Haltestellen ein. Neugierig tauchten wir aus dem Untergrund auf und standen schon vor dem  imposanten, verschnörkelten Dom. Wir bestaunten die Fassade und die Portale. Um ins Innere zu gelangen musste man sich von der Polizia filzen lassen. Die Polizeipräsenz ist in der ganzen Innenstadt sehr gross. Auch vor der Scala standen mehrere Polizisten, einige sogar mit Maschinengewehren.

Zwischen Piazza Duomo und Piazza della Scala kann man durch die Galleria Vitorio Emanuele II flanieren und all die Schaufenster der Namhaften Boutiquen bestaunen. Eintreten wagten wir nicht, weder unser Kleingeld noch unsere Kleidung befähigte uns dazu.
In einer gediegen Konditorei genehmigten wir uns Kaffee und etwas Süsses. So gestärkt suchten wir das Schloss Sforza mit dem Parco Sempione der im Englischen Stil angelegt ist. Im weiten Grün des Parks konnten wir uns von der Hektik der Stadt erholen.
Ganz am anderen Ende des Parks steht der Arco della Pace, ein Bauwerk das an das Brandenburger Tor erinnert.
Auf dem Rückweg zum Domplatz besichtigten wir die Basilika St. Ambrogio, sie gilt als zweitwichtigste Kirche von Mailand und ist dem Schutzheiligen der Stadt gewidmet.
An einem Kiosk beim Zugang zur Metro konnten wir uns Tickets für die Rückfahrt kaufen. Müde standen wir zwischen Pendlern in der Bahn und waren froh, dass wir im Bus einen Sitzplatz ergattern konnten.

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Donnerstag, 10. März 2016

10.03.16, Milano

Die letzte Nacht verlief ruhig und erholsam. Am Morgen machten wir mit der gewohnten Routine unser Fahrzeug startklar. Da wir auf dem weiteren Weg keine gravierende Minustemperaturen mehr erwarten, trauten wir uns den Wassertank und das System zu füllen.

Die Fahrt führte über den Damm bei Melide und bald über die Grenze nach Italien. Und wie schon im letzten Herbst standen uns die Haare zu Berg. Verkehrsregeln sind nur für Ausländer. Da wird frischfröhlich über die doppelte Sicherheitslinie überholt und wenn du zufällig auf der Gegenseite bist kannst du nur noch hoffen und beten. Zum Glück hat Heiner eine gute Reaktion.

Bis Mailand hatten wir uns einigermassen an die Fahrweise und Beschilderung gewöhnt.
Dank Navi fanden wir die Zufahrt zum Campingplatz gut. Wir wurden freundlich empfangen und erhielten sogar unaufgefordert Informationen für den Besuch der City. Die Kritiken die wir auf der Campinginfoseite gelesen hatten waren mehrheitlich schlecht. Wir wurden nun angenehm überrascht.

Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang durch den nahegelegenen Park mit seinen vielen kleinen Seen.
Und jetzt malt die Sonne orangerote Streifen am Abendhimmel.

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Mittwoch, 9. März 2016

09.03.16, Agno

Nach den Monaten im Gästezimmer unserer Tochter müssen wir uns wieder an das Leben in unserer HeiMatd gewöhnen. Letzte Nacht hörte ich Geräusche die ich vor Monaten glatt überhört hätte. Das flattern der Fahrradschutzhülle, das Rauschen des Windes in den Bäumen, das Türenklappen beim Sanitärgebäude, das Husten der Flöhe! Bald werde ich wieder geeicht sein und trotz dünner Wände wieder tief schlafen.
Heute genehmigten wir uns einen Spaziergang unter der Tessiner Sonne. Die Temperaturen lassen den Schnee zusammenfallen, überall hat es Pfützen und Bächlein vom Schmelzwasser.
Nachts sinken die Temperaturen noch unter Null Grad, tagsüber erreichten wir heute komfortable 10 Grad.

Dienstag, 8. März 2016

08.03.16, Agno

Nun sind wir wieder unterwegs.
Gestern morgen haben wir, mit kräftiger Mithilfe von Enkel Arjan, das Gästezimmer bei Denise geräumt und den Camper beladen. Am Nachmittag war es dann so weit: es hiess wieder einmal Abschied nehmen. Dieses Mal für nicht so lange, Mitte Mai wollen wir rechtzeitig zur Geburt eines weiteren Enkelkindes wieder da sein.
Die Fahrt gestern war nur kurz. Erste Station war bei Schwager Hans in Rickenbach. Dort dürfen wir die Sachen die nicht mit auf Fahrt müssen lagern. Zuerst verstauten wir die überflüssige Ware im Haus, dann drehten wir im Fahrzeug den Gashahn auf. Unser Fahrzeug war während der Fasnachtswoche in der Werkstatt zur Überprüfung und zum neuen Gasfilter einbauen. In der irrigen Annahme unser Gastank sei noch fast voll schalteten wir den Herd, Kühlschrank und die Heizung ein. Und es kam wie es kommen musste: die Heizung ging auf Störung, der Kühlschrank schaltete aus und die Herdplatte flackerte mit den letzten Gasreserven. Beide waren wir überzeugt, dass wir im Dezember den Gastank befüllt hatten und bei unserem Aufenthalt in Frenkendorf lief ja alles am Strom. Also sollte der Tank voll sein, ..... war er aber nicht! Nach eifrigem Beratschlagen einigten wir uns auf ein erneutes Betanken und Heizung testen am heutigen Vormittag und erst anschliessend (wenn alles wirklich funktioniert) Richtung Süden zu fahren. Wir stellten fest, dass es in der Nordwestschweiz keine Gastankstelle gibt, also blieb als sinnvolle Alternative nur das grenznahe Ausland. Falls es nicht klappt, wäre es nicht weit für einen zusätzlichen Besuch in der Werkstatt.
Die Stimmung beruhigte sich wieder, wir durften uns im warmen Gästezimmer in Rickenbach einquartieren.
Hans lud zum Nachtessen ein. Wir freuten uns auf ein Raclette und ebenso freuten wir uns, dass meine in der Nähe lebenden Geschwister mit Partner/in zum essen kamen. Es war ein sehr gemütlicher Abend und so schön, dass sich alle Zeit nahmen dafür.

