Blog von unterwegs mit dem Wohnmobil. Ziel: Europa und die Welt bereisen solange es Spass macht und die Gesundheit erlaubt. Tagebuch vom Jakobsweg Basel - Vezelay - Limoges - Orthez, Bilbao - Ribadeo - Santiago - Finisterra 27. Juli 2013 bis 28. Dez. 2013
Mittwoch, 19. August 2015
19.8.15, Brest
Die Hinfahrt dauerte eine volle Stunde. Stadtbesichtigung im Trockenen (heute regnet es).
Das Meeresaquarium von Brest ist in mehreren modernen Bauten untergebracht. Ein Polar Pavillon, ein Tropical Pavillon, ein Temperate Pavillon, natürlich ein Restaurant Pavillon und eine Boutique.
Alles sehr gut präsentiert und schön gestaltet. Sehr viele Tafeln zum lesen und fast ebensoviele Monitore zum Filmsequenzen schauen oder Computerplätze um Zusatzinformationen abzurufen. Es gibt auch Grossleinwände mit sehr schönen Aufnahmen. Bei der ganzen Flut von technischen Möglichkeiten kommt die direkte Anschauung am Lebewesen, für meinen Geschmack, zu etwas kurz.
Auf der Rückfahrt stiegen wir im Stadtzentrum aus, besuchten ein Teehaus (es gibt auch Kaffee), kauften in einer Metzgerei ein Stück Fleisch für unser Nachtessen und setzten die Fahrt mit dem Tram fort. Es gibt nur eine einzige Tramlinie, die sieht jedoch sehr neu aus. Von der Endhaltestelle des Trams konnten wir den direkten Bus bis zu unserer Heimathaltestelle nehmen.
Dienstag, 18. August 2015
18.8.15, Brest
17.8.15, Brest
Heute morgen war schnell zusammengepackt, vieles hatten wir schon gestern Abend verstaut, damit es nach dem Frühstück schnell geht.
Mit 150 Kilometern ist es für uns heute eine ideale Distanz von einem Campingplatz zum Nächsten.
Das Gelände ist und bleibt, wie schon bei St. Brieuc, leicht Hügelig mit viel Wald. Die Schilder sind zweisprachig angeschrieben und wenn ich bretonisch höre verstehe ich kein einziges Wort.
Unser Campingplatz liegt leicht erhöht, wenn man beim Hinterausgang auf dem kleinen Wanderweg durch den Wald absteigt ist man nach etwa fünfzehn Minuten an einer kleinen Bucht. Zum Baden eignet sie sich weniger, dafür sieht man Ruderboote, Paddelboote, Gummiboote. Hier stösst man auch wieder auf den GR 34, dem grossen Fernwanderweg. Wir folgen der Markierung etwa drei Kilometer der Küste entlang, vorbei an einem Leuchtturm und militärischem Sperrgebiet. Der ganze Hang scheint von entsprechenden älteren und neueren Anlagen durchlöchert zu sein.
Während unserer kleinen Wanderung sehen wir immer wieder Aussichtspunkte mit Ruhebänken und haben herrlichen Blick aufs Meer.
Sonntag, 16. August 2015
16.8.15, St. Brieuc
Heute soll es nicht regnen, also setzte Frau eine Maschine mit Wäsche in Betrieb. Nach dem Wäsche aufhängen und einem zweiten Frühstück marschieren wir los. Dieses Mal in die entgegengesetzte Richtung von Gestern.
Das grüne Tal dem kleinen Bach le Gouédic entlang ist von einigen Wanderwegen durchzogen. Mit einiger Überwindung schaffte ich fünf Kilometer. Meine Beine sind leer und kraftlos, aber wenigstens hat sich nun der Muskelkater verflüchtigt.
Etwa einen Kilometer von unserem Platz entfernt spürten wir die ersten Regentropfen. Im Eilschritt strebten wir unserer Wäscheleine zu .... die Dachfenster am Häuschen standen auch noch auf viel Frischluft. In kurzer Zeit hatten wir alles in Sicherheit. Die Eile wäre nicht nötig gewesen, alles nur Drohgebärden.
15.8.15, St. Brieuc
Heute morgen schlüpfte ich noch vor meinem Angetrauten aus der Koje. Die Vorfreude auf die geplante Wanderung liess mich aktiver sein als sonst üblich. Endlich konnte ich wieder einmal den Tagesrucksack packen.
