Donnerstag, 15. Januar 2015

15.1.15, Donnerstag

Montag, Dienstag und Mittwoch sassen wir jeweils am Vormittag, nach dem gemütlichen Frühstück, hinter den Spanischwörtern. Auch wenn wir nur noch langsam vorankommen ist das kein Hindernis sich mit einer neuen Sprache zu beschäftigen.
Nach der Siesta werkten wir jeweils in den verschiedenen Gartenbereichen.

Heute stand ein Ausflug nach Elche auf dem Programm. Elches Palmenhain ist seit Dezember 2000 UNESCO Weltkulturerbe und ein Beispiel für den Transfer einer typischen Kulturlandschaft von einem Kontinent zum anderen – in diesem Fall von Nordafrika nach Europa. Erwähnenswert ist auch das alte Bewässerungssystem, das auch heute noch in Betrieb ist.
Die Palmengärten sind charakteristisch für das Stadtbild von Elche. Sie schliessen die Stadt in einem grossen grünen Gürtel von zwei Kilometer Länge und einem Kilometer Breite ein. Über 200'000 Exemplare lassen den Eindruck eines Waldes entstehen. Araber mit ihrem Wissen über den Oasenbau waren hier Baumeister.
Vom Turm der Basilika Santa Maria hat man einen hübschen Ausblick.
Dann tauchten wir ein in die Palmenwelt.
Die Felder wurden ursprünglich trapezförmig oder viereckig angelegt an deren Rändern Palmen oft in Doppelreihen, zum Schutz der inneren Anpflanzung gegen Wind und Sonne gepflanzt wurden. Die Zielsetzung war landwirtschaftliche Produktion. Aussen Dattelpalmen, innen Obstbäume, Kräuter oder andere Kulturen.
Auf der Hinfahrt sahen wir kurz vor Elche immer wieder Palmen deren Blätter nach oben hin spitz zulaufend zusammengebunden waren. Wir fragten uns zu welchem Zweck, Schnee der die Äste abknicken könnte muss man hier nicht befürchten. Später konnte ich nachlesen: die Dattelpalme liefert im Wesentlichen zwei Produkte: die Datteln und das weisse Palmblatt. Ihre landwirtschaftliche Nutzung erfordert neben den gewöhnlichen Tätigkeiten wie Düngung und Bewässerung im Laufe eines Jahres eine Reihe von Arbeiten, für die der Palmengärtner bis in die Krone der Pflanze klettern muss.
Im Frühjahr wird die Bestäubung durchgeführt, bei der die Blüten der weiblichen Pflanzen mit dem Blütenstaub der männlichen Pflanzen befruchtet werden. Im Sommer werden die ausgetrockneten Palmblätter entfernt und am Ende des Herbstes folgt die Ernte der reifen Datteln. Und schliesslich wäre da noch das zusammenbinden der Palmenkrone zur Gewinnung des weissen Palmblatts.

Dieses Zusammenbinden schützt die Krone vor dem Sonnenlicht, damit sie nicht die grüne Farbe bildet.
Die weissen Palmblätter werden einerseits an liturgischen Feiern am Palmsonntag verwendet, andrerseits werden in Handarbeit Kunstgegenstände hergestellt.
Es gäbe noch viel zu erzählen über die Gärten, die Geschichte, die Baudenkmäler die Stadt. Eines kann ich mit Gewissheit sagen: es ist sehenswert .... und die Datteln sind sehr lecker!

2 Kommentare:

  1. Sind das schöne 'Bilder. Da sehe ich, es geht euch gut. Nachträglich noch ein frohes neues Jahr. Hab euch nicht vergessen.
    Zu Elche fällt mir nur ein:

    Die größten Kritiker der Elche
    waren früher selber welche

    Bis bald mal, ne schöne Zeit euch
    und viele liebe Grüßli
    n-bert

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  2. Unsere Lieben
    Schon wieder habe ich durch euch ein wunderschönes Stück spanischen Boden kennengelernt! Vielen herzlichen Dank für die herrlichen Fotos und weiterhin alles Gute!
    Myrta Wagner

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