Nach einem leckeren Lachsfrühstück waren wir endlich startklar. Nochmal Abschied nehmen, dann ging es zuerst Nordwärts. Auf der anderen Seite des Rheins befüllten wir den Gastank, den Dieseltank und den Vorratsschrank. Auf einem Parkplatz testeten wir die Gasgeräte und ..... alles funktionierte wie es sollte. Umgehend machten wir uns auf den Weg nach Süden. Dank wenig Verkehr kamen wir sehr gut voran. Durchs Mittelland hatte es etwas Schneegestöber, die Strasse war jedoch immer frei. Auf der Südseite des Gotthard empfing uns Sonnenschein und an den Strassenrändern beachtliche Schneehaufen. Sogar in Agno hat es noch so viel Schnee, dass wir unser Fahrzeug in einer Gasse des Campingplatzes abstellen mussten. Auf den Parzellen würde man einsinken bezw. 'Absaufen' .

Mittwoch, 27. Januar 2016

27.01.16, Zweisimmen

Wir verbringen einige Tage in (noch) weisser Umgebung. Mit den momentanen Tagestemperaturen erleidet der Schnee jedoch Schwindsucht und die grünen Inseln werden grösser und grösser.
Heute haben wir einen ausgiebigen Spaziergang im Sonnenschein entlang der Simme gemacht. Offenbar herrschten ideale Bedingungen für Ballonfahrer, es war einiges los am Himmel und am Boden.
Beim Forellensee war der Wendepunkt für uns, ab da ging es bergauf.
Mit meinem Gesundheitszustand geht es auch aufwärts, dies war während der leichten Wanderung deutlich spürbar. Ich musste nur noch wenige Male erzwungene Ruhepausen einlegen. Ganz glücklich konnten wir beide die Umgebung und die Aussicht geniessen.

Sonntag, 10. Januar 2016

10.01.16, Oberdorf

Liebe Freunde und Leser,

mit einiger Verspätung wünschen wir allseits ein gutes, gesundes, erfolgreiches neues Jahr.

Der Jahreswechsel, bezw. der Silvester brachte uns Turbulenzen und eher unschöne Erlebnisse.

Nach angenehmen, schönen Weihnachtstagen mit der Familie stimmten wir uns langsam auf den Jahresausklang ein. Die Baustelle neben dem Haus ruhte, jedes machte noch irgendwelche Besorgungen, Ämtli oder Besuche. Heiner und ich wollten noch die letzten Lebensmittel einkaufen für das Silvestermenue. Während dem Einkauf befiel mich heftiger Schwindel und Unwohlsein. Innert kurzer Zeit verschlechterte sich der Zustand so sehr, dass ich nicht mehr mit dem Auto transportiert werden konnte. Es blieb nichts mehr anderes übrig, als den Krankenwagen zu rufen. Nach Stunden in der Notfallstation hiess dann die Diagnose: Morbus Menière. Diese Anfälle sind gekennzeichnet durch heftigen Drehschwindel, Hörminderung und Tinnitus.
Ich wurde auf die Station verlegt und verbrachte den Übergang vom 2015 zum 2016 im Bett mit bis zum Kinn hochgezogener Decke und einem Schlauch vom Plastikbeutel bis zur Nadel in meiner Vene. Es war mir so gar nicht ums Feiern.
Im Laufe der nächsten Tage verbesserte sich mein Zustand dank Medikamente, guter Betreuung und Ruhe.
Heiner pendelte zwischen Baustelle und Spital hin und her, brachte mir benötigte Utensilien und Wäsche und arbeitete dazwischen emsig am Parkplatz weiter.


Diese Baustelle hatte einige Überraschungen und Knacknüsse geboten und die grauen Zellen von einigen Leuten gehörig zum rotieren gebracht.
Seit Mitte Woche bin ich daheim und er kann sich wieder voll auf die Grabung konzentrieren.
Ich selber muss mich noch etwas schonen, die Sache langsam angehen, meinem Körper Zeit lassen. Das 'wieso, woher, warum' plagt mich nicht, ich glaube aber, dass ein Ereignis oder eine Krankheit immer auch eine Chance ist, bei sich selber zu suchen was man ändern kann und sollte. Manchmal stellt man an sich zu hohe Ansprüche und setzt sich dadurch unter Druck, auch wenn man das objektiv nicht so empfinden mag. Also Frau: weniger Druck!