Der Himmel zeigte sich stark bewölkt und es wehte ein kühler Wind. Die Temperaturanzeige bewegte sich nicht über zwanzig Grad. Wetter für lange Hosen und Jacken.
Bis zum Mittag hatten wir das Hafengebiet von Plérin erreicht. Zeit für Austreten und einen Kaffee.
Als wir am Wanderkarte studieren waren, fragte die nette Serviererin ob wir einen bestimmten Weg suchen. Sie brachte uns dann einen kleinen Plan der Umgebung und wies uns die Richtung zur Küste. Der GR 34 ist sehr gut markiert, eigentlich benötigt man keine Karten, ausser um die Distanzen abzuschätzen. Nach weiteren 45 Minuten hatten wir die Küste erreicht.
Ebbe. Das Wasser sahen wir weit entfernt. Wir suchten uns einen schönen Platz für den Mittagslunch und genossen die Ruhe. Es hatte kaum andere Leute auf diesem Abschnitt.
Frisch gestärkt stiegen wir vom Strand wieder auf den GR hoch der sich dem Abhang entlang schlängelte. Es waren nur noch wenige Kilometer bis zum Aussichtspunkt Rosiére. Dort beschlossen wir den Rückweg anzutreten. Da heute in Frankreich ein heiliger Feiertag ist fuhren keine Busse, die Läden waren geschlossen und etliche Restaurants ebenso. Wir hofften im Zentrum von St. Laurent de La Mer ein offenes Restaurant zu finden. Fehlanzeige. Wir mussten uns bis Le Légué gedulden. Ahhhh, herrlich, so ein kühles Bier! Die restlichen vier Kilometer bis zu Campingplatz führte wieder über die selbe Route wie der Hinweg. Nach insgesamt 18 Kilometern waren wir wieder am Ausgangspunkt. Müde, zufrieden und mit schmerzenden Haxen liessen wir uns auf die bequemen Stühle sinken. Solche Strecken sind wir nicht mehr gewohnt.
Freitag, 14. August 2015
14.8.15, St. Brieuc.
Am Mittag regnete es immer noch. Wir kontrollierten wieder und wieder den Pegelstand des nahen Baches. Meine Gedanken wanderten langsam Richtung Notfallszenario. Endlich, so gegen drei Uhr, liess der Regen nach. Der Bach schaffte es nicht ganz bis auf die Wiese, schon hatte die Wassermasse deutlich abgenommen. Nun war es Zeit für einen Stadtbummel. Durch den Park, unter der Eisenbahnbrücke durch, vorbei an schönen Gärten, dann durch ein weniger schönes Quartier und schon waren wir in der Innenstadt angelangt. Wir bewunderten sehr alte Häuserzeilen, gepflästerte Gassen, schöne Türen und Portale und wunderten uns über den Stilmix bei der Kathedrale St. Etienne. Auf dem Plan von der Tourist Info hiess es: der Baubeginn der Kathedrale war im zwölften Jahrhundert, bis ins neunzehnte Jahrhundert wurde sie immer wieder umgebaut.
Das erklärt einiges.
In einer der Gassen steuerten wir in eine kleine Crėperie und liessen uns eine flambierte Crėpe servieren. Ohhhh, war das ein Genuss!
Danach schlenderten wir durch die schönste Einkaufsstrasse der Stadt, schauten in die Schaufenster der Läden mit all den bekannten Markennamen und erstanden ein Geschenk für einen nahen Geburtstag.
Zurück auf dem Campingplatz staunten wir nochmal. Da stand ein knallroter Reisebus neben der Zeltwiese, der Schriftzug: Rollendes Hotel war schon von weitem lesbar und deutete auf deutsche Herkunft. Auf der Wiese standen Tischgarnituren, die Reisenden wurden gerade verpflegt. Das seltsamste Ding war jedoch der Anhänger. Es sah aus als seien darin vier Reihen Schlafkojen übereinander gebaut. Batteriehaltung??
Donnerstag, 13. August 2015
13.8.15, St. Brieuc
Der kleine Platz mit wenigen Stellplätzen liegt in einem ruhigen, kleinen Tal an einem Bach. Bis ins Zentrum von St. Brieuc sind es etwa zwei Kilometer. Direkt vor den Toren des Campings führt ein gut markierter GR vorbei, ein Zugang zum GR 34 der sich der Küste entlang schlängelt. Verlockend.